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Goldene Hochzeit
09.08.2019

Liebe kennt keine Grenzen

Für Milena Votek ist ihr „Bruder“ Vladimir auch nach 50 Jahren immer noch der Mittelpunkt ihres Lebens.
Foto: Johannes Bahr

Milena und Vladimir Votek feiern heute in Neuburg ihre 50. Hochzeitstag. Wie sich das Paar in Deutschland kennengelernt hat

Milena und Vladimir Votek feiern heute ihren 50. Hochzeitstag. Das Ehepaar zeigt, dass Liebe keine Grenzen kennt. Beide stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, allerdings aus unterschiedlichen Ecken: Während Vladimir in Murska Sobota, einer Partnerstadt von Ingolstadt, geboren wurde, stammt seine Ehefrau aus dem Verwaltungsgebiet Okrug Zlatibor im heutigen Serbien. Die beide lernten sich 1969 in Ingolstadt kennen, im gleichen Jahr heirateten sie.

Beide waren Gastarbeiter, Vladimir Votek kam 1968 als erster nach Deutschland und begann, für Audi zu arbeiten. Ein Jahr später ist auch Milena nach Deutschland gekommen, zunächst war sie bei Telefunken tätig, bevor sie über ihren zukünftigen Mann auch eine Stelle bei Audi annahm. Ihre erste Zeit in Deutschland beschreiben sie als schwierig: „Durch die anfangs noch begrenzten Arbeitsverträge wussten wir nie, wie es in Zukunft aussieht. Es war immer ein Gefühl der Ungewissheit da“, erinnert sich Milena Votek zurück. Es gab aber auch schöne Zeiten, besondern seitens des ehemaligen Arbeitgebers gab es viel Unterstützung: „Als ich nach dem ersten Arbeitstag nur meine schmutzige Kleidung hatte, bin ich so auch am nächsten Tag wieder in die Arbeit gegangen. Ein Meister hat das bemerkt; am nächsten Morgen kommt er mit einer großen Tüte voller sauberer Kleidung zu mir. Weil wir in unserer ersten Wohnung kein Bett haben, schenkt er uns eines.“

Auch blicken beide gerne auf den Moment zurück, in dem sie sich kennengelernt haben. Der damalige Audi-Mitarbeiter hörte, dass einige Frauen aus Jugoslawien in der Nähe zu arbeiten angefangen hatten und wurde neugierig. Mit seinem ersten Auto, einem gebrauchten Opel Kadett, fuhr er am Arbeitsplatz seiner Zukünftigen vorbei. Er sah sie hinter dem Fabrikzaun, hielt an und schenkte ihr eine Blume, die er zuvor noch auf einer Wiese gepflückt hatte. „Eine Wegwarte, wie ich später nachgesehen habe“, sagt Vladimir und fügt hinzu: Ich war damals ja relativ arm und hatte kein Geld für eine klassische Rose“. Seiner Frau war das nicht wichtig: Über die Blume hat sie sich zwar gefreut, Eindruck machte aber das Auto des jungen Mannes. Über den Zaun kamen sie ins Gespräch. „Du kommst aus Jugoslawien, du hast ein Auto? Du musst ja mein Bruder sein“, scherzte sie damals. Sie verabredeten sich für das nächste Wochenende, ein paar Monate später wurde geheiratet. Lachend erinnern sie sich an das damalige Gespräch zurück, immer noch nennen sie sich im Scherz Bruder und Schwester. Nach 30 Jahren bei der Audi ging Vladimir Votek in Rente. In Neuburg bauten sie vor zehn Jahren ihr eigenes Haus, in dem sie jetzt noch leben.

Die beiden haben eine Tochter und zwei Enkelkinder, generell steht die Familie im Mittelpunkt: „Bei uns wird alles geteilt, Zusammenhalt ist das wichtigste“, sind sich beide einig. Daneben gibt es für Vladimir nur eine andere Leidenschaft: Sein Herz schlägt für das Motorradfahren, seit über zehn Jahren fährt er regelmäßig. Natürlich legt der ehemalige Mechaniker auch selbst gerne Hand an die Maschine an. Mit seiner Begeisterung hat er auch seine Enkeltochter Marina angesteckt, die auch schon fährt. Gefeiert wird der Hochzeitstag heute, natürlich im Beisammensein der Familie, zuhause.

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