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Neuburg/Nepal

21.05.2015

Hier kommt die Hilfe an

Goma Dhakal (Mitte) überreicht eine türkise Tüte, die unter anderem Lebensmittel und Medikamente enthält, an die Menschen in Nepal, denen durch das Erdbeben alles genommen wurde.
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Goma Dhakal (Mitte) überreicht eine türkise Tüte, die unter anderem Lebensmittel und Medikamente enthält, an die Menschen in Nepal, denen durch das Erdbeben alles genommen wurde.
Bild: Von-Philipp-Foundation

Die Neuburger „Von-Philipp-Foundation“ sammelt Spendengelder für die Erdbebenopfer. Was damit passiert

Fast vier Wochen ist es her, dass in der Gebirgsregion nordwestlich der nepalesischen Metropole Kathmandu die Erde gebebt hat. Es war das bislang schlimmste Erdbeben dieses Jahres und forderte zahlreiche Opfer. Unmittelbar danach rollte im Raum Neuburg eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Fritz von Philipp, der mittels seiner Familienstiftung „Von-Philipp-Foundation“ schon seit vielen Jahren verschiedene Einrichtungen in Nepal unterstützt, begann sofort, gezielt Spenden für die Erdbebenopfer zu sammeln – mit Erfolg. Der 75-jährige Neuburger fördert unter anderem zwei Waisenhäuser für Kinder in der Stadt Pokhara. Mit den Leitern dieser Einrichtungen steht er regelmäßig in Kontakt. Sie berichten ihm, was gerade passiert – und wofür sie die von ihm weitergeleiteten Spendengelder verwenden.

Deepak Gurung, Leiter der Einrichtung „Child Welfare & Education“ schreibt zum Beispiel in einer E-Mail über ein Dorf im Erdbebengebiet: „Alle Häuser sind komplett verwüstet. 16 Menschen haben bei dem Beben ihr Leben verloren und viele wurden verletzt. Mit unseren Hilfsgütern haben wir 150 Familien geholfen. Wir gaben ihnen Essen, Planen und Decken. Mit unserem medizinischen Team konnten wir mehr als 100 Menschen retten. Die Situation hier ist sehr schlimm. Sogar die Schule ist zerstört.“ Auch Goma Dhakal, Leiterin des „Rainbow Children Home“ berichtet Ähnliches über ein anderes Dorf: „Alle Häuser sind kaputt. Ein Kind ist tot und ganz viel Vieh ist ebenfalls tot. Wir haben Hilfsgüter verteilt. Als wir wieder nach Hause zurückkamen, haben wir gesehen, dass inzwischen die Wand eines unserer Klassenzimmer eingestürzt ist. Das müssen wir bald reparieren.“ Beide erzählen, dass die Erdbebenopfer, die sie aufsuchen, sehr dankbar für jegliche Hilfe sind – und sie bedanken sich für die Unterstützung der „Von-Philipp-Foundation“.

Von Philipp achtet genau darauf, wo die Spendengelder der Stiftung hinfließen. Er arbeitet nur mit Leuten zusammen, die er kennt. „Man muss aufpassen. Die Versuchung der Menschen ist groß, sich zu bedienen.“ Mit der Menge an Spendengeldern, die bisher zusammengekommen ist, ist von Philipp zufrieden. „Es ist eine schöne Summe“, sagt er. Es handle sich um Spenden in verschiedenen Größenordnungen. „Man kann davor nur den Hut ziehen. Den Menschen scheint wirklich etwas daran zu liegen.“

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Wie von Philipp erzählt, werde das Geld im Moment vor allem für Erste-Hilfe-Leistungen verwendet. Die Betroffenen bekämen beispielsweise Planen, unter denen sie vorübergehend Zuflucht suchen können, etwas, worauf sie liegen können und etwas zu essen. Ein Teil benötige Wasser oder Medikamente gegen Durchfall. Der Großteil der Spenden soll aber in den Wiederaufbau gesteckt werden. „Die Leute haben kein Dach über dem Kopf und bald fängt die Regenzeit an.“ Außerdem würden die Schulen in Trümmern liegen – und Bildung sei für Nepals Zukunft doch so wichtig. Von Philipp fügt noch hinzu: „Wir helfen dort, wo niemand anders hilft.“

Das Problem in Nepal ist laut von Philipp, dass die Hilfe immer noch nicht überall angekommen ist, wo sie dringend gebraucht wird. Durch das zweite Erdbeben am 12. Mai seien die Straßen wieder verschüttet worden. „Das ist eine Katastrophe“, sagt der Neuburger. Die Hilfe-Teams würden in Jeeps fahren. „Das ist bei den Straßenverhältnissen sehr mühsam.“ Von Pokhara – der Stadt, in der die Waisenhäuser stehen – bis ins Zentrum des Erdbebens in Kathmandu benötige man normalerweise schon rund zehn Stunden, schätzt von Philipp, derzeit natürlich um einiges mehr.

Der 75-Jährige will sich noch im Laufe dieses Jahres selbst ein Bild von der Lage in Nepal machen. Wann genau, weiß er noch nicht, irgendwann zwischen Juli und Oktober. Bis dahin wird er weiter Spenden sammeln und nach Nepal weiterleiten. Goma Dhakal schreibt: „Vielen Dank für die großartige Hilfe und die Unterstützung der Erdbebenopfer. Wir werden weiterhin die gleiche Hilfe leisten und die Opfer auch in Zukunft unterstützen. Bitte bleibt mit uns in Verbindung.“

Kontakt Nepal-Spendenkonto (Erdbebenhilfe):

IBAN: DE53721221810333308444

BIC: HYVEDEMM665

Hypo-Vereinsbank Neuburg

www.vpfoundation.com

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