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Neuburg

01.12.2019

Gabriele Käsler will „die Mutti von Neuburg“ werden

Einige der Kandidaten für die Stadtrats- und Kreistagsliste präsentierten sich bei der Nominierungsversammlung der Partei Die PARTEI in der Rennbahn in Neuburg. Unter ihnen die OB-Kandidatin für Neuburg, Gabriele Käsler. Die „Mutti-Raute“ beherrscht sie bereits.
Bild: Marcel Rother

Plus Erstmals in der Geschichte der Stadt bewirbt sich eine Kandidatin der Satirepartei Die PARTEI um das Oberbürgermeisteramt. Was ihre Ziele sind.

Die bevorstehende Kommunalwahl im März kommenden Jahres sorgt für eine Premiere: Erstmals in der Geschichte der Stadt möchte eine Vertreterin der Satirepartei Die PARTEI Oberbürgermeisterin von Neuburg werden. Die Kandidatin heißt Gabriele Käsler, ist 51 Jahre alt und kommt aus Klingsmoos. Die Sozialpädagogin und Mutter eines Sohnes wurde bei der Nominierungsversammlung im Gasthaus Rennbahn von acht Stimmberechtigten einstimmig zur OB-Kandidatin gewählt. Im Anschluss an ihre Wahl sagte sie: „Ich kümmere mich beruflich um die Zukunft Deutschlands: Kinder. Nun werde ich die Mutti von Neuburg – ich schaffe das!“

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Um eine Chance auf das Amt zu bekommen und von den Bürgern überhaupt gewählt werden zu können, muss Käsler jedoch noch eine Hürde nehmen. Weil Die PARTEI bei der vergangenen Bundestagswahl in Bayern unter der Fünf-Prozent-Hürde geblieben ist, müssen erst Unterschriften gesammelt werden, damit sie offiziell zur Wahl antreten kann. 190 Unterschriften sind dafür nötig. Ab 18. Dezember können sich die Bürger bei der Stadt in eine entsprechende Liste eintragen.

Neuburg: Die PARTEI wollte ursprünglich mit den Linken bei der Kommunalwahl antreten

Ursprünglich wollte Die PARTEI auf einer offenen Liste der Linken – zusammen mit ÖDP und Piratenpartei – in die Kommunalwahl gehen. Dies scheiterte jedoch an der Forderung, dass der Name „Die PARTEI“ mit auf der Liste stehe. Darüber sei es zu Missverständnissen gekommen, erklärte Bernd Sandner, PARTEI-Kreisvorsitzender Ingolstadt, bei der Nominierungsversammlung. Vor allem unter den Piraten hätte es einige „aggressive, seltsame, alte, zornige Männer“ gegeben. Obwohl sie mit einigen Linken durchaus weiter reden könnten, hätte ihnen auch deren OB-Kandidat, Michael Wittmair, „schwere Bauchschmerzen“ bereitet. „Viel mehr als ein Verkehrskonzept hat der nicht“, kritisierte Sandner.

Gabriele Käsler will „die Mutti von Neuburg“ werden

Zwar hätte seine Partei das Angebot erhalten, auf einer gemeinsamen Liste für den Kreistag an erster Position und auf einer Liste für den Stadtrat an dritter Position zu stehen, das wollten sie aber nicht. „Damit wären wir drin gewesen“, vermutet Sandner. Aber: „Wir wollten nicht unter der Fahne der Linken verschwinden und lassen uns auch nicht mit Posten kaufen“, sagte er. Der bisherige Vorsitzende des Kreisverbandes Neuburg-Schrobenhausen, Christian Blei, ergänzte nicht ohne Ironie: „Wir machen zwar grundsätzlich alles, um Posten zu erhaschen, aber in diesem Fall hat doch der Verstand gesiegt.“ Darum entschied Die PARTEI, jeweils eigene Listen aufzustellen. Nun müssten sich nur noch genügend „aufrichtige Menschen“ finden, die ihnen eine Unterschrift geben. Damit die Kandidaten der Kreistagsliste gewählt werden können, müssen in den Landkreisgemeinden rund 340 Unterschriften zusammen kommen, erklärte Sandner und gab sich kämpferisch: „Wir wollen zeigen, dass Die PARTEI nötig ist und nur durch veraltete Wahlgesetze gebremst werden kann.“

