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Goldene Hochzeit

21.02.2015

Gleich bei der ersten Begegnung hat’s gefunkt

Bild: Geyer

Notburga und Karl Ries aus Trugenhofen sind seit 50 Jahren verheiratet

Mit einem Strauß von 50 rot und golden changierenden Rosen überraschte Karl Ries seine Ehefrau Notburga am Morgen ihrer Goldenen Hochzeit. Aber auch Enkelin Julia und Urenkelin Jasmina hatten eine Überraschung parat: Das ganze schmucke Anwesen am Gensberg in Trugenhofen war mit bunten Luftballons geschmückt und an der Garage eine große Tafel mit einem Gedicht angebracht.

„Ihr wisst, dass man mit Liebe, Treue, Schutz und Kraft diese lange Zeit auch schafft“, heißt es darin und das Paar bestätigt das auch gerne. „Zusammenhalt in allen Lebenslagen“ geben sie gerne als Rezept für eine Ehe an, die ein halbes Jahrhundert hält. Fünf Generationen können dieses schöne Ereignis feiern: Dem Jubelpaar gratulieren Walburga Wettmann, die 93-jährige Mutter von Notburga, die Kinder Petra und Roland, die Enkelkinder Julia, Bettina, Daniel und Michael sowie die Urenkelin Jasmina. Auch vom Markt Rennertshofen kamen Glückwünsche und Geschenke, die der 2. Bürgermeister Alfred Ehrnstraßer überbrachte.

Dass Karl Ries kein geborener Trugenhofener ist, hört man spätestens beim zweiten Wort. Seinen schwäbischen Dialekt hat er nie ganz abgelegt, auch wenn er sich im Usseltal schon lange zu Hause fühlt. Doch als er zum ersten Mal den kleinen idyllischen Ort sah, konnte er nicht ahnen, dass dies einmal seine Heimat werden würde. Er stammt aus Schelklingen auf der Schwäbischen Alb, wo er zusammen mit sechs Geschwistern aufwuchs. Er wurde zum Wehrdienst zu den „Stoppelhopsern“, den Panzergrenadieren, nach Neuburg einberufen. Mit seiner Einheit war der gerade mal 19 Jahre alte Panzergrenadier Karl Ries im Sommer 1963 von Neuburg aus zu einer Übung bis nach Trugenhofen marschiert und lernte so das Dörfchen kennen, jedoch noch nicht seine künftige Braut. Der begegnete er ein Vierteljahr später vor dem Neuburger Kino. „Da hat’s geblitzt“, schmunzelt er heute und seine Frau gibt ihm eifrig nickend recht: „Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Notburga war in Neuburg bei der Bäckerei Heckl im Haushalt und Laden angestellt. Das große Geld verdienten die beiden damals nicht: Notburga erhielt gerade mal 80 Mark im Monat, Karl 58 Mark Wehrsold. „Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass eine Halbe Bier schon 60 Pfennig und eine Wurstsemmel 50 Pfennig gekostet haben“, meint Karl Ries. „Doch es hat gepasst“, meint er heute über ihre damals schon harmonische Beziehung und so läuteten am 19. Februar 1965 in Trugenhofen die Hochzeitsglocken. „Saukalt war es damals, die Donau zugefroren und am Tag nach der Hochzeitsfeier gefror dem „Brui“, bei dem wir unsere Hochzeit feierten, das übrige Bier, das von der Feier im unbeheizten Schankraum geblieben war“, erinnert sich der Jubilar.

Er war nach dem Wehrdienst bei den Lechwerken als Netzmonteur untergekommen, 1965 wurde Tochter Petra geboren, zwei Jahre später Sohn Roland. Im selben Jahr packten die beiden auch den Hausbau an, auch wenn nur 480 Mark auf ihrem Baukonto waren. Doch mit viel Eigenleistung und der Mithilfe des Schwiegervaters wurde das Bauwerk bald fertig und es war Zeit für Hobbies. Notburga sang im Kirchenchor, Karl engagierte sich im örtlichen Schützenverein und war 30 Jahre lang Schützenmeister der „Usseltaler Schützen“. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenschützenmeister ernannt. Doch wer geglaubt hat, dass er sich deswegen aufs Altenteil zurückzieht, der kennt den Karl nicht. Unermüdlich machte er beim Neubau des Schützenheims mit, hatte am Ende 2000 Stunden auf seinem Arbeitskonto, spendierte die Brotzeiten und schlachtete extra ein Schwein. Notburga half bei der Bewirtung mit und machte sich, wo es Arbeit gab, nützlich. Jetzt, da alles gut im Schützenheim läuft, wollen die zwei es ein bisschen ruhiger angehen lassen und sich mal wieder eine Reise gönnen. Halb Europa haben sie schon per Bus bereist, aber es gibt noch ein paar schöne Ziele. Die große Feier zur Goldenen Hochzeit findet am Samstag nach dem Dankgottesdienst statt. Wo, das braucht man Karl Ries gar nicht zu fragen: Natürlich in seiner zweiten Heimat, im Schützenheim.

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