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Volkstanz

21.04.2015

Grasheimer Trachtler pflegen seit 90 Jahren Brauchtum

Die „Mattes-Blosn“ spielte zu den Tänzen der Plattlergruppen auf und sorgte unter der Leitung von Christian Mattes (zweiter von links) für zünftige Musik beim Birkastoaner-Jubiläum.
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Die „Mattes-Blosn“ spielte zu den Tänzen der Plattlergruppen auf und sorgte unter der Leitung von Christian Mattes (zweiter von links) für zünftige Musik beim Birkastoaner-Jubiläum.

Dö Birkastoaner feierten ihr Jubiläum mit Musik, Tanz und guter Unterhaltung – ganz so, wie’s früher war

„Um auch in unserer Gemeinde Grasheim Volks-, Tracht-, Sitte-, Brauch- und bayerischen Volkstum zu haben und zu fördern und das bereits Eingeführte zu erhalten, haben sich die unterzeichneten Burschen entschlossen, einen Gebirgs-Trachtenerhaltungs-Verein zu gründen. Laut Unterschriften gilt ab heute den 8. April 25 der Verein dessen Name wie folgt als gegründet: Geb.Tr.Erh.Verein „Dö Birkastoaner!“ Grasheim.“

So steht es in der Gründungurkunde des von zwölf g’standnen Mannsbildern beim Grasheimer „Müllerwirt“ aus der Taufe gehoben Vereins, der heute als „Heimat- und Volkstrachtenverein „Dö Birkastoaner“ Grasheim“ bekannt ist. Grund genug, das 90. Jubiläum unweit des ehemaligen „Müllerwirts“ im Schützenheim der „Schützenkameradschaft Immergrün“ Grasheim mit einem kleinen, aber feinen familiären Fest mit Musik, Tanz, Sketch und guter Unterhaltung zu feiern – ganz nach dem Motto „so wias fria wor“. Mit dabei waren auch die Patenvereine aus Pöttmes und Reichertshofen sowie die Karlshulder Gartenfreunde mit Rosenkönigin Veronika.

Auf das nachmittägliche Programm stimmte die „Grasheimer Saitenmusi“ unter der Leitung von Hannelore Heilgemeir ein. Das Kontrastprogramm zu den feinen und zarten Saitenklängen gab direkt gegenüber die „Mattes-Blosn“ unter der Leitung von Christian Mattes mit kräftigen Tönen aus Tuba, Klarinette und Akkordeons, die flott zur Unterhaltung im Wechsel mit der Saitenmusi aufspielte. Die „Blosn“ begleitete die Plattlergruppe mit zünftiger Musik, bei denen die „Buam“ plattelten, was das Zeug hielt, die „Dirndl“ sich um die Wette drehten und die Volkstänzer mit Boarischem, Landler oder Kreuzpolka zu begeistern wussten. Der Kracher war aber der Auftritt des Gesangstrios Vater (Adolf Mattes), Tochter (Birte Gruber) und Sohn (Roland Seeger), die nach einigen Gstanzln mit ihren komödiantischen Liedvorträgen über „Almenrausch“ und „’s Edelweiß“ eine Kakophonie machten, die das Zwerchfell erschütterte und den musikalischen Begleiter Robert Mattes das Handtuch werfen ließ.

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Einen Fakten-Rückblick über die Geschichte des Vereins gab Christian Mattes: 1925 gegründet, 1927 erste Fahne, 1936 Gleichschaltung, 1946 Wiederbelebung, 1955 Gründung Vereinsjugend, 1975 zweite Fahne, 1977 Vorstellung Volkstracht, 1978 Beginn Volkstanzabende, 1991 Vorstellung Jugendvolkstracht. Eine tragende Säule des Vereins ist die Theatergruppe, die unter der Leitung von Werner Seitle alle zwei Jahre lustige Volksstücke auf die Bühne zaubert. Seit seiner Gründung ist es so geblieben: Man spricht „boarisch“, trägt Tracht, spielt Musik, plattelt und tanzt Volkstänze.

Damit das alles funktioniert, helfen und halten alle zusammen und bleiben dem Verein treu. Dafür zeichnete Werner Seitle für 50 Jahre Mitgliedschaft Hannelore Heilgemeir, für 40 Jahre Renate Dittenhauser, Peter Märtl, Werner Seitle und für 20 Jahre David Heilgemeir, Uwe Kühne und Ursula Seitle aus. „Ohne dem Werner, der selbst 40 Jahre dabei ist, geht nichts“, schloss sich Christian Mattes den Ehrungen an und überreichte ihm ein kleines Geschenk und seiner Frau Andrea einen Blumenstrauß.

Dank und Anerkennung sprach Ehrenmitglied Bürgermeister Karl Seitle dem Verein aus. „Der Trachtenverein ist ein Kulturträger weit über die Gemeinde hinaus und bewahrt seit 90 Jahren altes Kulturgut, pflegt das Brauchtum und seine Mitglieder sind mit Freude und Idealismus dabei.“ Mit dem Theresienbau hat der Verein nach mehreren Stationen mit Unterstützung der Gemeinde ein neues Heim gefunden, in dem er für immer bleiben kann, so Seitle, der zum Jubiläum einen seiner inhaltsschweren Umschläge überreichte.

Für den Donautrachtengau gratulierte dessen stellvertretender Vorsitzender Berthold Krumpholz, der meinte, dass die „Birkastoaner“ mit ihrer Kurpfälzer Tracht den Gau etwas bunter gemacht haben.

Eingeleitet wurde das Jubiläum mit einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Ludwig, der von Wallfahrtspfarrer Domkapitular Franz Mattes zelebriert und musikalisch von der „Grasheimer Saitenmusi“ und dem Männergesangverein „Harmonie“ mitgestaltet wurde.

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Mehr Bilder vom Jubiläum unter

neuburger-rundschau.de/bilder

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