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Justiz

25.01.2012

Gefangenschafts-Austausch

Bei einem Rundgang durften die Vertreter der nationalen französischen Strafvollzugschule den Häftlingen beim Arbeiten auf die Finger schauen.
Bild: Xaver Habermeier

Vertreter der französischen Strafvollzugsschule besuchen die JVA Herrenwörth

Für den Austausch und Vergleich der Strafvollzugspolitik am Beispiel der Ausbildungskonzepte, Therapieangebote, Arbeitsbedingungen und Prävention blickten Vertreter der nationalen französischen Strafvollzugsschule drei Tage lang in bayerische Einrichtungen. Das Ministerium in München, die Bayerische Justizvollzugsschule in Straubing und das Gefängnis in Stadelheim und eben auch die Jugend-Justizvollzugsanstalt Herrenwörth hatten die beiden Vertreter im Fokus.

„Was mich hier in Herrenwörth mit am meisten beeindruckt, sind die freundlichen Augen, sei es von den Wärtern oder den Inhaftierten, denen ich hier begegne“, so brachte Jean-Michel Laurent, Leiter der Abteilung Sicherheit der nationalen französischen Strafvollzugsschule, seine Eindrücke auf den Punkt. Das hörte Ernst Meier-Lämmermann, der seit August vergangenen Jahres auf dem Chefsessel der JVA vor den östlichen Stadttoren sitzt, gerne. „Wir legen großen Wert auf den Respekt voreinander, Beamte sowie Sozialpädagogen mit den Gefangenen“, erklärt der Leiter den Gästen aus Frankreich. Beim dreistündigen Besuch explizierte Meier-Lämmermann das gesamtbauliche und organisatorische Konzept der Anstalt, das auf die Bedürfnisse der 17- bis 20-Jährigen ausgerichtet ist. So bietet die JVA Herrenwörth, als eine von drei bayerischen Anstalten neben einem umfangreichen Beratungs- und Therapieangebot auch berufliche und schulische Ausbildungsmöglichkeiten. „Mich beeindruckt hier die zielgruppengerechte Ausstattung“, sagte Amèlie Tostivint, die für internationale Beziehungen im Auftrag der nationalen französischen Strafvollzugsschule ÈNAP zuständig ist. Sie konnte mit Jean-Michel Laurent bei einem Rundgang durch die Anstalt, die in vier Häuser gegliedert ist, viele Eindrücke gewinnen. Dazu öffnete Ernst Meier-Lämmermann die Stahltüren zu den Arbeitsbereichen, Schulräume, Bibliothek, Kantine und der Kapelle.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck verabschiedeten sich die Gäste zur Stadtführung in die Ottheinrichstadt. Zur Einleitung hatte Neuburgs Kulturamtsleiter Dieter Distl eine Besonderheit versprochen: „Ein Stück Frankreich mitten in Bayern“. Gemeint ist das Latour-Denkmal in Oberhausen, wo er mit den Franzosen in die Geschichte eintauchte. (xh)

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