Frieden

01.09.2016

Gegen den Krieg

Heute, am 1. September, wird auch in Ingolstadt der weltweiten Opfer gedacht

Heute, am 1. September, dem Antikriegstag, gedenken vor allem die Gewerkschaften aller Kriegsopfer. Warum dieses Datum? Anfang September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.

In dem Aufruf des Gewerkschaftsbundes heißt es: „Viele Millionen Menschen sind heute weltweit Opfer von Kriegen und Bürgerkriegen, von politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung und suchen Schutz in anderen Regionen ihres Heimatlandes, in Nachbarländern oder auch in Industrieländern. Ihre Würde zu schützen ist uns Verpflichtung.“ Ihnen Schutz zu gewähren und Perspektiven zu eröffnen sei, so der DGB weiter, zugleich Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften wollen daher heute am Antikriegstag dazu aufrufen, „sich für die Achtung der Freiheit, für Demokratie und Gerechtigkeit einzusetzen.“ Eintreten will man für „ein Deutschland, das den europäischen Grundrechten verpflichtet und fest in der Europäischen Union verankert ist, ein Land, in dem alle ohne Angst verschieden sein und sicher leben können, eine Gesellschaft, in der Respekt und Würde sowie Gleichheit und Solidarität gelebt werden.“

Mit einer Kranzniederlegung um 16 Uhr will der DGB Stadtverband Ingolstadt heute aller gedenken, die in den zurückliegenden und heutigen Kriegen ihre Freiheit oder ihr Leben verloren haben. Der DGB Stadtverbandsvorsitzende, Bernhard Stiedl, wird zur Eröffnung sprechen. Die Gedenkrede hält danach der Vorsitzende der IG Metall Vertrauensleute bei Audi, Stadtrat Jörg Schlagbauer. Die Veranstaltung ist vor dem Gewerkschaftshaus an der Georg-Oberhäuser Gedenk-Stele.

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Auch die Deutsche Friedensgesellschaft begeht den Tag und lädt zu einem Vortrag im Neuburger Kasten (Ingolstadt, Fechtgasse 6). Das Thema: „Krieg und Flucht im Mittleren Osten – Worin liegt die westliche Verantwortung?“ Zum Thema spricht Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent beim internationalen Versöhnungsbund. In der Ankündigung heißt es: „Der mittlere Osten ist ein Synonym für Krisen und Konflikte. Es geht um Macht, um Öl und strategische Positionen mit Kriegen, Flüchtlingselend und Terror. Zerschlagene Staaten und zerstörte Hoffnungen. Die Europäische Union handelt paradox. Auf der einen Seite wird eine ,Willkommenskultur’ für Asyl und Flüchtlinge beschworen. Andererseits werden in Europa Grenzzäune errichtet und Registrierzentren geschaffen. (...)“ Ronnefeldt geht Fragen nach wie: Gibt es einen friedlichen Ausweg aus diesem Dilemma? Kann es einen diplomatischen Weg aus den Kriegen geben? Es moderiert Roland Keller. Beginn ist um 19 Uhr.

Der erste Antikriegstag wurde 1957 auf Initiative des DGB hin begangen. Damals schon hieß es: „Nie wieder Krieg!“ 1966 dann richtete die IG Metall mit Unterstützung der ÖTV (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport, Verkehr – heute ver.di) einen Antrag an den 7. Ordentlichen DGB-Bundeskongress: Der 1. September sollte fortan von DGB und Gewerkschaften als Tag des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg begangen werden.

Auch die Bundestagsabgeordnete Eva-Bulling-Schröter (Die Linke) rief gestern dazu auf, am Antikriegstag innezuhalten. Sie schreibt: „Friedenspolitik heißt für die Zukunft – weg von fossilen Rohstoffen, keine Waffenexporte mehr, faire Wirtschaftsbeziehungen und eine Wirtschaftshilfe, die wirklich den Menschen vor Ort dient“. (nr)

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch der Institute für Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik. Es erscheint seit 1987. Wissenschaftler untersuchen internationale Konflikte „aus friedensstrategischer Perspektive“. Im Netz unter www.friedensgutachten.de

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