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Konzert

14.05.2018

Gitarrenspiel zum Schwelgen

Der Kanadier Steve Cowan war zu Gast in Neuburg
Bild: Böcker

Der Solist Steve Cowan begeistert beim Ensemble des Arte

Antonio Vivaldi und Luigi Boccherini sind Herz und Seele des italienischen Barock. Dazu als ergänzender Kontrast Benjamin Britten, einer der wichtigsten Komponisten der europäischen Musik des 20. Jahrhunderts, seinerseits mit engem Bezug zum Barock. Das Ensemble del Arte öffnete in einem bemerkenswerten Konzert mit optimistischem, zugleich behutsamem Gestus die Fenster zum Frühjahr.

Wieder einmal hatte man einen ausgezeichneten Solisten verpflichtet. Der Kanadier Steve Cowan ließ an der Gitarre je zwei Sätze aus Vivaldis Lautenkonzert C-Dur und Boccherinis spanisch inspiriertem Gitarrenquintett D-Dur „Fandango“ förmlich springen. Mit feinem, sorgsamem Anschlag ließ er die Noten in den Raum wirbeln, ließ auch bei hohem Tempo keinerlei Sorgfalt der Tongebung missen und erfreute dazu mit einfühlsamer Nachdenklichkeit in den langsamen Sätzen. Feinste klangliche Nuancierungen standen der Virtuosität zu Diensten, die Palette der Farben war wohl bestückt. Mannigfaltige Schattierungen und souverän ausgespielte technische Finessen rundeten das Klangbild ab. Das erschloss sich in seiner ganzen Klasse erst recht in den beiden Zugaben, die Cowan solo darbot. Da ließ sich förmlich schwelgen in feinsinnig sublimem Gitarrenspiel.

Das Orchester war in ausdifferenzierter Balance mit Musik von Bejamin Britten zu hören. Die Uraufführung des 1937 entstandenen, Brittens Lehrer und väterlichem Freund Frank Bridge gewidmeten, anspruchsvollen Werk bei den Salzburger Festspielen, bedeutete für den Komponisten den internationalen Durchbruch. Das motivierende Dirigat Ariel Zuckermanns führte das Streichorchester des Ensemble del Arte im Neuburger Kongregtionssaal zu einer ausgezeichneten Darbietung. Punktgenau, in wirkungsvoller Dynamik und exakter Artikulation, wurde das markante Thema angegangen; der Dialog der Stimmen entwickelte sich in stimmiger Dichte. Der ernste Grundton des Werks und eine klare interpretatorische Haltung trugen vom einleitenden Adagio bis zum beeindruckenden Finale im Wechsel von empfindsamer Noblesse und engagierter Leidenschaft zu einem wohl austarierten, detailgenauen und lebendigen Gesamteindruck bei.

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