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Bauen & Wohnen

31.08.2020

Haus oder Wohnung: Was ist das im Landkreis wert?

Wie viel Grundstücke und Immobilien im Landkreis wert sind, erfasst der Gutachterausschuss alle zwei Jahre. .
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Die Preise für Grundstücke und Immobilien waren auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen noch nie so hoch wie jetzt. Woher man verlässliche Angaben bekommt und wie realistisch die Angebote sind.

Sie wollen ein Grundstück kaufen? Oder ein Einfamilienhaus erwerben? Was aber ist der Bauplatz oder die Immobilie im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eigentlich wert? Wo findet man Vergleichswerte um keine Mondpreise zu bezahlen? Eine gute Hilfe ist der Bodenrichtwert und eine Verkaufspreissammlung, erstellt von dem Gutachterausschuss im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen.

Die Bodenrichtwerte helfen nicht nur Käufern, sie geben auch Verkäufern eine Richtlinie, wo die Preise stehen. Ziel ist es, für Transparenz auf dem Immobilien- und Grundstücksmarkt zu sorgen. Alle zwei Jahre wird der Bodenrichtwert aktualisiert. Dafür tagt der Gutachterausschuss, in dem neben den Geschäftsstellenmitarbeitern und einem Juristen des Landratsamtes auch ehrenamtliche Gutachter sowie ein Vertreter des Finanzamtes und des Amtes für Landwirtschaft sitzen. Für die Erstellung des Bodenrichtwerts werden alle Verkäufe berücksichtigt und diese Daten dann ausgewertet. Eine Bewertung wird auch für bebaute Grundstücke durchgeführt. In diese Verkaufspreissammlung findet der Bodenrichtwert seinen Niederschlag. Darüber hinaus werden darin aber auch die Immobilien, ihr Zustand und ihre Ausstattung berücksichtigt.

Die Immobilientransaktionen in Neuburg-Schrobenhausen haben sich mehr als verdoppelt

Für die Bewertung eines Grundstücks sind der Zuschnitt, die Topografie, die Lage und das darauf liegende Baurecht wichtig. „Der Landkreis ist in Zonen unterteilt“, erklärt Andreas Eberl, Leiter des Bauamtes im Landratsamt. Und diese Zonen würden an die Entwicklung der Verkaufspreise angepasst. Richtwerte könnten aber nur angepasst werden, wenn Verkäufe stattfinden. „Bis 2014 gab es wenig Verkäufe, bis vor sechs Jahren die Grundstücks- und Immobilientransaktionen sprunghaft angestiegen sind.“ Mehr als verdoppelt hätten sich die Transfers seither. Ein vorher starrer Grundstücksmarkt sei in Bewegung geraten. Hätten Gemeinden früher ein Baugebiet ausgewiesen, hätten sie über Jahre hinweg einen Vorrat an Bauplätzen zur Verfügung gehabt. Heute sehe das anders aus, so Eberl: „Heute sind die Bauplätze in einem Jahr weg und die Gemeinde steckt in der Bredouille, wieder ausweisen zu müssen.“

Bredouille deshalb, weil die Kommune auch der heranwachsenden Generation Baumöglichkeiten in ihrer Heimatgemeinde bieten will und auf der anderen Seite auf ein ausgewogenes Wachstum achten muss. Wo Häuser entstehen, müssen Kindergärten und Schulen gebaut oder erweitert werden. Die Kläranlage und der Kanal müssen ertüchtigt werden. Und auch Gewerbeansiedlungen für wohnortnahe Arbeitsplätze wäre sinnvoll. „Dieses Wachstum nachhaltig und kontrolliert durchzuführen, das ist sehr schwer.“ Wird aber nicht ausgewiesen, werden Bauplätze Mangelware und die Preise steigen noch stärker.

Auch die Gemeindegrundstücke in Neuburg-Schrobenhausen wurden in den vergangenen Jahren teurer

Apropos Preis. Auch die Gemeindegrundstücke wurden in den vergangenen Jahren teurer. Das liege vor allem an den gestiegenen Erschließungskosten, so Eberl. Der Grundstückserwerb, die daraus resultierenden Ausgleichsflächen und auch die Baukosten für den Tiefbau seien rasant gestiegen. Die Gemeinden müssen kostendeckend arbeiten. Und wollen aber auch nicht als Preistreiber auftreten. „Denn eines ist klar: Zu welchem Preis die Gemeinde auch Baugrundstücke anbietet. Ein privater Anbieter wird immer mehr verlangen.“

Zurück zum Bodenrichtwert. Die Tabellen kann man im Landratsamt kaufen. Deshalb sei an dieser Stelle nur so viel verraten: In Neuburg bewegen sich die Grundstückspreise laut Bodenrichtwert zwischen 350 und 400 Euro pro Quadratmeter, inklusive Erschließung. In der Innenstadt ist es teurer. Da geht es hoch bis rund 600 Euro. Allerdings sind das die Preise von Ende 2018 Bis zum Stichtag 31. Dezember 2020 werden die Verkaufspreise erfasst, dann werden die Daten ausgewertet und Ende April kommt dann der Gutachterausschuss zusammen. Mitte 2021 ist die aktualisierte Tabelle dann fertig. Aber der Name sagt es schon, es sind nur Richtwerte.

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erstellt übrigens auch Einzelgutachten. Sie bewertet dann auf Auftrag Grundstücke oder auch Immobilien, nach Lage und Zustand. Eine gute Basis für Käufer und Verkäufer.

Wissenswertes zum Gutachterausschuss in Neuburg und dem Landkreis

Der Gutachter-Ausschuss für Bodenrichtwerte im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen aktualisiert alle zwei Jahre eine Tabelle, in der die Quadratmeterpreise für Grundstücke angegeben werden. Als Grundlage für die Werte werden die in den vergangenen zwei Jahren getätigten Grundstücksverkäufe und die dabei erzielten Preise herangezogen. Der Gutachterausschuss erstellt zudem Gutachten über den Verkehrswert von bebauten und unbebauten Grundstücken.

Weitere Informationen zum Gutachterausschuss und den Grundstückswerten gibt es beim Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen.

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