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Gekränkte Eitelkeiten beim Neuburger Christkindlmarkt

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Kommentar Von Claudia Stegmann
06.12.2018

Die Zukunft des Christkindlmarkts in der Altstadt darf nicht davon abhängen, wer am Ende den größeren Dickschädel hat.

Sollte es so kommen, dass die Stadt Neuburg den Christkindlmarkt am Karlsplatz übernimmt und der Verkehrsverein dann in den Schlosshof abwandert, wäre das eine Posse, die ihresgleichen sucht. Denn sie würde beweisen, dass es nicht um überbordende Kosten oder Aufgaben geht, sondern um gekränkte Eitelkeiten – und zwar auf beiden Seiten. Davon hat aber keiner etwas, weder die Veranstalter noch die Besucher.

Dass der Verkehrsverein den Veranstaltungsvertrag für den Christkindlmarkt mit der Stadt so überraschend und ohne Ansage gekündigt hat, war sicher kein geschickter Schachzug. Denn zwischen den Zeilen hört man im Gespräch mit Friedhelm Lahn heraus, dass der Verein durchaus auch weiterhin den Markt betreiben wollen würde – wenngleich unter anderen Bedingungen. Die können sich allerdings nur in einem Gespräch ändern. Den Vertrag zu kündigen in der Hoffnung, die Stadt damit in die Enge zu treiben und die eigenen Vorstellungen leichter durchsetzen zu können, ist keine gute Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Außerdem müsste der Verein die Hosen runterlassen und unverblümt sagen, wie hoch der Verlust ist. Wer mehr Geld will, darf nicht mit Geheimniskrämerei daherkommen.

Die Reaktion von OB Bernhard Gmehling und des Marktausschusses, der am Dienstag über die Kündigung informiert worden war, ist allerdings auch nicht produktiv. Mit ihrer Meinung frei nach dem Motto „Dann machen wir’s halt selber, kann ja nicht so schwer sein!“ watschen die Stadtväter die Arbeit des Verkehrsvereins in den vergangenen drei Jahrzehnten ab. Kein Wunder, wenn sich Fredi Lahn und seine Aktiven nicht ernst genommen fühlen und zur Revolte übergehen, indem sie erwägen, den Schlosshof zum „neuen Christkindlmarkt“ in der Altstadt zu machen.

Lesen Sie dazu den Bericht „Verkehrsverein gibt Christkindlmarkt ab“ von Claudia Stegmann.

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