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12.07.2010

Heiße Kämpfe um die Ehre

Heiße Kämpfe um die Ehre
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Heiße Kämpfe um die Ehre

Stepperg "Auf geht's, pack' ma's!" fordern die Steuermänner ihre vier Ruderer auf. Die legen sich mächtig ins Zeug, angetrieben von den gleichmäßig rhythmischen "Schub! Schub!"-Kommandos, mit denen ihre geballte Kraft noch besser harmonisiert werden soll.

VON MICHAEL GEYER

Die Zillen nehmen mächtig Fahrt auf, halten direkt auf das gegnerische Boot zu. "Die Ruder hoch!", die Paddel gleiten aus dem Wasser und werden wie zum Salut nach oben gehalten. Oben auf dem Podest reißen die Stecher die Lanze hoch und krallen sich so gut es geht mit den Zehen in das schmale Geviert. Die Boote fahren im Abstand von etwa zwei Metern aneinander vorbei. Jetzt gilt es: Den Gegner fest im Auge, zielen die beiden Stecher auf die Brust ihres Kontrahenten und versuchen ihn vom Podest zu stoßen. Der eine wackelt, verliert das Gleichgewicht, schleudert die Lanze weg, muss das Podest verlassen und taucht in die kühlen Fluten des Antonibergsees.

Sein Gegenüber reißt triumphierend die Lanze hoch, lässt sie kreisen und macht mit einem Urschrei seiner inneren Spannung Luft, während der Unterlegene sich bereits im Wasser überlegt, was er beim anschließenden Rückkampf besser machen könnte.

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Auch heuer lockte das Stepperger Fischerstechen wieder eine ganze Menge Schaulustiger auf den Donaudamm am Antonibergsee, wo acht Mannschaften um Ehre und Pokale rangen. Dass trotz allen Ernstes auf dem Wasser Fairness und Kameradschaftsgeist herrschten, bewiesen die Recken nach den oft verbissen geführten Kämpfen mit einem freundlichen Handschlag zu Lande, wenn sie aus ihren Zillen stiegen.

Auch der Humor kam nicht zu kurz, wie der Donauwörther Steuermann und Vizevorstand Leonhard Reiter verdeutlichte: "Wer einen Neuburger verschont, wird von Gott nicht belohnt!" ließ er mit einem vielsagenden Augenzwinkern vor dem Endkampf verlauten und hatte auch gleich noch einen Spruch der Gegenseite auf Lager: "Wer Vater und Mutter nicht ehrt, muss nach Donauwörth".

"Trotz allem körperlichen Einsatzes waren es faire Kämpfe, es gab keine Verletzten und keine zweifelhaften Entscheidungen", zog Anton Riedl, der Vorsitzende des Stepperger Fischerstecher, eine durchwegs positive Bilanz. Zusammen mit Michael Jall aus Donauwörth und dem ehemaligen Neuburger Fischerstecherass Stefan Degmayr wertete er die Kämpfe. Für die Vorrunde wurden Gruppen zu je vier Mannschaften ausgelost, die dann gegeneinander antraten und in der Finalrunde entsprechend ihrer Platzierung gegen den Gleichrangigen der anderen Runde antraten.

Dabei setzten sich die Turniersieger aus Donauwörth gegen die Neuburger deutlich mit 13:7 durch. Stepperg rang Laufen mit 12:8 nieder und gewann "Bronze". Im Kampf um Platz 5 behielt Tegernsee gegen die Belgier aus Lobbes mit 14:6 die Oberhand und Ingolstadt verwies Lauingen auf den letzten Platz. Die Lauinger können sich trotzdem freuen, denn ihr Mannschaftsmitglied Florian Treitinger wurde Stecherkönig.

Am Abend wurden beim Antonibergfest die Pokale übergeben. Die Neuburger Stadtkapelle spielte bestens zur Unterhaltung auf, die Besucher ließen es sich bei bayerischen Schmankerln gut gehen und konnten sogar beim Public Viewing den Erfolg der Fußballnationalmannschaft feiern. Trotz aller Befürchtungen hielt sich die Schnakenplage in Grenzen, denn ein ständiges leichtes Lüftchen verleidete den bluthungrigen Biestern ihr Treiben.

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