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Neuburg an der Donau

14.11.2017

Großer Wurf für den Neuburger Schießhausplatz?

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Ein Platz mit Brunnen, Bäumen und Bänken, der zum Verweilen einlädt. So sieht es der Entwurf des Büros Pesch Partner für den geplanten Schießhausplatz vor. Anstelle von spielenden Kindern und einladender Außengastronomie beklagen einige Anwohner den Wegfall von Parkplätzen und fürchten Vandalismus.
Bild: Grafik: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH

Bei einer Infoveranstaltung zur Sanierung fordern Bürger eine Einbahnstraßenregelung in der Neuhofstraße und mehr Parkplätze. Ist eine Tiefgarage die Lösung?

Die Infoveranstaltung zum Realisierungswettbewerb „Untere Altstadt“ im Bereich der Schießhaus-, Schützen-, Neuhof- und Hirschenstraße sollte der nächste Schritt auf dem Weg zur Sanierung der Unteren Altstadt werden. Nachdem der aktuelle Planungsstand vorgestellt und die Fragen der Bürger gehört waren, musste Oberbürgermeister Bernhard Gmehling jedoch feststellen: „Ehrlich gesagt sehe ich jetzt nicht viel heller.“ Zu unterschiedlich waren die Forderungen, die von Seiten des Publikums an die Stadt gerichtet wurden.

Zwei Forderungen tauchten dabei immer wieder auf: Die nach mehr Parkplätzen und die nach einer Einbahnstraßenregelung für die Neuhofstraße. Eine Anwohnerin beschrieb die Zustände als „chaotisch“. Solange die Neuhofstraße in beide Richtungen befahrbar bliebe – wie es die derzeitigen Planungen vorsehen – würde sich daran auch nichts ändern, so ihre Überzeugung. Einige pflichteten ihr bei. Eine Lösung könne darin bestehen, die Neuhofstraße von Richtung Münchener Straße aus zur Einbahnstraße zu erklären, hieß es.

Fast noch dringlicher jedoch pochten Ärzte, Anwohner und Geschäftsinhaber darauf, für mehr Stellplätze zu sorgen. Nach aktuellem Planungsstand gäbe es in dem betreffenden Gebiet nach der Sanierung fünf Parkplätze weniger als zuvor: 82 anstelle von 87. Ein Zustand, der vielen untragbar erscheint. Ein Anwohner der Schießhausstraße etwa bemängelte, dass direkt vor seinem Haus durch einen geplanten Baum ein Parkplatz wegfalle. Er und seine schwerbehinderte Frau seien jedoch darauf angewiesen. Volker Scholz vom Büro Pesch Partner, das die Pläne angefertigt hat, signalisierte Gesprächsbereitschaft. Man befände sich noch in einer ganz frühen Planungsphase, das bedeute: „Wo jetzt in den Grafiken Bäume stehen, können später Stellplätze sein und umgekehrt.“ Generell aber zielten die Planungen schon darauf ab, den Verkehr tendenziell eher aus dem Quartier zu ziehen.

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Die Planungen sehen vor, das von einer Teilnehmerin als „Glasscherbenviertel“ bezeichnete Quartier städtebaulich aufzuwerten. Der neu gestaltete Schießhausplatz soll zur zentralen Anlaufstelle mit hoher Aufenthaltsqualität für Anwohner und Einzelhändler werden, identitätsstiftend wirken und den öffentlichen Raum beleben. Die Pavillons der ehemaligen Videothek sollen abgerissen werden und ein Neubau entstehen. Hier hakt es allerdings noch bei der Grundstücksfrage. Einige Anwohner befürchten zudem, der Platz könne zwielichtiges Publikum anlocken. Von Angst vor Müll, zerbrochenen Flaschen und Vandalismus war die Rede. „Ich will abends keine Angst haben müssen, wenn ich nach Hause gehe“, sagte eine Anwohnerin.

Demgegenüber gab es Stimmen, die sich vorbehaltlos hinter die Pläne stellten. „Ich finde es gut, dass endlich etwas getan wird, das ist dringend nötig“, sagte ein Anwohner der Hadergasse mit Blick auf die derzeitigen Zustände in der Unteren Altstadt. Auch ein Arzt aus der Neuhofstraße forderte die Stadt zum Handeln auf – die mutmaßlichen Kosten von zwei bis drei Millionen Euro sollten kein Hinderungsgrund sein: „Wagen Sie den großen Wurf, machen Sie alles, was Sie können, am Ende profitiert die Stadt.“ Allerdings: Es müssten Parkplätze her – zur Not in Form einer Tiefgarage unter dem Viertel, etwa im Bereich der Neuhofstraße.

„Technisch ist das möglich, aber wer soll das bezahlen?“, fragte Gmehling. Dass dringender Handlungsbedarf bestünde, sei unstrittig. Jedoch plädiere er dafür, das Quartier noch einmal zu überplanen und eine „kleine“, kostengünstigere Lösung zu finden, die sich im Wesentlichen auf einen neuen Straßenbelag und mehr Stellplätze konzentriere. Welches Gesicht die Untere Altstadt am Ende bekommt, muss der Stadtrat entscheiden.

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