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Ehekirchen-Dinkelshausen

16.09.2020

Fund in Dinkelshausen: Nach 3000 Jahren aus dem Moor geborgen

Max Heigemeyr und Landwirt Hans Heigemeyr in Dinkelshausen mit ihrer Mooreiche. 
Bild: Martina Keßler

In Dinkelshausen hat Landwirt Hans Heigemeyr aus seiner Wiese den Stamm einer uralten Eiche geborgen. Was mit dem Fundstück jetzt passieren soll.

Die Bürger des Ehekirchener Ortsteils Dinkelshausen sind bei der laufenden Dorferneuerung der Gemeinde Ehekirchen sehr aktiv und haben viele Ideen. Nun wurde in der Gemarkung Dinkelshausen eine Mooreiche gefunden, die etwa 3000 Jahre in der Erde gelegen hat. Der Fund stieß auf Interesse der Dorfbevölkerung und so entstand die Idee, die Mooreiche als Kunstwerk im Dorf zu platzieren. Die Mooreiche soll jetzt von einer Künstlerin zu einer Skulptur verarbeitet werden und künftig das Dorf zieren.

Bürgermeister Günter Gamisch und die örtlichen Gemeinderäte Andreas Karmann und Martina Keßler unterstützen das Projekt. Sie meldeten den Fund dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und ließen den Stamm im Labor untersuchen. Dendochronologe Franz Herzig von der Abteilung Bodendenkmäler kam dazu nach Dinkelshausen und nahm eine Probe, die im Labor untersucht wurde. Es kam heraus, dass die Eiche auf 920 v. Chr. datiert werden kann. Dabei handelt es sich nicht um das Jahr, in welchem die Eiche in das Moor gefallen ist, sondern um den letzten auf der Baumscheibe vorhandenen und messbaren Jahrring. Der Experte vermutet, dass das Fälldatum nicht vor 900 v. Chr. liegt. Wie alt der Baum zu diesem Zeitpunkt bereits war, soll eine weitere Probe bestimmen. Herzig schätzt jedoch, „dass mindestens 50 Jahrringe fehlen und wir es mit einer 330 bis 350 Jahre alten Eiche zu tun haben“.

Die Mooreiche lag unter der Erde von Hans Heigemeyr aus Dinkelshausen

Der Finder und Eigentümer der Mooreiche, Hans Heigemeyr, stellt sie dem Dorf als Kunstobjekt zur Verfügung. Der Landwirt stieß beim Mähen seiner Wiese am Rande des Donaumooses auf die Eiche. Das Hindernis war so groß und hart, dass das Mähwerk des Landwirts kaputt ging und repariert werden musste. Gemeinsam mit seinem Bruder Max beförderte er das Hindernis vollständig zu Tage und beide staunten nicht schlecht: Etwa fünf Meter lang und einen Meter im Durchmesser misst der größere Eichenstamm, der neben einem ebenso langen, schmaleren Ast mit maschineller Hilfe aus dem Boden gezogen wurde.

Fund in Dinkelshausen: Nach 3000 Jahren aus dem Moor geborgen

Landwirte im Donaumoos und den angrenzenden Gemarkungen stoßen immer wieder auf Mooreichen, die vor tausenden Jahren in den Sumpf kippten. Deren im Holz enthaltene Gerbsäure verband sich über die Zeit mit den Eisensalzen des Moorwassers, was zu einer Verfärbung und Verhärtung des Holzes führte. Ein derart großes Exemplar ist nach Meinung der älteren Dorfbewohner eine Seltenheit.

Als nächstes wird die Eiche zu der aus dem Ort stammenden Künstlerin Ulrike Hahn transportiert, die in ihrem Atelier in Diedorf bei Augsburg das Kunstwerk fertigen wird. (nr)

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