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22.01.2009

Hilfe für auffällige Jugendliche

Neuburg-Schrobenhausen Der Landkreis trägt dem steigenden Bedarf an Jugendhilfemaßnahmen Rechnung, indem er dieses Jahr 3,5 zusätzliche sozialpädagogische Stellen schafft. Das hat der Jugendhilfeausschuss gestern einstimmig beschlossen.

Die erste Vollzeitstelle schafft der Landkreis für einen Jugendsozialarbeiter an den Förderschulen. Grund dafür sei, dass man mit den Sozialarbeitern an den Hauptschulen in Neuburg und Schrobenhausen bereits sehr positive Erfahrungen gemacht habe, wie Landrat Roland Weigert betonte. Hier werden junge Menschen mit gravierenden sozialen und erzieherischen Problemen nachmittags sozialpädagogisch betreut und Eltern werden bei Bedarf beraten. Der Vorteil eines Schulsozialarbeiters ist, dass er vor Ort arbeitet, Auffälligkeiten deshalb schneller erkennen und auffangen und somit teure Einzelhilfen vermeiden kann. Weil in den Jugendhilfeprogrammen besonders viele Jugendliche aus dem Förderschulbereich kommen, will der Landkreis quasi an der Basis entsprechende Hilfe leisten.

Weitere 1,5 Vollzeitstellen gehen in die Errichtung einer sogenannten Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKis) im Kreisjugendamt. Sie soll künftig dafür sorgen, dass alle Informationen rund um den Kinderschutz an einer zentralen Stelle zusammenlaufen und von dort koordiniert werden. Die KoKis arbeitet dabei mit Geburtskliniken, Frauen-, Kinder-, Jugend- und Hausärzten, Beratungsstellen, Schulen sowie der Polizei zusammen. Dadurch sollen Familien aus sozial schwachen Verhältnissen frühzeitig unterstützt werden, um Stigmatisierungen zu verhindern. Andererseits erhält das Jugendamt aber auch direkte Informationen der kooperierenden Stellen, wenn benachteiligte Familien, Jugendliche oder Kinder Hilfe benötigen.

Die KoKis werden vom Freistaat finanziell unterstützt. Insgesamt sollen bis Ende nächsten Jahres bayernweit 300 solcher Stellen eingerichtet und gefördert werden. "Wir wären dumm, wenn wir geförderte Stellen nicht annehmen", meinte dazu der stellvertretende Jugendamtsleiter Bernd Fürleger.

Eine weitere Vollzeitstelle soll im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Kreisjugendamtes eingerichtet werden. Derzeit gibt es dort drei Sozialpädagogen. Damit liegt Neuburg-Schrobenhausen weit hinter seinen Nachbarlandkreisen: In Pfaffenhofen gibt es sechs ASD-Stellen, in Eichstätt 5,5 und in Ingolstadt neun. Welche Auswirkungen die derzeitige Personalsituation hat, machte eine der Sozialpädagogen, Philomena Karl, deutlich: 188 Familien betreut im Schnitt ein Mitarbeiter - Tendenz steigend; Familien, die keine regelmäßige Unterstützung benötigen, sind in dieser Zahl noch nicht einmal berücksichtigt. Die vierte Stelle wird demnächst ausgeschrieben.

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