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Ingolstadt

03.10.2019

Gemeinsam für ein schnelles 5G-Internet

Sie drücken einen imaginären Startknopf (v. l.): Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl, Peter Steiner, Geschäftsführer von Audi Electronic Ventures, Martin Knauer, Leiter Mobilfunkvertrieb für Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland, und Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel.
Bild: Manfred Dittenhofer

Audi, die Telekom und die Stadt Ingolstadt kooperieren bei der 5G-Mobilfunktechnologie. Ingolstadt soll digitale Vorreiterstadt werden. Kritiker warnen.

Einen roten Knopf, mit dem das Projekt gestartet werden konnte, gab es zwar nicht. Aber die Vertreter der Akteure simulierten für das Foto schon mal das Drücken eines Startknopfes. Und gestartet werden sollte damit die Kooperation der Stadt Ingolstadt mit Audi und der Telekom beim Ausbau der neuen 5G-Technologie im Mobilfunksystem. Mit dieser Zusammenarbeit soll Ingolstadt eine Vorreiterrolle nicht nur bei der 5G-Technologie einnehmen. Sie will dieses schnelle Internet vor allem nutzen, um eine Vorreiterrolle als digitale Stadt in Deutschland einzunehmen. Zum Beispiel bei der Vernetzung der Verkehrsteilnehmer mit der Verkehrsinfrastruktur. Audi braucht das 5G-Netz, um die Fahrzeuge mit Ampeln und anderen Verkehrsteilnehmern zu vernetzen. Die am Mittwoch unterzeichnete Absichtserklärung ist die Grundlage für den Ausbau. Schnellere Übertragungen, eine breitere Datenverarbeitung und geringere Latenzzeiten führen dazu, dass sich Vernetzungen in Echtzeit realisieren lassen. Martin Knauer, Leiter Mobilfunkvertrieb für Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland, versprach, dass Ingolstadt 2020 zu den ersten 20 Städten gehört, in denen 5G ausgebaut wird. Bereits Ende dieses Jahres seien, so Knauer, 300 Antennenstandorte auf 5G umgerüstet und damit die Ballungszentren erschlossen. Ingolstadt folgt dann im kommenden Jahr. Schwerpunkt der Erschließung wird der Bereich um den IN-Campus und die östliche Ringstraße in Richtung Hauptbahnhof sein.

Mobilfunk: Warum 5G für Ingolstadt wichtig ist

Für Audi sei die 5G-Technologie sehr wichtig, wie Peter Steiner, Geschäftsführer der Audi Electronic Ventures GmbH, erklärte. Damit werde die Mobilität digitaler, sicherer und nachhaltiger. Mit 5G sei die Vernetzung von Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur, ja sogar bis hin zum Handy von Fußgängern und Radfahrern, möglich. Und all das will Audi auch an seinem Heimatstandort erproben. Die Grundlage hierfür sei das 5G-Netz.

Bei der Stadt Ingolstadt rannten Audi und die Telekom offene Türen ein. Oberbürgermeister Christian Lösel selbst hatte bei einem Treffen in Berlin eine solche Kooperation ins Gespräch gebracht, wie er bei der Unterzeichnung erzählte. „Als Technologiestandort fördert Ingolstadt Innovationen, nicht aus Technikverliebtheit, sondern weil ein technologischer Wandel stattfindet, der den Menschen dienen soll. Wir wollen, dass unsere Kinder und Enkel immer eine Nasenspitze vorne sind.“ Dieses Projekt sei nicht das einzige Vorzeigeprojekt in Richtung Zukunft. Es werde in Richtung Künstliche Intelligenz, Wasserstoff als Antriebsenergie und in vielen Bereichen mehr in Ingolstadt geforscht. Lösel will Ingolstadt in die digitale Bundesliga katapultieren. Und diesen Bundesligaplatz sicherte Telekom-Mann Knauer der Stadt zu. Dafür werde das Netz ausgebaut. An Knotenpunkten müssten dann auch mehr Antennen installiert werden. Derzeit seien, so Knauer 85 LTE-Senderstandorte in Ingolstadt über das Stadtgebiet verteilt.

Ingolstadt: Nicht alle sind mit dem 5G-Internet einverstanden

Alle sind allerdings mit dem Netzausbau nicht einverstanden, wie eine Stellungnahme von ÖDP-Stadträten Franz Hofmaier, Thomas Thöne und Raimund Köstler zeigt. Ingolstadt solle nicht das Versuchskaninchen spielen als Modellstadt für den künftigen Mobilfunkstandard 5G. Schließlich bestätige selbst das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), dass im Hinblick auf gesundheitliche Auswirkungen dieser künftigen Kommunikationstechnologie angesichts anderer Frequenzbereiche und viel dichterer Sendestationen noch Forschungsbedarf bestehe. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb sich bereits Städte wie Brüssel, Genf und Florenz entschlossen haben, nicht Vorreiter der 5G-Technologie sein zu wollen und weshalb auch die beiden ÖDP-Stadträte Raimund Köstler und Thomas Thöne sich im Stadtrat für Ingolstadt dagegen ausgesprochen haben. „Wir brauchen kein strahlendes Experiment in Ingolstadt“, meinte dazu ÖDP-Stadtrat Raimund Köstler, ihm mangele es ganz allgemein an einer ausreichenden Technologiefolgenabschätzung zu 5G.

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