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06.11.2017

Gypsi und Sinti-Jazz überzeugt

Vielen Gästen war der Abend im Birdland viel zu kurz.
Bild: Elke Böcker

Jermaine Landsberger Trio feat. Sandro Roy im Birdland

Der beeindruckenden Virtuosität, dem hinreißenden Charme und der hohen Emotionalität des Abends konnte sich wohl kaum ein Besucher entziehen. Bei der Begegnung des Jermaine Landsberger Trios mit Sandro Roy wurde spür- und sichtbar, dass der Gypsy- beziehungsweise Sinti-Jazz kein sentimentales Relikt aus längst vergangenen Zeiten, sondern längst in der Gegenwart angekommen ist. Hier fühlten sich wohl auch Gäste angekommen, denen Jazz eher befremdlich erscheint.

Sich gegenseitig gleichsam befeuernd, schlugen Jermaine Landsberger am Piano und der aus Augsburg stammende Sandro Roy an der Geige gemeinsam einen weiten, hohen Bogen durch Raum und Zeit. Dabei sorgten Matthias Gemehlin am Schlagwerk und der Bassist Andy Kurz aus München für stimmigen Rhythmus und harmonischen Hintergrund.

Die beiden leidenschaftlichen Musiker Landsberger und Roy tauchten tief ein in die große Tradition der Sinti-Musik mit „Douce Ambiente“ von Django Reinhardt oder „Wendy“ von Stephane Grappelli. Auch wahre „Gassenhauer“, „Limehouse Blues“, bereicherten das abwechslungsreiche Repertoire.

Doch gleichzeitig blickten sie auch couragiert und kenntnisreich über den jeweiligen Tellerrand, spielten eigene Kompositionen, wie Sandro Roys „Souvenir De Paris“, das der erst im Januar erscheinenden gleichnamigen CD entstammt. Auch die Jermaine Landsberger gewidmete Komposition „JL Swing“ verdeutlicht die spannende, respektvolle Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen.

Einen viel zu kurzen Abend lang nahmen die vier Musiker ihre Gäste mit auf eine Reise durch die Welt. Ließen schmelzende Töne erklingen, luden gleichsam zum schnellen Tanz und faszinierten mit hoch dialogischer, beeindruckend temporeicher und kraftvoller Musik.

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