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Neuburg

14.12.2020

Heiligabend in Neuburg: Freiluftgottesdienste fallen aus und die Christmetten werden vorverlegt

Werden am Heiligen Abend in den Kirchen die Kerzen brennen? Bisher sind Gottesdienste bis 21 Uhr erlaubt.
Bild: Peter Gercke/dpa

Plus Neuburgs Kirchen kämpfen mit täglich neuen Vorgaben, aber sie geben nicht auf.

So ganz einverstanden sind die drei Pfarrer mit der Entscheidung der Politik nicht. Das merkt man ihnen an. Aber zähneknirschend mussten sie sie akzeptieren. Am Sonntag legte die Regierung fest, dass Gottesdienste als Großveranstaltungen über Weihnachten nicht erlaubt sind. Deswegen müssen die geplanten Freiluftgottesdienste am Karlsplatz, am Volksfestplatz sowie an der Brandlwiese am Heiligen Abend ausfallen. Dafür sollte die Zahl der Gottesdienste in den Kirchen aufgestockt werden. Am Montag legten Pfarrer Herbert Kohler, Pfarrer Steffen Schiller und Pfarrer Jens Hauschild ihre neuen Terminplanungen vor. Doch am Abend trudelte eine neue Hiobsbotschaft ein, die die Planungen vom Vormittag über den Haufen warfen: Die Ausgangssperre ab 21 Uhr gilt auch für Heiligabend. Damit ist klar: Sämtliche Christmetten am späteren Abend müssen ausfallen.

Möglichst sicher, mit viel Platz und frischer Luft, wollten die drei Pfarrer ihre Gottesdienste abhalten. Deswegen setzten sie auf Gottesdienste auf großen Plätzen, auf denen viele Menschen Platz finden – natürlich mit Masken und dem gebotenen Abstand. Pfarrer Kohler von der Pfarreiengemeinschaft Neuburg sagt: „Ich glaube, dass das die sicherste Möglichkeit gewesen wäre miteinander zu feiern.“ Aber die Politik sieht das anders. Deswegen mussten die Kirchen umplanen und eineinhalb Wochen vor Weihnachten ein neues Konzept für die Gottesdienste an Heiligabend auf die Beine stellen.

Neuburger Kirchen wollen möglichst viele Gottesdienste abhalten

Das größte Problem stellt dabei das Anmeldesystem dar. Nicht nur rein technisch, sondern auch moralisch. Wer einen Gottesdienst am Heiligen Abend in Neuburgs Kirchen besuchen möchte, muss sich anmelden. Während die Katholiken die Platzreservierungen telefonisch entgegennehmen, will die Christuskirche bis spätestens Mittwoch ein Online-Anmeldesystem installiert haben. Die evangelische Apostelkirche arbeitet bereits damit. Die Erfahrungen mit dem Programm seien gut, aber die Resonanz lasse zu wünschen übrig, so Jens Hauschild. Für den Gottesdienst um 16 Uhr seien knapp 90 Plätze reserviert, bei dem um 14.30 Uhr bisher nur neun von insgesamt 110.

Die Menschen seien verunsichert, hat Pfarrer Herbert Kohler festgestellt. Und diese Verunsicherung sei inzwischen so groß, dass sie Angst haben, in die Kirche zu kommen. „Dabei bin ich der Meinung, dass es den Menschen gerade in diesen Zeiten guttäte, in einem gesicherten Rahmen zusammenzukommen.“

Kirchen müssen mit Anmeldungen arbeiten

Mit der Forderung zur Anmeldung kann sich Kohler nicht anfreunden: „Das bedeutet, dass wir an Heiligabend ’Türsteher’ einsetzen müssen, die kontrollieren, wer sich angemeldet hat, und im Fall der Fälle Menschen wieder wegschicken muss. Diese Rolle wollte ich unseren Ehrenamtlichen eigentlich ersparen.“ Und Pfarrer Schiller ergänzt: „Das ist dann wie beim Krippenspiel, in dem Maria und Josef abgewiesen werden... Wir wollen doch eigentlich einladend sein und nicht abweisend wirken.“

In den kleinen Gemeinden auf den Dörfern stellt sich dieses Problem nicht. In Bittenbrunn, Ried, Rohrenfels, Wagenhofen und Sehensand feiern die Katholiken im Freien. Hier muss keine Anmeldung vorgenommen werden.

Christmetten in Neuburg werden verschoben

In Neuburg wurde die Zahl der Gottesdienste aufgestockt. Immer eingeplant: ausreichend Zeit zum Lüften, bevor der nächste beginnt. Doch die Terminplanung vom Montag wurde von der Aktualität eingeholt. Die Staatsregierung legte fest, dass die Ausgangssperre auch an Weihnachten gilt. „Das Virus richtet sich nicht nach dem Kirchenjahr, nicht nach dem Gottesdienstkalender“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann. Daher solle es nach dem Willen der Staatsregierung am späten Heiligabend auch keine Christmetten geben. Darüber werde man mit den Kirchen noch sprechen, aber er gehe von Verständnis aus.

Was bedeutet das also für die Neuburger Gottesdienste? „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur so viel sagen, dass wir die Christmetten nicht ausfallen lassen möchten. Wir werden alles daran setzen, sie so zu verlegen, dass die Menschen um 21 Uhr zu Hause sind“, sagte Herbert Kohler am Montagabend. Doch wie der Zeitplan der Gottesdienste genau aussehen wird, werden die Pfarrer aller Neuburger Gemeinden erst am Dienstag festlegen können.

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