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Neuburg-Ried

22.04.2015

Gottes Zelt auf Rieder Erden

Stadtpfarrer Herbert Kohler segnete in einem beeindruckenden Sonntagsgottesdienst das Rieder Kirchenzelt und erklärte in seiner Predigt sehr anschaulich, dass Gott überall und immer mitten unter uns ist.
Bild: Klaus Benz

Die Kirche St. Georg in Ried wird renoviert. Als Ersatz dient ein Zelt. Dies wurde nun im Rahmen des ersten Gottesdienstes gesegnet. Warum ein Zelt gar nicht so abwegig ist.

Weil die Kirche St. Georg in Neuburg-Ried in den vergangenen Tagen für die Renovierung vorbereitet wurde, kann dort kein Gottesdienst mehr stattfinden. Deshalb haben die ehrenamtlichen Verantwortlichen im Pfarrgarten ein Kirchenzelt errichtet. Am Sonntag fand darin der erste Gottesdienst statt.

Stadtpfarrer Herbert Kohler sprach zu Beginn der Messfeier seinen Dank an alle Helferinnen und Helfer aus, die das Projekt in kürzester Zeit und in vorbildlicher Weise in die Tat umgesetzt haben. Der Altar wurde mit einem kleinen Pavillon extra abgesetzt und alle Gläubigen fühlten sich auf Anhieb wohl in ihrem neuen Zuhause. Pfarrer Kohler segnete das farbenfroh ausgestaltete Kirchenzelt am Anfang des Sonntagsgottesdienstes und zitierte zu Beginn die Botschaft Jesu: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen!“ Danach stimmten die Gottesdienstbesucher zusammen mit Organistin Lidwina Meier „Ein Haus voll Glorie schauet“ an und das Lied klang feierlich in den Garten und in die Ortschaft hinaus.

In der Predigt zählte der volksnahe Priester die einzelnen Stationen des Zeltaufbaus und des Umzugs auf und dankte ganz besonders der Nachbarsfamilie Mayer für die außergewöhnliche Unterstützung. Der Seelsorger berichtete von den ersten Angeboten, die zur Renovierung der Dorfkirche eingegangen sind und die sehr erfreulich in die Zukunft blicken lassen. „Bis Oktober feiern wir nun in diesem Kirchenzelt unsere Messen und Andachten und wenn’s kälter wird, gehen wir ins Hesseloher Schlösschen“, sagte Pfarrer Kohler (wie schon einmal 1875). Er wies darauf hin, dass es zu früheren Zeiten keine Gotteshäuser gegeben habe und es ja in einem Psalm heißen würde: „Seht Gottes Zelt auf Erden“. Damals fragten sich die Christen, so Kohler: „Darf man für Gott ein Haus bauen? Darf sich der Mensch das überhaupt anmaßen? Schon die Bundeslade wurde in jener Zeit von den Israeliten in einem Zelt mitgeführt, da sie ja als Nomaden unterwegs waren. Ein Gotteshaus wäre dann ja fest gebaut und Gott wäre immer ganz woanders gewesen. Gott mag aber nicht nur in einem schönen Haus wohnen und oft ganz alleine sein. Er will an unserer Seite leben, bei uns, mitten unter uns! Er mag an unseren Tischen sitzen. Darum ist es wichtig, vor dem Essen zu beten, Gott an den Tisch zu bitten. Das Tischgebet ist eine Einladung, dass er bei uns sein soll. Deshalb mag Gott auch bei uns in diesem Kirchenzelt sein. In jeder Messe, bei jeder Feier, bei jeder Gelegenheit möchte er bei uns sein. Er nimmt Wohnung in unserer Mitte. Gott gehört nicht nur in ein schönes, prächtiges Gotteshaus. Gott gehört zu uns, in unsere Mitte. Laden wir Gott ein im Glaubensbekenntnis!“

Dann feierten die Gläubigen gemeinsam die Sonntagsmesse und Stadtpfarrer Kohler merkte zum Schluss noch an, dass in diesem Zelt kein Tabernakel vorhanden ist. „Braucht´s auch gar nicht, denn Tabernakel bedeutet ja „Zelt“. Er freute sich außerdem, dass trotz der nicht vorhandenen Empore deren Stammbesucher „unter uns sind“ und er dankte allen Gläubigen fürs Kommen. Vor dem Segen übergab der Frauenbund noch eine 500- Euro-Spende aus dem Osterkerzenverkauf an den Rieder Kirchenpfleger und trug mit diesem Betrag erneut zur Kirchenrenovierung bei.

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