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Schrobenhausen

11.04.2020

Geschäftsbericht: Ein Minus für die Bauer AG

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie durchlebt die Bauer Group momentan keine leichte Zeit.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Bilanz des Schrobenhausener Konzerns 2019 wird durch Richterspruch und Auftragsverzögerungen verhagelt. Was in diesem Jahr auf das Unternehmen zukommt.

Die Bauer AG, in Schrobenhausen daheim und in der Welt zu Hause, durchlebt momentan keine leichte Zeit. Nicht nur wegen Corona. Denn eine Baustellenabrechnung, die bereits vor acht Jahren beglichen werden sollte, verhagelt dem Unternehmen ganz gewaltig die Bilanz für 2019. Ein chinesisches Schiedsgericht hat einen Mehraufwand beim Tunnelbau in Hongkong nicht anerkannt und so bleibt das Unternehmen auf den Mehrkosten sitzen. Via Telefonkonferenz und einer Präsentation im Internet stellte Vorstandsvorsitzender Michael Stomberg den Geschäftsbericht vor und gab Auskunft über die Aktivitäten der AG in 70 Ländern rund um den Erdball.

Die Bauer AG kämpft mit politischen Spielen

Bedenkt man, dass der verlorene Prozess in China die Bauer AG um rund 40 Millionen Euro brachte und der Verlust für das vergangene Jahr nun bei etwas über 36 Millionen Euro liegt, erkennt man, wie sehr der verlorene Schiedsgerichtsprozess zu Buche schlägt. Aber nicht nur vor Gericht und auf hoher See ist man sprichwörtlich dem Schicksal ausgeliefert. Bei vollen Auftragsbüchern konnte vor allem die Sparte Spezialtiefbau nicht so arbeiten, wie man das gerne getan hätte. Am Beispiel Vietnam erklärte Stomberg, mit welchen politischen Spielen das Unternehmen oft zu kämpfen hat. Die Nachfrage nach Infrastruktur sei weltweit groß. So auch in Vietnam. Dort stehen die Bauer-Teams in den Startlöchern, können aber nicht anfangen, weil politische Streitereien die Baugenehmigungen verhindern. Oder Thailand. Dort stand der Verwaltungsapparat monatelang still, weil ein neuer König gekrönt wurde. „Die Fixkosten für unsere Mitarbeiter und Maschinen aber laufen in solchen Situationen weiter.“ Und durch die Corona-Krise sind laut Stomberg, die Unwägbarkeiten noch gewachsen. So sei in den USA ein Rekordergebnis eingefahren worden. Die Maschinenproduktion laufe dort. Noch. Denn die Entwicklung in den Vereinigten Staaten könne jeder in den Nachrichten mitverfolgen. Dasselbe gilt für die Bauaufträge. So saniert die Bauer AG gerade in Florida den Herbert-Hoover-Dike. Noch läuft die Baustelle an dem in die Jahre gekommenen Deich. Aber wer weiß, wie lange noch. Und jede Verzögerung kostet Geld. Denn Bauer hat an den vielen Standorten weltweit eigene Mitarbeiter, die die Bauer-Expertise verkörpern.

Mit dem Ergebnis im Maschinenbau zeigte sich Stomberg zufrieden. Vor allem der chinesische Markt sei nach dem Stillstand wegen der Corona-Krise jetzt wieder am Anziehen. Mit ihren Spezialbohr- und Fräsmaschinen sei Bauer dort unangefochtener Marktführer. Bei den einfacheren Bohrmaschinen allerdings sei die chinesische Konkurrenz inzwischen groß und billig. In den USA hat Bauer so viele Maschinen abgesetzt wie nie zuvor. Und ein Rekordjahr eingefahren. Auch in Deutschland wird wieder mehr gebaut. Für den in Hamburg geplanten Elbtower testet Bauer gerade die tiefsten je in Deutschland für ein Fundament gesetzten Bohrpfähle. Diese Bohrung ist 110 Meter tief. „Bei diesem Auftrag half uns unsere Expertise, die wir zum Beispiel in Manila mit 150 Meter tiefen Pfahlgründungen erlangt haben, sehr“, berichtete Michael Stomberg.

Geschäftsbericht: Ein Minus für die Bauer AG

Bauer AG glänzt mit der weltgrößten Schilfkläranlage

Im Segment Ressources glänzt Bauer etwa mit der weltgrößten Schilfkläranlage, die im Oman in Betrieb ist. Damit klärt eine Ölfördergesellschaft ihr Brauchwasser. Und auch andere Unternehmen sind an dieser natürlichen Art der Wasserklärung interessiert.

Für 2020 ist der Vorstandsvorsitzende verhalten optimistisch. Obwohl gerade in Schrobenhausen rund 2500 Mitarbeiter im Maschinenbau Überstunden abbauen und dann in eine 20-prozentige Kurzarbeit gehen werden und zudem viele Mitarbeiter statt in den Büros im Homeoffice sitzen, ist das Auftragsbuch voll. Und diese Aufträge müssen auch irgendwann abgearbeitet werden. Noch werde in vielen Ländern gebaut, so Stomberg, der hofft, dass die Ausgangsbeschränkungen diese Bautätigkeiten weiter zulassen. Trotz Corona glaubt Stomberg an eine deutsche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern in den positiven Bereich. Eine Dividende wird es heuer für die Aktionäre wohl nicht geben. Das gab es das letzte Mal 2013.

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