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08.01.2009

Gammel-Eier: Verfahren erledigt

Schweitenkirchen/Ingolstadt Der Skandal um die Gammel-Eier von Schweitenkirchen ist juristisch abgeschlossen. Die drei Beschuldigten haben die Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Ingolstadt akzeptiert, über die wir bereits im Bayernteil unserer Ausgabe berichtet haben.

Wie mehrfach dargestellt, sollten sich Vater und Sohn des Familienunternehmens in dem kleinen Gemeindeteil von Schweitenkirchen sowie der ehemalige Betriebsleiter vor dem Amtsgericht Pfaffenhofen verantworten. Dem Trio waren gravierende Verstöße gegen die Lebensmittelvorschriften über einen längeren Zeitraum hinweg vorgeworfen worden. Allerdings platzten zwei Verhandlungstermine. Unter anderem waren zwei Angeklagte zuletzt aus fadenscheinigen Gründen nicht erschienen.

Die Staatsanwaltschaft reagierte daraufhin und verhängte Strafbefehle. Gegen den Juniorchef wurde mit einer Bewährungsstrafe von elf Monaten und 15 000 Euro Geldbuße die höchste Strafe verhängt. Der ehemalige Betriebsleiter und der Vater kamen mit Bußgeldern von 7500 beziehungsweise 3500 Euro davon. Das Urteil ist laut Pfaffenhofens Amtsgerichtsdirektor Herbert Krammer seit dem vergangenen Freitag rechtskräftig, weil die Beschuldigten keinen Einspruch eingelegt haben. Im Vorfeld des Verfahrens am Amtsgericht Pfaffenhofen hatten die Anwälte gegenüber den Medien noch angekündigt, notfalls einen aufwendigen Prozess herbeizuführen, um die Unschuld ihrer Mandanten zu beweisen.

Der Gammelei-Skandal von Schweitenkirchen sorgte bundesweit für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt auch deshalb die Erledigung per Strafbefehl angestrebt, weil man einen Schaden für die (ehemaligen) Kunden des Familienbetriebes vermeiden wollte. Zu den Abnehmern der Flüssigeiprodukte gehörten auch namhafte Nudelhersteller. Die habe man nicht durch ein ebenso langwieriges wie Aufsehen erregendes öffentliches Strafverfahren zusätzlich belasten wollen, begründete Behördenleiter Dr. Helmut Walter.

Das Unternehmen war vor zwei Jahren in das Visier der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt Pfaffenhofen geraten. Die Experten stießen bei Stippvisiten auf teils verheerende Zustände. Obendrein berichteten zwei ehemalige Mitarbeiter, es seien ganze Lkw-Ladungen mit verfaulten Eiern voller Maden verarbeitet worden.

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