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21.11.2017

Gut gezaubert, schlecht unterhalten

Michelle Spillners Auftritt war der letzte der 21. Zaubertage.
Bild: Vorndran

Mit einem Kabarett gingen die Zaubertage zu Ende

Sie ist eine der wenigen zaubernden Frauen in Deutschland: Michelle Spillner aus Frankfurt. Mit ihrem Programm „Alles Lüge – echt wahr!“ wollte sie am Sonntagabend das Publikum in die Welt des zauberhaften Kabaretts entführen. Ihre Vorstellung war die Abschlussveranstaltung der 21. Ingolstädter Zaubertage.

Leider nahmen Spillners zum Teil sehr langatmige, verbale Ausführungen jeglichen Reiz und die Spannung von der eigentlichen Zauberkunst. Doch zaubern kann sie! Sie überrascht, fasziniert und nimmt das Publikum mit in die Welt der Magie und des Unerklärlichen. Sie küsst die Spielkarten rot. Zockt mit den Zuschauern um Geld und gibt es ihnen im angerauchten Zustand als Zigarette wieder zurück. Sie vermehrt auf unerklärliche Weise Weinflaschen und erobert sich so das Krönchen der Weinkönigin. Sie benutzt den Gast als Medium und, ohne es ihm zu erklären, macht sie ihn zum Magier des Abends. Lässt ihn via „Gedankenübertragungsmaschine“ Symbole senden und mit dem Publikum ungeahnte Kontakte knüpfen. Da werden mit verdeckten Augen Spielkarten erraten und schon Karten-Prognosen für 2018 erstellt.

Läge die Konzentration von Michelle Spillner auf der Zauberei, wäre es sicherlich ein spannender und unterhaltsamer Abend geworden. Doch ihr wirklich verkrampfter Versuch, lustig und kabarettistisch zu sein, nahm dem Abend das Niveau. Sie holte mit ihren zu ausführlichen Geschichten über das Lügen das Publikum einfach nicht ab. Auch die ausschweifenden Erklärungen ihrer mittlerweile zu eng gewordenen Bühnengarderobe waren mehr als langweilig und unnötig. Mit solchen Ausführungen nahm Spillner sich selbst den Zauber und verlor an Mystik. Der Applaus, an den von ihr gesetzten Lachpausen war doch schon sehr verhalten und so mancher Zuhörer verpasste ihn sogar.

So sicher sie sich auf der Bühne der Zauberkunst bewegte, so sehr geriet sie auf der Kabarettebene ins Straucheln. Die Zauberin stellte gegen Ende des Programms dem Publikum die Frage: „Was ist die Wahrheit des Abends?“ Die Antwort könnte lauten: Gut gezaubert und doch schlecht unterhalten!

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