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Jahresversammlung

17.04.2015

Gewonnene Minuten entscheiden über Leben

Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Bereich der Region Ingolstadt, Notarzt Dr. Alexander Hatz (rechts), ehrte Sandra Faul und Michael Biebel für ihren professionellen Einsatz beim AWO-Faschingsball im Januar. Links im Bild ist Fördervereinsvorsitzender Lutz Mayer. Es fehlen die ebenfalls an der Rettungsaktion beteiligten Markus Steib und Christian Zoller.
Bild: Michael Geyer

Notarzt Alexander Hatz stellt First Respondern in Rennertshofen ein sehr gutes Zeugnis aus. Urkunden für Lebensretter

„Die Rettungsdienste in unserem Landkreis gehören zu den am besten ausgebildeten in Bayern. Das was wir hier haben, sucht seinesgleichen.“ Notarzt Alexander Hatz, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in der Region Ingolstadt, stellte den Ersthelfern des Landkreises bei der Jahresversammlung des Rennertshofener Fördervereins First Responder in der Schlossgaststätte in Bertoldsheim ein sehr gutes Zeugnis aus.

Hatz hob besonders den Zeitvorteil heraus, der sich durch die Helfer vor Ort ergebe, denn beispielsweise benötige der Rettungsdienst von Neuburg nach Rennertshofen zwölf bis 15 Minuten – im Ernstfall eine lange Zeitspanne, die über das Schicksal des Menschen, der auf schnelle Hilfe angewiesen ist, entscheiden könne. Der Notarzt belegte seine Aussage an einem aktuellen Fall, der sich am 11. Januar beim Faschingsball der AWO Rennertshofen ereignet hatte. Dort erlitt eine Besucherin einen Kreislaufkollaps und konnte dank des schnellen und konsequenten Handelns der vier Ersthelfer Sandra Faul, Michael Biebel, Markus Steib und Christian Zoller gerettet werden, da dank ihres Eingreifens die Zeit minimiert wurde, in der das Gehirn auf Grund des Sauerstoffmangels Schaden nimmt. „Allein dem frühen professionellen Eingreifen der Rennertshofener First Responder-Gruppe ist es zu verdanken, dass die Frau überlebt hat“, zitierte Hatz aus dem Dankschreiben des damals diensthabenden Notarztes und ehrte die vier First Responder mit einer Urkunde als Dank für besondere Leistungen.

Die Gerettete wäre gerne bei der Ehrung dabei gewesen, war jedoch an dem Termin verhindert. Für den Notarzt war die Ehrung offensichtlich eine Herzensangelegenheit, denn das gute Verhältnis zu den Rennertshofener First Respondern äußert sich auch darin, dass er sich als Mitglied dem Verein angeschlossen hat. „Gute Sachen unterstütze ich gerne. Außerdem profitiere ich davon, denn wenn ich bei einem Einsatz weiß, die First Responder sind schon vor Ort, bin ich gleich entspannter“, erklärte Hatz.

„Sie sind der Stolz unserer Gemeinde!“, kamen auch Lobesworte und Dank für die Aktiven und den Verein von Bürgermeister Georg Hirschbeck angesichts des beeindruckenden Zahlenmaterials, das Vorsitzender Lutz Mayer und Aktivensprecher Christian Ehrnstraßer in ihren Berichten vorlegten. Der Förderverein stelle nicht die aktive Mannschaft dar, seine Aufgabe sei es, das nötige Geld für das segensreiche Tun der First Responder zu beschaffen, erklärte Lutz Mayer und brachte viele Beispiele, wie man diesem Anspruch auch im vergangenen Jahr mit großem Erfolg gerecht werden konnte.

Dass die Anschaffung von neuen Einsatzjacken, Handschuhen, Helmen und speziellen Taschenlampen, neuen Winterreifen für das Einsatzfahrzeug, einem neuen Rettungsrucksack, Schutzimpfungen der Aktiven und vieles mehr nur dank der großherzigen Spenden gestemmt werden konnte, belegte Schatzmeisterin Kerstin Schwarz, der Kassenprüfer Matthias Maillinger eine „ausgezeichnete Arbeit“ bescheinigte.

Damit war die Entlastung der Vorstandschaft nur noch Formsache. 17230 Euro an Spenden kamen dem Verein zugute, darunter 10000 Euro einer anonymen Person. Somit blieb unter dem Strich ein schöner Betrag übrig – Geld, das der Verein für künftige Aufgaben ansparen will. Zahlreiche Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen sowie 164 Einsätze der 23 Aktiven listete Christian Ehrnstraßer auf. Als einen großen Erfolg bezeichnete er die Schauübung beim Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbandes im Haus im Moos in Kleinhohhenried. Sehr gut kam das Fahrsicherheitstraining mit dem neuen Einsatzfahrzeug bei der Mannschaft an. Insgesamt wurden seit der Gründung des Ersthelfervereins im Jahre 2004 exakt 1464 Einsätze geleistet, heuer waren es bis dato 46.

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