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Kontraste

08.11.2017

Großes Wissen braucht einen großen Körper

Das Kontraste-Team 2017: (von links sitzend) die Texter Jürgen Zapf, Waltraud Götz, Sissy Schafferhans, (stehend) die Musiker von „Saxtett“ mit Raphaela Stark, Julia Kößler, Anna-Maria Schoderer, Lena Kopold und Fabian Mnich. „Lieber einen Vogel im Hirn und einen Kakao im Rum.
Bild: A. Meilinger

Über welche Themen beim Kabarett-Musik-Abend im Jazzclub gespöttelt wurde

Eigentlich ist Waltraud Götz 70 Jahre. Das ist aber nicht alle Tage so. „Je nach Tagesform bin ich zwischen 35 und 200.“ Und wenn es nach der Werbebranche geht, sei sie eine „Best Agerin“ mit dickem Geldbeutel, die wahlweise einen Treppenlift, ein Hörgerät oder eine Schmerzcreme benötige. Wenn man aber die lebensverlängernde Wirkung von Sport, Rotwein und Entspannungstechniken zusammenaddiere, gewinne man so viel Zeit, dass man doppelt so alt werden könne.

In der Veranstaltung „Kontraste“ machte sich Waltraud Götz Gedanken über Bescheidenheit, Spendenlust und Ausreden – und über den Wechsel der Jahreszeiten. Zum 23. Mal fand der Kabarett-Musik-Abend im Jazzclub statt, den sie seit vielen Jahren nicht nur organisiert, sondern auch selbst Teil des Programms ist.

Mit dabei ist seit vielen Jahren auch Jürgen Zapf, inzwischen in Großaitingen beheimatet. Er eröffnete den Textteil mit Geschichten aus seiner Schulzeit, die er unter der Überschrift „Alter Ego“ vortrug. Das Pirmasens-Trauma und die Ochsnsepp-Story, die Gründung des Anti-Hektik-Clubs und das Durchmogeln in Fächern wie Mathe und Zeichnen – und das alles ohne Google und Wikipedia – und Geschichten vom Betteln für Bier und Rauch, erinnerten an Selbsterlebtes aus Schulzeiten. Die überwiegend seit vielen Jahren treuen Besucher amüsierten sich über den einst in St. Ulrich beschäftigten Religionspädagogen, der offensichtlich nicht nur ein braver Ministrant gewesen zu sein schien.

Die immer gut gelaunte Sissy Schafferhans kokettierte einmal mehr mit ihrer Körperfülle, die „sicher daher kommt, dass das überbordende Wissen nicht allein im Kopf Platz hat und sich über den ganzen Körper ausbreiten muss“. Derart wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse und eigene Einsichten ergeben Sissys Lebensmotto: „Immer das Positive sehen“ – auch wenn man Weihnachten im Krankenhaus oder in der Kurklinik verbringt. Man genießt den schönen Ausblick auf die Landschaft und die Rundumversorgung einschließlich des attraktiven Masseurs. Beim Klassentreffen dagegen langweilt man sich mit Enkeln, Urlauben und der Frage, ob man ihn schon habe, den Thermomix, oder ihn nicht nötig habe. Da fährt Sissy doch lieber ein paar Runden auf der Rennstrecke oder entspannt beim Malen von Nackerten, die dann wieder komische Reaktionen auslösten. „Da habe ich gern lieber einen Vogel im Hirn und einen Kakao mit Rum, notfalls mit Amaretto, da lassen sich die kommenden 30 Jahre auch noch gut aushalten“, sagt die 60-jährige Ulknudel mit den roten Locken.

Musikalisch eingerahmt wurden die Lesungen von der Gruppe „Saxtett“, eine überwiegend weibliche Saxofon-Formation um den Musiklehrer und Pianisten Fabian Mnich, der die Literatur seit vielen Jahren begleitet. Beim Klezmer-Stück am Anfang brillierte Julia Kößler mit dem Sopran-Saxofon, bei Summertime begleitete Fabian Mnich das Bläserinnen-Quartett am Flügel, während Raphaela Stark im „Funky Sax“ den Sopranpart übernahm. Mit Mr. Sandman, einem flotten Tango und einem sauber gespielten Gospel-Medley am Ende empfahl sich die Formation auch für künftige und andere Events.

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