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Premiere

23.11.2017

Hangar statt Theatersaal

Dramaturg Donald Berkenhoff besichtigt hier gerade den Hangar am Flughafen Manching. Dieser ist die Spielstätte für das Theaterstück „Am Boden“.
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Dramaturg Donald Berkenhoff besichtigt hier gerade den Hangar am Flughafen Manching. Dieser ist die Spielstätte für das Theaterstück „Am Boden“.
Bild: Katharina Rössle

Das Stadttheater Ingolstadt hat die Aufführung von „Am Boden“ an einen besonderen Spielort gelegt. Wo sich dieser befindet und worum es bei dem Stück geht

So hatte sich die junge Kampfpilotin (Mira Fajfer) das nicht vorgestellt: Als sie nach ihrer Schwangerschaft zurück in ihr geliebtes Cockpit steigen will, eröffnen ihre Vorgesetzten ihr ganz andere Pläne. Sie wird in die Wüste vor Las Vegas versetzt. Dort arbeitet sie nun in einem klimatisierten Anhänger, fernab des Schlachtfeldes. In ihren Zwölf-Stunden-Schichten kontrolliert sie mit dem Joystick Drohnen in Kriegsgebieten, die tausende Meilen von ihr entfernt liegen. Mit den ferngesteuerten Fluggeräten wird der Feind gejagt, ohne dass ein amerikanischer Soldat feindlichen Boden betreten muss. Jeden Morgen zieht sie nun vom Bürostuhl aus in den Krieg und kehrt am Abend heim zu Mann und Kind. Doch bald schon verschwimmen die Grenzen für sie. Sie kann zwischen Alltag und Arbeit nicht mehr unterscheiden. Die scheinbar heile Welt zerbricht.

„Am Boden“ ist ein Stück von George Brant, das sich mit den teils grotesken Auswüchsen der modernen Kriegsführung beschäftigt. Das Stadttheater Ingolstadt hat sich für „Am Boden“ eine ganz besondere Spielstätte ausgesucht: einen Hangar am zivilen Flughafen Manching. Dass die Schauspieler schon einmal das Stadttheater verlassen, um an ungewöhnlichen Orten aufzutreten, ist durchaus gängig. Bei Ferdinand von Schirachs „Terror“ etwa spielte man im Landgericht Ingolstadt. Für „Am Boden“ sollte es nun ein Flughafen sein. In Manching wurde man sich relativ schnell mit den Verantwortlichen einig.

„Es ist schon sehr reizvoll, einen Monolog in einem so großen Raum zu präsentieren“, erklärt Wolfgang Menardi, zuständig für Regie und Bühne. Denn die Zuschauer werden bei „Am Boden“ kein großes Ensemble im Hangar erleben, sondern lediglich Mira Fajfer in der Rolle der Airforce-Pilotin. „Das ist eine große Herausforderung für eine einzelne Schauspielerin“, sagt Menardi.

Viel verändert habe man gar nicht im Hangar für die Inszenierung. Bei der Gestaltung der Spielstätte sei in diesem Fall weniger mehr. Dezente Elemente wurden verwendet, etwa ein Podest, das leuchtet, dazu Projektionen. Ansonsten nutzt die Schauspielerin den Raum einfach so, wie er ist, spielt um die Flugzeuge herum. „So stark kann keine Kulisse sein, dass man gegen die Realität ankommt“, erklärt Menardi. „Deswegen haben wir auch keine große Bühne aufgebaut.“ Nicht erst die Aufführung selbst, sondern auch die Proben seien schon etwas Besonderes, fährt Menardi fort. Im Hangar ist es nicht nur ziemlich kalt, es kann auch jederzeit passieren, dass die Tore aufgehen und ein Flugzeug herein rollt und man kurz unterbrechen muss. „Das ist schon sehr ungewöhnlich und lustig gewesen“, erzählt Menardi.

Warm einpacken sollten sich auch alle Zuschauer, die zur Premiere am Samstag, 25. November, um 20 Uhr kommen wollen, denn so eine Flugzeughalle ist kein gemütlich beheiztes Theater. Die Zuschauer sitzen in drei Reihen, die pfeilförmig angeordnet wurden, in der Mitte des Raumes und können von dort aus die Inszenierung verfolgen.

Die Anreise zum Spielort (Flughaften Manching-Ingolstadt, Zur General Aviation 2) ist mit dem Auto möglich. Es gibt vor Ort Parkplätze. Man kann aber auch den Bustransfer nutzen. Der Bus fährt um 19.30 Uhr ab dem Stadttheater Ingolstadt und kostet fünf Euro. In der Fahrt ist eine gesonderte Einstimmung auf die Inszenierung enthalten.

Infos zu den Kartenpreisen und zu weiteren Spielterminen gibt es im Internet unter www.theater.ingolstadt.de.

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