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Neuburg

23.03.2020

Gesperrtes Spielfeld im Ostend: Das sagen zwei junge Männer

Der Bauzaun um das Spielfeld im Ostend wurde wohl absichtlich zerstört. „Nicht von uns“, betonen zwei 23-Jährige.
Bild: Dominik Weiss (Archiv)

Plus Nachdem eine Gruppe junger Männer im Neuburger Ostend auf gesperrtem Rasen Fußball gespielt hat, wurden zwei 23-Jährige festgenommen. Jetzt äußern sich die Betroffenen zur Sache.

Der Fall um ein Kleinspielfeld im Neuburger Ostend, auf dem Mitte vergangener Woche mehrere junge Männer trotz offiziellen Verbots Fußball gespielt hatten, geht weiter. Denn jetzt melden sich zwei Betroffene zu Wort. Die Chronologie ihrer Schilderungen – das vorweg – weicht deutlich ab von der Mitteilung, die die Polizei dazu veröffentlicht hat.

Laut Neuburger Polizei befanden sich 25 Personen auf dem Feld

Darin berichten die Beamten, dass ein Anwohner die Situation beobachtet und sich dann bei der Inspektion gemeldet hat. Als die Streife dort ankam, traf sie auf etwa 25 Personen, die sich auf dem Freizeitgelände tummelten. Der Platz selbst war wegen der Corona-Pandemie von der Stadt Neuburg gesperrt worden, entsprechende Schilder der Mitteilung zufolge vorhanden. Wie die Neuburger Polizeibeamten weiter ausführen, kamen die Fußballspieler der Aufforderung allerdings nicht nach, den Platz zu verlassen. Wörtlich heißt es: „Die Personen verhielten sich unkooperativ und spielten weiter Fußball.“ Bis zwei 23-Jährige auf die Polizisten losgingen. Als die Beamten die Männer dann festnehmen wollten, hätten sich die jungen Männer gewehrt. Trotzdem konnten die Neuburger zur Dienststelle gebracht werden. Bei dem Einsatz soll ein Beamter beleidigt, einer leicht verletzt worden sein.

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Dem steht nun die Version der festgenommenen Männer, beide 23, gegenüber. Sie sagen: „Keiner von uns war wissentlich und willentlich auf einem abgesperrten Platz.“ Das Verbotsschild hätten sie nicht gesehen, erklären sie, obwohl sie das Coronavirus und die dadurch drohende Gefahr für Menschen sehr ernst nähmen. Aber: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das verstehen wir.“ Ihr Fehlverhalten wollen die Neuburger einräumen, den daraus resultierenden Platzverweis akzeptieren. Was sie dagegen nicht tolerieren wollen, ist die Art und Weise, wie sie von Polizeibeamten des Platzes verwiesen wurden – „mit Machtmissbrauch, Rassismus und Polizeigewalt“.

Die Neuburger distanzieren sich von den Vorwürfen

Wie einer der Männer erzählt, sei die Atmosphäre auf dem Spielfeld bereits vor dem Eintreffen der Streife intensiv gewesen. Plötzlich sei die Polizei aufgetaucht und habe wie aus dem Nichts geschrien: „Raus, raus, Corona-Pandemie, raus!“ Für die Heranwachsenden auf dem Spielfeld eine Überreaktion. So aber hätte der Zwischenfall begonnen, in dessen Verlauf sie geschubst, verunsichert, bedroht, in den Würgegriff genommen, verhaftet und mit fremdenfeindlichen Äußerungen konfrontiert worden seien.

Die Männer distanzieren sich außerdem von einem weiteren Vorwurf: Nach diesem Aufeinandertreffen von Polizei und Heranwachsenden nämlich hat die Stadt die betroffene Fläche im Ostend mit einem Bauzaun abgeriegelt. Der wurde kurz darauf zerstört – aus Rache, wie viele meinten. Die beiden Neuburger weisen den Vorwurf weit von sich: „Das waren wir nicht.“

Indes kursieren mehrere Videos von diesem Mittwoch im Netz. Einige davon liegen den Redakteuren der Neuburger Rundschau vor. Eine eindeutige Einordnung dieser Aufzeichnungen fällt dennoch schwer. Das liegt vor allem daran, dass die genannten Videoschnipsel nicht vollständig, dafür kurz, häufig nur Sekunden lang sind. Der tatsächliche Ablauf der Ereignisse an jenem Tag im Ostend bleibt intransparent.

Wie viele in der Neuburger Fußball-Szene so hat auch die Neuburger Polizei nach eigenen Angaben Kenntnis von diesen Kurzfilmen – genauso wie die Staatsanwaltschaft. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wollten sich die Beamten nicht zu dem Vorfall äußern. Hilfe haben sich unterdessen auch die beiden jungen Männer gesucht. Welche Version des verbotenen Fußballspiels sich am Ende bewahrheiten wird, zeigt sich also nur über den juristischen Weg.

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