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Neuburg

30.01.2019

Gericht: Ist der Angeklagte nur der Sündenbock?

Am Amtsgericht Neuburg wurde ein Diebstahl verhandelt.
Bild: Maya Spitzer

Einem 25-Jährigen wird vorgeworfen, auf der SOBA Geräte gestohlen zu haben. Er sagt allerdings, sein Freund sei der Dieb.

„Nicht ganz koscher“ war für das Gericht die Geschichte eines 25-jährigen Wolnzachers. Der Mann soll auf der Gewerbe-, Dienstleistungs- und Verkaufsausstellung SOBA in Schrobenhausen Geräte, Gegenstände und Bargeld im Wert von 5500 Euro gestohlen haben. Doch der Angeklagte schiebt die Schuld auf einen anderen. Er selbst sei nur der Sündenbock. Wer nun der Dieb ist oder ob zwei Täter infrage kommen, konnte gestern am Amtsgericht Neuburg nicht abschließend geklärt werden.

Fakt ist, dass im April vergangenen Jahres aus einem Messezelt auf der Schrobenhausener Ausstellung ein Schweißgerät mit Helm, eine Magnetbohrmaschine sowie eine Sporttasche, eine Kasse mit Bargeld, Parfüm und Nahrungsergänzungsmittel im Gesamtwert von 5500 Euro gestohlen wurden. Die Bohrmaschine war wenige Wochen später auf dem Wohnanwesen des 25-Jährigen aufgefunden worden. Dort hatte sie der Bruder der Freundin des Angeklagten entdeckt und die Polizei verständigt. Dem jungen Mann kam die ganze Sache nämlich komisch vor, weil er bei einem Gespräch mit der ehemaligen Partnerin des damals besten Freundes des Angeklagten wenige Tage zuvor von den Diebstählen bei der SOBA erfahren hatte. Die Frau sagte bei der polizeilichen Vernehmung aus, dass laut Exfreund der 25-Jährige auch bei Einbrüchen dabei gewesen war. Konnte jedoch die Tatorte nicht benennen. Der 25-Jährige behauptet allerdings, er habe das Gerät für diesen Freund lediglich aus Platzmangel untergestellt. „Er sagte, es wäre seine. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass er schon wieder eingestiegen ist.“ Denn besagter Freund ist schon mehrfach vorbestraft und hatte die Anschuldigung, diese Gegenstände gestohlen zu haben, im Prozess vor wenigen Wochen vehement abgestritten. 13 weitere Anklagepunkte hatte der Mann aber eingeräumt. Diesen einen Einbruch habe allerdings nur der Angeklagte begangen, so seine Aussage.

Amtsgericht Neuburg: Richter Christian Veh machte die Aussage des Angeklagten stutzig

Das machte Amtsrichter Christian Veh stutzig. Doch der 25-Jährige hatte auch dafür eine Erklärung parat: Der Exfreund wolle ihn anschwärzen, weil der Angeklagte dessen Freundin von seiner Untreue erzählt und wegen der Einbrüche bei der Polizei ausgepackt habe. Laut Aussage von Bekannten, bei denen der 25-Jährige kurzzeitig gewohnt hat, habe er ihnen gegenüber im Suff und nach einem Streit mit dem bereits verurteilten Freund den gemeinsamen Einbruch gestanden. Beide Zeugen konnten aber nicht beurteilen, ob sich der Angeklagte „wieder einmal nur wichtig machen wollte“. Denn „in Lügengeschichten ist der ganz gut“, so einer der Zeugen. Des Weiteren ist der 25-Jährige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angeklagt. Er hatte sich selbst im Rausch ein Hakenkreuz auf das Handgelenk tätowiert. Zweimal wurde er von der Polizei damit auf öffentlichem Grund erwischt. Es ist zwar nicht verboten, sich das Zeichen einzustechen, jedoch darf es nicht für alle Welt sichtbar getragen werden, so die Gesetzeslage. „Ich dachte im Suff, ich komm cool rüber“, versuchte sich der junge Mann zu entschuldigen. Er hat das Hakenkreuz bereits wieder übermalt.

Der Prozess geht am 20. Februar weiter. Dann will das Gericht unter anderem auch den Mann hören, der die Bohrmaschine bei dem 25-Jährigen untergestellt hat.

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