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Konzert

20.05.2015

Gelungene musikalische Reise „durch die Zeit“

Der Unterstaller Kichenchor mit seiner Leiterin Renate Hörmann bot jetzt beim Konzert in der Kirche einen Ohrenschmaus.
Bild: Stefanie Stork

Unterstaller Kirchenchor lässt mit strahlenden Stimmen die Sonne aufgehen

Schönes Wetter einerseits, eine Dorfkirche und ein Kirchenchorkonzert andererseits: Dass alle Plätze in St. Magnus besetzt waren, mehr noch, dass die Zuhörer eine Stunde Musik fürs Herz erlebten, lag an dem Geheimtipp Unterstaller Kirchenchor. Pfarrer Michael Sauer versprach bei seinen einführenden Worte nicht zu viel, denn die über 20-köpfige gemischte Gesangsgruppe unter der Leitung von Renate Hörmann wartete mit einem bunt gemischten Programm quer „durch die Zeiten“ auf, das sich wohltuend auf die Zuhörer auswirkte.

Wie Moderatorin Katharina Hörmann herausstellte, durften die ältesten Texte der Liturgie, die Psalmen, in einem Kirchenchorkonzert nicht fehlen. Die Kombination aus der liturgischen Form des Psalms 30, angeleitet durch Kantor Johannes Eder, und der modernen Fassung „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“ faszinierte nicht nur durch den ganz eigenen Charme der beiden Stücke, sondern zeigte die Wandelbarkeit des Chores, der den Charakter der Lieder schön herausarbeiten konnte.

Doch zurück in der Zeit: Die Renaissance vertrat unter anderem Hans Leo Hassler mit „Cantate Domino“ oder „Dixit mater“. Auch wenn deutlichere Akzente in Rhythmus oder Dynamik für mehr Leichtigkeit gesorgt hätten, punktete der Chor mit schönen Stimmen, die einen tollen Gesamtklang entfalteten, sowie mit guter Intonation. Aus dem Barock erklang Bachs „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ – mit durchwegs präzise artikuliertem Text – und das dynamisch ausgekostet vorgetragene „Haec dies“ von Caspar Ett.

Renate Hörmann dirigierte nicht nur den Chor und bei drei Stücken die zum Mitsingen eingeladene Gemeinde, sondern bot solistisch das „Ave Maria“ von Claudio Caccini dar. Kerstin Heseler tat es ihr gleich und trug „Tu virginum corona“ von Wolfgang Amadeus Mozart vor. Beide Solistinnen konnten mit schöner Stimme und engagierter Vortragsweise überzeugen. An der Orgel wie am Klavier sorgte Christoph Hartmann das ganze Konzert über für eine solide Begleitung. Glockenhell sang der Dreigesang, bestehend aus Sabine Ammler, Sabine Sedlmeier und Renate Hörmann – nicht nur – das „Ave Maria Glöcklein“ von Franz Xaver Engelhardt und kontrastierte so als ruhig vortragendes Terzett mit den schwungvolleren modernen Stücken des Chors. Ob „City of my heart“ mit Sabine Ammler als idealer Solobesetzung ob ihrer sanften Popstimme, das kraftvoll und begeistert gesungene Neue Geistliche Lied „Ich lobe meinen Gott“ oder das rhythmisch nicht immer exakte, dafür ausdrucksmäßig und durch Matthias Leipnitz mit klangvollem Tenorsolo mitreißende „Heaven of love“:

Der Chor musizierte mit viel Gefühl und so war es nur folgerichtig, mit „Willst du“ von Schandmaul den zu Tränen rührenden musikalischen Heiratsantrag mit Solo von Gerhard Hörmann an das Ende zu stellen. Eine gelungene Reise „durch die Zeiten“, die die Sonne in der Unterstaller Kirche aufgehen ließ und zurecht vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht wurde.

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