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Neuburg-Schrobenhausen

12.02.2018

Helferin stirbt bei Faschingsumzug: Wie konnte das passieren?

Eine 24-jährige Frau starb am Sonntag bei einem tragischen Unfall auf dem Faschingsumzug in Waidhofen.
Bild: Heinz Reiß

Die Suche nach den Gründen für den tragischen Unfall auf dem Umzug in Waidhofen wird wohl einige Monaten dauern. Für die Veranstaltung gibt es keine Zukunft.

Bei Aresings Bürgermeister Klaus Angermeier steht das Telefon nicht still. Einen Tag nach dem schrecklichen Unfall beim Faschingsumzug im Nachbarort Waidhofen, bei dem eine 24-jährige Frau aus seinem Ort ums Leben kam, suchen Bürger bei ihm Hilfe und Antworten auf ihre Fragen. Dutzende Zuschauer müssen am Sonntagnachmittag gesehen haben, wie die junge Frau von dem Traktor überfahren worden ist, an dessen Seite sie als Sicherheitsbegleiterin gelaufen war. Unter ihnen war auch eine Frau aus Aresing mit ihrem vierjährigen Kind, mit der Klaus Angermeier am Montag in seinem Amtszimmer eine halbe Stunde gesprochen hat – soweit sich eben Worte für dieses furchtbare Unglück und das Erlebte finden ließen. Am Ende des Gesprächs vermittelte der Bürgermeister die Frau an das Kriseninterventionsteam.

Auch Angermeier selbst kann nicht fassen, was sich am Sonntag im Süden des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen zugetragen hat. Er kannte die 24-Jährige gut. Ihre Eltern betreiben das örtliche Sportheim und die Tochter half oft beim Bedienen. Den Faschingsumzug in Waidhofen hat auch er verfolgt. Als der Wagen mit der Clique aus Aresing an ihm vorbeizog, habe er noch mit ihr gescherzt, erzählt er. Nur kurze Zeit später wird die junge Frau von dem Wagen ihrer eigenen Faschingsgruppe überrollt.

Wie es dazu kommen konnte, war auch am Montag nicht klar. Zum Zeitpunkt des Unglücks lief die 24-Jährige links neben dem Wagen. Sie war als Sicherheitskraft eingeteilt und hatte dafür Sorge zu tragen, dass keiner der Zuschauer unvermittelt unter die Räder kommt. Wie es sein konnte, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – selbst stürzte und so unglücklich zwischen den Schlepper und den Anhänger fiel, dass sie von dem tonnenschweren Gefährt überrollt wurde, ist eine Frage, die alle Beteiligten umtreibt und derzeit auch nicht von der Polizei beantwortet werden kann.

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Nach ersten Befragungen vor Ort kann zumindest ein Fremdverschulden durch Dritte ausgeschlossen werden. Zur Klärung der näheren Umstände sind aber weitere Vernehmungen und die Auswertung des unfallanalytischen Gutachtens notwendig. Das kann, so das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord, zwei oder drei Monate dauern. Erst wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, kann auch eine mögliche Schuldfrage geklärt werden. Der Fahrer des Traktors sei nüchtern gewesen, sagt die Polizei. Ob das für das Opfer ebenfalls zutraf, müsse erst untersucht werden. Darüber hinaus werde unter anderem auch der Auflagenbescheid für den Wagenaufbau geprüft. Der Traktor und der Auflieger wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Zahlreiche Menschen mussten den tödlichen Unfall in Waidhofen mitansehen.
Bild: Heinz Reiß

Fassungslosigkeit nach Faschingsdrama

Fassungslosigkeit herrscht auch beim Veranstalter des Umzugs, der Faschingsgesellschaft Paartal-Au. Waidhofens Bürgermeister Josef Lechner hat mit den Vereinsverantwortlichen gesprochen, und wie es aussieht, wird der diesjährige Faschingsumzug auch der letzte gewesen sein. Lechner hat miterlebt, wie die Menschen an der Unglücksstelle traumatisiert und verzweifelt waren, wie die Feuerwehr den Bereich abgeriegelt und mit einer Plane vor neugierigen Blicken geschützt hat, wie im Feuerwehrhaus die Beteiligten von einem Kriseninterventionsteam betreut wurden und wie am Abend in der vollen Waidhofener Pfarrkirche die Menschen gebetet und geweint haben – wie er. „Ich habe selbst eine Tochter in diesem Alter. Es ist einfach ganz furchtbar...“, ringt er am Montag um Worte.

Auch Klaus Angermeier kann die Tränen nicht zurückhalten, wenn er über die 24-Jährige spricht. Zusammen mit ihrem Freund wohnte sie in Schrobenhausen, doch in ihr Heimatdorf hatte sie stets einen guten Draht. Das junge Paar wollte dort sogar ein Haus bauen. Der Bauplan war bereits eingereicht. Am vergangenen Freitag erhielten sie die Genehmigung dafür.

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12.02.2018

Die Umzüge sind letzendlich nur noch ein Saufgelage. Seit 11 jahre läuft solch eine Umzug vor meiner Haustüre vorbei und ich verfolge zunehmend die unkontrollierte Sauferei auf und ausserhalb den Wägen. Schon täglich ist von den Unfällen und Zwischefällen bei den Umzügen zu lesen. Der Fasching ist ein Albi um im Überfluss Alkohol konsumieren zu können.

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