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13.05.2013

Haderthauers Handel mit Modellautos

Hätte der Gerichtsmediziner seine Nebentätigkeit melden müssen?

Ingolstadt Einem Bericht des Stern zufolge soll Hubert Haderthauer, Leiter der Landgerichtsärztlichen Dienststelle am Ingolstädter Landgericht und Ehemann von Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer, über Jahre mit Luxus-Automodellen gehandelt haben. Diese habe er, wie der Stern schreibt, von Psychatriepatienten produzieren lassen. Der Stern wiederum bezieht sich wesentlich auf die Recherchen der Bloggerin Ursula Prem.

Haderthauer soll, wie das Magazin weiter berichtet, etwa 15 Jahre lang Mitgesellschafter der Firma SAPOR Modelltechnik gewesen sein. Diese habe einen Vertrag mit dem Bezirkskrankenhaus Straubing gehabt. Die Klinik habe die Modellautofertigung als Arbeitstherapie angeboten, wie es in dem Artikel heißt. Verträge zwischen Firmen und Bezirkskrankenhäusern seien üblich. Ungewöhnlich sei aber, dass der Gerichtsmediziner Haderthauer indirekt über eine Firmenbeteiligung von Psychatriepatienten Modelle fertigen ließ, die die Firma später mit Gewinn auch zu seinen Gunsten weiterverkaufte.

Wie Modellauto-Liebhaber Haderthauer dem Stern sagte, habe er seine Beteiligung an der Firma 2008, als seine Frau Ministerin wurde, verkauft, um „jegliche Möglichkeit einer denkbaren Interessenkollision von vornherein“ auszuschließen. Sein Gewinn an dem Geschäft habe, wie er dem Stern sagte, „im Schnitt unter 7000 Euro jährlich“ gelegen. Es sei ihm nicht um Gewinnstreben gegangen, sondern um die Liebhaberei für Automodelle.

Die Landgerichtsärztliche Dienststelle ist dem Gesundheitsministerium untergeordnet. Hätte Haderthauer seinem Dienstherren die Nebentätigkeit melden müssen? Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums sagte gestern: „Uns liegen derzeit keine Erkenntnisse dazu vor. Sollten konkrete Hinweise vorliegen, wird dies von der Regierung von Oberbayern als zuständige Personalbehörde zu prüfen sein.“ Die Sprecherin von Haderthauers Ehefrau Christine Haderthauer teilte gestern mit, dass sich die Sozialministerin nicht zu der Geschichte äußern werde. Sie sei nicht zuständig. (kuepp)

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