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Neuburg-Schrobenhausen

20.10.2014

Heile Zirkuswelt endet am Vorhang: Tierschutzverein setzt sich für Verbot ein

Wir sollten beim Umgang mit Tieren vor allem eines zeigen: Respekt", fordert der Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen.
Bild: Symbolbild/Igor Pastierovic/dpa

Dressur ist für Löwen, Elefanten, Tiger und Co eine Quälerei. Der Tierschutzverein in Neuburg-Schrobenhausen fordert ein Verbot.

Elefanten mit Ketten an den Beinen. Löwen in zwölf Quadratmeter großen Käfigen. Bären auf Fahrrädern und Tiger, die durch brennende Reifen springen. Das sind alles andere als natürliche Lebensbedingungen für Wildtiere. Und genau diesen Umstand prangert der Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen an. Am Freitag lud dessen Vorsitzender Gerhard Schmidt zum Informationsabend über die Lebensbedingungen von Zirkustieren. Ansprechen wollte Schmidt vor allem die Stadträte. Denn zusammen mit der Stadt möchte er ein Auftrittsverbot von Zirkussen mit Tieren erwirken. Allerdings fanden lediglich zwei Ratsmitglieder den Weg zu dieser Veranstaltung.

"Tiere sind ebenso leidensfähig wie Menschen"

„Im Zirkus werden die Tiere in kleinen Käfigen eingepfercht, können weder ihr Revier- noch ihr Gruppen- und Familienverhalten ausleben. Das ist ein für das Tier unwürdiges Leben. Tiere sind ebenso leidensfähig wie Menschen. Und wir sollten beim Umgang mit Tieren vor allem eines zeigen: Respekt. Im Zirkus aber werden die Tiere zum Affen gemacht.“ Man spürte, das Thema liegt dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, der auch das Tierheim in Riedensheim leitet, sehr am Herzen.

Schmidt war mit dabei gewesen, als 1998 in Neuburg ein Zirkuswagen beschlagnahmt wurde. Darin befanden sich auf engstem Raum 20 Tiere: Kamele, Pferde, Ponys und ein Lama. Der Anhänger war in einem maroden Zustand, die Tiere nur noch bemitleidenswert. „Aber es sind nicht nur die kleinen Tiere.“ Schmidt zeigte Fotos vom Zirkus Krone, die gemacht wurden, als dieser in Neuburg weilte: Elefanten an Ketten, Löwen in kleinen Käfigen. „Glauben sie, dass ein Elefant gerne einen Kopfstand macht. Oder, dass ein Tiger, der panische Angst vor Feuer hat, für ein Leckerli durch einen Feuerreifen springt? Dressur bedeutet Schmerzen, Angst und Demütigung für das Tier.“

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Gerhard Schmidt, Vorsitzender des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen.
Bild: Manfred Dittenhofer

Das unwürdige Leben im Zirkus

Schmidt prangerte aber nicht nur das unwürdige Leben der Tiere im Zirkus an. „Zirkusvorführungen geben ein falsches Signal. Ein Bär fährt in der Natur nicht Fahrrad. Kinder, die vom Zirkus ja hauptsächlich angesprochen werden, erleben, wie Tiere gequält und sich wider ihrer Natur verhalten.“

Auch die deutschen Tierärzte haben sich gegen das Halten von Tieren im Zirkus ausgesprochen, wie der Neuburger Tierarzt Johann Schneemeier berichtete. Er verlas eine Stellungnahme des Bundestierarztverbandes. „Der Zirkus als Kulturgut kann auch ohne die Tiervorführungen erhalten bleiben, wie einige Unternehmen sehr erfolgreich zeigen.“

Einige europäische Länder haben schon Verbote erlassen

Viele Städte in Deutschland haben bereits Auftrittsverbote für Zirkusse mit Tieren erlassen. Und in einigen europäischen Ländern wie Griechenland, Dänemark Belgien oder Norwegen ist die Zurschaustellung von Wildtieren bereits verboten. Schmidt möchte ein solches Auftrittsverbot auch für Neuburg schaffen, gemeinsam mit dem Stadtrat.

Ralph Bartoschek zeigte sich von den Informationen und den drastischen Filmaufnahmen beeindruckt. „Man denkt sich immer, so schlimm wird es schon nicht sein. War ja schon immer so. Aber der heutige Abend hat mich überzeugt. Ich werde versuchen, auch die SPD von der Wichtigkeit eines solchen Verbotes zu überzeugen.“ Leider waren er und Bettina Häring die einzigen Vertreter des Stadtrats auf der Informationsveranstaltung. Den Film über die Tiere im Zirkus sollten sich allerdings auch die übrigen Stadträte anschauen.

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