Kommunalwahl: So ungewöhnlich bestimmt Die PARTEI die Plätze ihrer Kandidaten

Die Reihenfolge der Kandidaten auf den Listenplätzen für die Stadtrats- und Kreistagswahl wurde per Zufallsprinzip im Losverfahren bestimmt. Das Ergebnis kommentierte Sandner mit den Worten: „Ich habe das Gefühl, dass das Schicksal keine Frauenquote kennt.“ Ähnlich unorthodox wie die Platzierung der Kandidaten kam zuvor die Wahl von Gabriele Käsler zur Oberbürgermeister-Kandidatin zustande. Per Würfelspiel hatte sie sich mit zwei zu eins Punkten gegen Bernd Sandner als weiteren Bewerber durchgesetzt.

Bei ihrer Ansprache als gewählte OB-Kandidatin machte Käsler deutlich, dass bei ihrer Kandidatur die Satire nicht zu kurz kommt. „Als Berlinerin habe ich so meine Probleme mit lokalen Angelegenheiten“, sagte sie. Darum könne sie auch nicht recht sagen, was sie vor habe, von einem Wahlprogramm ganz zu schweigen. Bis man ihr folgende Plattitüde soufflierte und sie wiederholte: „Die Stadt Neuburg und der Landkreis müssen zusammenwachsen – warum auch immer?!“ Einen Wunsch äußerte sie jedoch: „Ich hätte gerne einen Flughafen in Neuburg, damit ich direkt nach Berlin fliegen kann. Als Oberbürgermeisterin bin ich nicht bereit, auf Komfort zu verzichten.“ Und weil sie den Weg vom Donaumoos nach Neuburg überhaupt nur mit Mühe finde – im Dunkeln schon gar nicht – bräuchte sie obendrein einen Chauffeur. Und in Neuburg selbstverständlich eine Sänfte. Solche Sachen eben. Zum Schluss versicherte sie: „Ich bin absolut geeignet.“

Beim anschließenden Kreisparteitag wurde Christian Blei von Jonas Löchel an der Spitze des Kreisverbandes Neuburg-Schrobenhausen abgelöst. Löchel gelobte: „Ich werde die Arbeit fortsetzen und Die PARTEI zu Ruhm führen.“

Die PARTEI: Die Liste der Kandidaten für den Neuburger Stadtrat

  1. Klaus Meier
  2. Jonas Löchel
  3. Birgit Hübner
  4. Nevzat Özdemir
  5. Max Koller
  6. Elisabeth Götz
  7. Kilian Meier
  8. Heinz Genditzki
  9. Verena Meyerle
  10. Gerhard Ott

Die PARTEI: Die Liste der Kandidaten für den Kreistag Neuburg-Schrobenhausen

  1. Gabriele Käsler
  2. Christian Blei
  3. Heinz Genditzki
  4. Klaus Meier
  5. Stefan Blei
  6. Nevzat Özdemir
  7. Elisabeth Götz
  8. Kilian Meier
  9. Birgit Hübner
  10. Bernd Sandner
  11. Kilian Meier
  12. Jonas Löchel
  13. Max Koller
  14. Gerhard Ott
  15. Verena Meyerle
  16. Lukas Hagenloch

Die PARTEI: Der neue Kreisvorstand Neuburg-Schrobenhausen

  • Erster Vorsitzender: Jonas Löchel
  • Zweiter Vorsitzender: Max Koller
  • Schatzmeisterin: Gabi Käsler


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