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Ehekirchen

16.10.2020

Hier könnte der Waldkindergarten für Ehekirchen entstehen

Hier am Waldrand bei Haselbach könnte der Waldkindergarten der Gemeinde Ehekirchen entstehen.
Bild: Andrea Hammerl

Plus Das alternative Betreuungsangebot nimmt die erste Hürde im Gemeinderat Ehekirchen. Und ein passender Platz ist für den Waldkindergarten auch schon gefunden. Diesen Platz haben die Räte im Sinn.

Wenn es nach dem kommunalen Entwicklungsausschuss geht, bekommt Ehekirchen seinen Waldkindergarten möglichst schon zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im September. Einstimmig sprach der Ausschuss eine entsprechende Empfehlung für den Gemeinderat aus. Doch was beinhaltet die Empfehlung konkret?

Die Idee stammt von zwei Müttern aus Ehekirchen und Bonsal, Larissa Wittmann und Christina Dietl. Sie wünschen sich ein solches alternatives Betreuungsangebot und wissen auch von anderen Eltern, die sich dafür interessieren. Daher hatten sie der Gemeinde ein mögliches Konzept für den Waldkindergarten vorgelegt und waren mit ihrer Initiative auf offene Ohren gestoßen. Im Juli hatte der Entwicklungsausschuss beschlossen, bereits bestehende Waldkindergärten in Handzell und Bergheim-Unterstall zu besichtigen, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Auch bei Andrea Kirschner, der für Kindertagesstätten zuständigen Sachbearbeiterin im Landratsamt, sei die Idee positiv aufgenommen worden. Sie sehe darin ein gutes Ergänzungsangebot für die Eltern.

Ein Grundstück für den Waldkindergarten bei Haselbach ist schon gefunden

„Wir müssen nun die Kosten, mögliche Förderungen und die Personalfrage abklopfen“, fasste Gamisch die nächsten Schritte zusammen. Ein geeignetes Grundstück hat er bereits im Blick. Es liegt am Waldrand bei Haselbach, hat Strom- und Wasseranschluss und gehört Markus Paulus. Er ist Feuer und Flamme für die Idee. „Das Grundstück wäre ideal, weil es dort keinen Verkehr gibt, aber trotzdem eine gute Zufahrtsmöglichkeit“, sagt der Haselbacher. Dort stehen junge Kastanien-, Kirsch-, Ahorn- und Buchenbäume, jedoch keine Eichen, was die Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner praktisch ausschließe.

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Das Konzept der Mütter unterstützt er aus vollem Herzen, weil ihm als Zimmermann und Innungs-Ausbilder die „Bildung für Hand, Herz und Verstand“ der Kinder sehr wichtig ist. „Am liebsten würde ich einen Wald-, Natur- und Bauernhofkindergarten dort haben“, gerät er ins Schwärmen, „und noch einen Handwerkskindergarten dazu“.

Ehekirchen will den Waldkindergarten in Unterstall nicht kopieren

Einig war sich das Gremium, dass die Idee des Waldkindergartens auf jeden Fall weiterverfolgt werden soll – und zwar als eigenständige Einrichtung. Andreas Karmann hatte das Gelände in Handzell besser gefallen, in Unterstall sei dafür die Unterkunft schöner. Michael Funk meinte, erst einmal sollte geklärt werden, wie viel Zuschuss zu erwarten wäre. Bei 90 Prozent sei es keine Frage, solch tolle Blockhütten wie in Unterstall zu finanzieren. Bei geringerer Förderung sollten dagegen Abstriche bei der Unterkunft gemacht werden. „Unsere Kinder wollen einfach nur raus“, sagte Christina Dietl, daher seien luxuriöse Unterkünfte nicht nötig. Manuela Ahle plädierte für ein eigenes Modell, es müsse weder das Kinderhaus Wurzelkinder in Handzell noch der Waldkindergarten in Unterstall kopiert werden. Den Zeitplan des Bürgermeisters fand Funk „sportlich“, was Gamisch mit „Was der Kollege Gensberger kann, sollten wir auch probieren“ konterte.

Als Träger kommen für Gamisch vorrangig Kirche oder Gemeinde infrage, alternativ auch ein Verein. Der Personalbedarf sei jeweils unterschiedlich. Für eine Großtagespflege eines Vereins reichten eine Fachkraft und eine Mutter für acht Kinder, unter klassischer Trägerschaft werden 15 bis 20 Kinder von zwei Fachkräften betreut. Das Interesse der Eltern sei vermutlich eher groß, was Christina Dietl bestätigte: Sie und ihre Mitstreiterin hätten im nächsten Jahr allein schon vier Kindergartenkinder.

Mit eingebunden werden sollen neben den beiden Initiatorinnen auch Alexandra Schließeder von der Fachberatung für katholische Kindertageseinrichtungen der Diözese Augsburg, Rat will sich die Kommune zudem beim Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten holen.

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