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Gemeinderat

25.01.2017

Geplanter Funkmast schlägt hohe Wellen

Nur wenige Schritte neben der Kapelle „Unsere liebe Frau“  soll auf dieser landwirtschaftlich genutzten Bergehalle  ein Funkmast errichtet werden, der dann bis zu sieben Antennen aus rund 25 Metern Höhe den Handy-Empfang verbessern soll. Im Gemeinderat von Rammingen stößt dieser Plan auf wenig Gegenliebe.
Bild: Alf Geiger

Mitten im Ramminger Ortskern soll eine Antennenanlage entstehen, die genauso hoch werden soll wie der Turm der Kapelle. Warum die Räte wenig Hoffnung haben, das Projekt aus der Dorfmitte heraushalten zu können

Mitten im Ramminger Ortkern, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kapelle „Unsere liebe Frau“, soll auf einem landwirtschaftlich genutzten Gebäude ein Funkmast der Telekom gebaut werden. Die Antennenanlage werde laut Bürgermeister Anton Schwele (UWG/FWG) „bis 25 Meter“ und damit genauso hoch sein wie der Glockenturm der Kapelle. Zum Vergleich: Der Kirchturm der Pfarrkirche St. Magnus ist gut 38 Meter hoch.

Im Ramminger Gemeinderat machte sich Entrüstung und Ablehnung breit, nachdem Bürgermeister Schwele von dieser Bauvornfrage der Telekom berichtete. Vor allem der geplante Standort der Antennenanlage war den Räten ein Dorn im Auge: Auf das Dach einer bestehenden landwirtschaftlichen Bergehalle im Heselwangweg, wenige Schritte neben der 1766 erbauten Kapelle in Oberrammingen soll der Funkmast dann die Bergehalle noch einmal um gut acht Meter überragen und werde laut Schwele „sechs bis sieben Antennen“ tragen.

Was aus ihrer Sicht davon zu halten sei, machte FWG-Gemeinderätin Ulrike Degenhart deutlich: Gar nichts. „Diesen Plänen stehen gesundheitliche Bedenken entgegen“, meinte sie und erntete damit zustimmendes Kopfnicken. „Schlaflose Nächte, Gesundheitsrisiken, Hautausschläge, erhöhtes Krebsrisiko“, listete Thomas Scharpf von der Bürgerliste mögliche Folgen durch den Betrieb einer solchen Handy-Funkanlage auf, doch dies wollte Hans Schindele (FWG) so nicht unwidersprochen stehen lassen: „Wir sollten sachlich bleiben. Gesundheitliche Gefahren sind nicht wissenschaftlich nachgewiesen“, betonte Schindele und warnte daher vor einer solchen „Angstmache“. Ulrike Degenhart blieb aber hartnäckig: „Wir sollten jedenfalls alles versuchen, um diesen Funkmast mitten im Ort zu verhindern.“ Hans Schindele wollte von Bürgermeister Schwele wissen: „Was passiert, wenn der Gemeinderat das ablehnt?“ Viel Hoffnung konnte Schwele seinen Gemeinderatskollegen da aber nicht machen: „...dann machen die das trotzdem“, sagte er mit Blick auf die geltende Rechtslage, die den Gemeinden kaum Spielräume lasse, um den Betrieb zu verhindern.

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Jetzt will die Gemeinde versuchen, die Telekom von einem anderen Standort zu überzeugen, der aus Sicht der Gemeinderäte am besten weit außerhalb der bewohnten Gebiete liegen sollte. Bürgermeister Schwele hatte dazu schon in dieser Woche entsprechende Gespräche mit der Telekom aufgenommen, wie er der Mindelheimer Zeitung  auf Anfrage mitteilte.

Doch allzu ermutigend seien diese Verhandlungen zunächst nicht verlaufen, meinte er: „Laut deren Aussage müsste dann die Sendeleistung erhöht werden, was die Gesundheitsrisiken nicht verkleinern würde“.

Alfred Waltenberger von der Bürgerliste machte in der Sitzung deutlich, wo er – selbst kein Handy-Nuzer – den Kern des Problems sieht: „Heutzutage hat doch jeder so ein Ding in der Hosentasche, und irgendwoher müssen die Funksignale ja kommen...“

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