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Motorradclub

20.06.2013

Harte Biker, weiches Herz

Rocker schauen manchmal beängstigend aus, aber dass hinter der harten Schale auch ein weicher Kern stecken kann, zeigten die Neuburger Wolfmen.
Bild: Schmidt

Rocker haben nicht den besten Ruf. Doch die Neuburger Wolfmen zeigen bei einer Beachparty, dass sie auch an Benachteiligte denken

Neuburg Immer wieder ist von fast kriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Rockergruppen zu lesen. Nicht nur den Hells Angels und den Bandidos werden Verbindungen ins Rotlichtmilieu nachgesagt. Waffenhandel und Drogenschmuggel seien die Haupteinnahmequellen der Harley fahrenden Männer, die bevorzugt in Massen auftreten und dabei schwarzes Leder tragen.

Der Ruf von Motorradclubs ist wahrlich nicht der beste. Auch in Neuburg gibt es, was wahrscheinlich viele nicht wissen, einen Motorradclub als eingetragenen Verein.

Den Neuburger Club gibt es seit 15 Jahren

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Eine Ortsgruppe des Wolfmen MC geht seit fast 15 Jahren ihrem gemeinsamen Hobby nach. Und dabei geht es nicht um illegale Geschäfte, sondern – um das Motorradfahren.

Der Wolfmen MC wurde 1977 in Donauwörth gegründet und ist seitdem immer mehr angewachsen. Insgesamt 16 Ortsgruppen, sogenannte Chapter, im Süden der Republik, von Erlangen bis in den Schwarzwald, aber auch zwei Vertretungen in Thailand und eine Ortsgruppe in Australien, fahren unter den gleichen Farben, nämlich Schwarz und Rot. Gemeinsame Ausfahrten stehen genauso auf dem Programm der Wolfmen wie Partys mit anderen Clubs.

Genau so eine Party wurde jetzt, bei herrlichem Sonnenschein, am Badesee im Weicheringer Naherholungsgebiet gefeiert. Eingeladen waren viele befreundete Motorradfahrer, aber auch die Badegäste kamen, nach ihrem Sonnenbad, im Zelt der Neuburger Rocker vorbei, um bei einer zünftigen Brotzeit und einem erfrischenden Getränk den Tag ausklingen zu lassen.

Besonders bemerkenswert: Auch der Verein BACAA (Biker against Childporn and Abuse) war mit einem Informationsstand vertreten. Dieser Verein hat es sich auf die Fahnen geschrieben, den schon fast alltäglichen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen und den Betroffenen zu helfen.

BACAA gibt es zurzeit in fast allen Bundesländern, aber auch in einigen europäischen Nachbarländern. Ungefähr 40 ehrenamtliche Mitarbeiter opfern hier ihre Freizeit, um auf Missstände aufmerksam zu machen und die Mauer des Schweigens zu zerbrechen.

Im März 2004 wurde die Aktion „don‘t touch – nicht berühren“ ins Leben gerufen. Seitdem wurden mehr als 100000 Euro gespendet, um Einrichtungen, die den Opfern helfen, zu fördern. Regio-Leiter Michael Schmidt aus Burgheim berichtet von acht Veranstaltungen, die an diesem Wochenende bundesweit durchgeführt wurden.

Im Landkreis hatte es Franz Pils, Vorsitzender der Neuburger Wolfmen, ermöglicht, dass sich das Projekt BACAA zum ersten Mal hier präsentieren konnte. „ „Das war erst der Anfang, wir werden nicht müde werden, hier Missstände aufzudecken, und vor allem, den Opfern zu helfen“ so Schmidt.

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