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Bergheim

04.04.2019

Gefährliches Gas soll Bergheimer Kirche schützen

Kein gutes Zeichen: Spanreste sind ein klares Indiz für Holzwurmbefall. Die Würmer hinterlassen außerdem viele kleine Löcher im Holz der Kirche.
Bild: Christof Paulus

Die Kirche in Bergheim wird demnächst gesperrt sein. Die Ankündigung im Mitteilungsblatt klingt spektakulär. Stein des Anstoßes sind Holzwürmer.

„Achtung Lebensgefahr“ – bei diesen Worten werden sicher einige Bergheimer aufgeschreckt sein, als sie einen Blick in das Mitteilungsblatt der Gemeinde geworfen haben. Wegen Holzwurmbefalls wird die Kirche St. Mauritius und die Marienkapelle in der Woche nach Ostern gesperrt werden, auch der Friedhof darf in dieser Zeit nicht betreten werden. Ganze vier Tage, vom 23. bis zum 26. April, wird die Sperrung dauern, in der Zeit werden Kirche und Kapelle von Kammerjägern begast werden.

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Doch ganz so dramatisch, wie die Ankündigung im Mitteilungsblatt scheint, ist die Lage in Bergheim nicht. „Die Kirche kann bis einschließlich Ostermontag ganz normal besucht werden“, sagt Pfarrer Michael Sauer. Und auch am darauffolgenden Samstag ist dies bereits wieder möglich – muss es sogar. „Da ist dann schon Kommunionprobe“, sagt Sauer.

Kirche in Bergheim gesperrt: Kaum Beeinträchtigungen

Für die Bergheimer wird es also kaum zu Beeinträchtigungen kommen. Bedeutende Schäden würden Kirche und Kapelle vom Holzwurm nicht davontragen, beruhigen Sauer und Verwaltungsangestellter Stefan Gößl einhellig. Der Wurm sei bereits seit Jahren immer wieder mal in der Bergheimer Kirche aufgetreten, mit kleineren Maßnahmen habe ein Mann aus der Kirchengemeinde dies lange im Zaum gehalten, erzählt Sauer. Nun habe das nicht mehr ausgereicht. Deshalb hat die Pfarrei ein Unternehmen beauftragt, sich der Sache anzunehmen.

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Die größte Bedrohung geht indes also von den Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung selbst aus. Daher rühre auch die Warnung vor Lebensgefahr, erklärt der Pfarrer. Denn während im Inneren der Kirche die Holzwürmer begast werden, darf das Gebäude niemand betreten. Das zur Schädlingsbekämpfung verwandte Gas kann auch für Menschen tödlich sein, weshalb der Innenraum der Kirche für die Dauer der Maßnahmen luftdicht versiegelt sein wird.

Kirche in Bergheim von Holzwurm befallen

Irrläufer, die versehentlich in die Kirche gelangen, sollte es dementsprechend also nicht geben: Mit Absperrungen werden die Arbeiter dafür sorgen, dass die Kirche und das Gelände um sie herum nicht betreten werden kann. In der Nähe der Kirche bestehe währenddessen für die Anwohner keine Gefahr, sagt Sauer. Damit die Gebäude auch danach sicher seien, würden die Arbeiter Messgeräte einsetzen: Diese messen, wie viel Gas zur Bekämpfung eingesetzt worden ist und welche Menge abgesaugt wurde. So sei sicher, dass keine Gasreste in der Kirche zurückblieben.

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