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Neuburg

29.05.2020

Hoffnungsvolles Projekt für den Artenschutz aus Neuburg

Setzt mit seiner Stiftung ein nachhaltiges Zeichen für den Artenschutz: Manfred Hoffmann, hier vor dem Sitz seines Chemieunternehmens in Neuburg. 
Bild: Winfried Rein

Plus Chef der Unternehmensgruppe Hoffmann hat jetzt die Stiftung Artenschutz und Technik gegründet. Warum er dafür viel Geld investiert und welches Ziel er damit verfolgt.

Die Idee trägt er schon länger mit sich herum und in welche Richtung sein Vorhaben gehen soll, weiß Manfred Hoffmann seit etwa zwei Jahren. Nun macht er Nägel mit Köpfen. Der Chef der Unternehmensgruppe Hoffmann mit Sitz in Neuburg hat eine private Stiftung gegründet, die sich dem Artenschutz widmet. Ziel ist es, durch die Kopplung von Biologie und neuesten technischen Errungenschaften das Aussterben bedrohter Arten zu verhindern.

Dafür nimmt der 64 Jahre alte Neuburger Unternehmer zum einen viel Geld in die Hand. Zum anderen sind Vorstand und Rat der Stiftung mit ausgewählten Experten besetzt. Als finanzieller Grundstock dient eine Einlage von einer Million Euro, die Manfred Hoffmann privat aufbringt. Darüber hinaus werden die Firmen Hoffmann Mineral und Sonax in den kommenden zehn Jahren jährlich jeweils 25.000 Euro als Zustiftungen spenden. Damit lasse sich, so Hoffmann, eine effektive und nachhaltige Förderung von geeigneten Projekten mit Studenten und Doktoranden an (Fach-)Hochschulen voranbringen.

Mit dem Artenschutzauftrag Biologie und Technik zu koppeln, „hat durchaus seinen Charme“

Hoffnungsvolles Projekt für den Artenschutz aus Neuburg

Verbindungen dorthin gibt es schon einmal über zwei Mitglieder des Stiftungsrates. Prof. Dr. Markus Schmitt arbeitet an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Landshut. Dort sei man, so Schmitt, zwar stark mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, vor allem aber aus Sicht der technischen Betrachtung. Dass mit dem Artenschutzauftrag der Stiftung nun angestoßen werde, Biologie und Technik zu koppeln, „hat durchaus seinen Charme“, wie er sagt. Auch Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack, der knapp 20 Jahre lang Zoologie an der TU München gelehrt hat, wird seine Kontakte dorthin einsetzen. Er war jahrelang auch stellvertretender Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz (LBV) und bringt vielfache Erfahrungen in praktischen Artenschutzprojekten, etwa mit der Smaragdeidechse, der Heidelerche, Amphibien oder Wildbienen mit. Auch er findet das Projekt, die Naturschutzidee mit der Technik zu koppeln, interessant. Einige Ansätze dazu gebe es bereits an der TU in München.

Auch alle anderen Mitglieder bringen auf ihren Gebieten reichlich Erfahrungen mit, nicht zuletzt das Vorstandsduo aus dem Hause der Unternehmensgruppe Hoffmann. Aus der Geschäftsleitung ist das Christian Seeger, der seit 35 Jahren bei der Firma ist und, wie er sagt, immer schon der Natur verbunden sei, sowie sein Stellvertreter als Stiftungsvorstand, Joachim Schmalbach. Er leitet seit 2018 das Rechnungswesen und das Controlling bei Sonax in Neuburg.

Die Gründung der Stiftung war Manfred Hoffmann ein besonderes Anliegen

Die Gründung der Stiftung Artenschutz und Technik ist Manfred Hoffmann ein besonderes Anliegen, wie er sagt. Berührungspunkte dazu habe er als Jäger und als Betreiber der Tagebaue der Neuburger Kieselerde sowie durch die vielen Kontakte zu den Artenschützern in Amphibienschutz und im LBV. Da sei der Wunsch immer dringlicher geworden, mehr zur Förderung der Biodiversität zu machen.

Als Jäger habe er zum Beispiel Ende der 70er Jahre miterlebt, wie die Rebhuhnbestände zusammengebrochen seien. Aktiv auf Jagd gehe er mittlerweile fast gar nicht mehr, wie er erzählt. Ein großes Betätigungsfeld für die Stiftung könne zum Beispiel gemeinsam mit der Landwirtschaft der Schutz der Offenlandarten sein, wie etwa Feldlärche oder Kibitz. Beide stehen auf der Roten Liste gefährdeter Vogelarten.

Durchdachte Technik soll speziellen Arten das nachhaltige Überleben sichern

Mit der Stiftung verfolge man nun das Ziel, mithilfe kleiner, durchdachter Technik eine Lücke zu schließen, um mit wenig Aufwand helfen zu können, speziellen Arten das nachhaltige Überleben über Generationen zu sichern. Der Grundgedanke sei eben, die vielen technologischen Möglichkeiten, die die Menschheit entwickelt habe, nicht als Feind des Artenschutzes zu betrachten, sondern sie zu seinem Nutzen anzuwenden und die scheinbaren Gegensätze in Frage zu stellen. „Aktuell versucht man ja auch bei der Corona-Pandemie alle technischen Möglichkeiten zu nutzen, um durch die Krise zu kommen“, vergleicht Hoffmann. „Es wäre schade, die heutigen Fähigkeiten nicht auch für den Artenschutz anzuwenden.“ Und dies auf vielen Ebenen. Ob auf Flächen, die noch nicht bebaut sind oder erst noch bebaut werden, an den Bauten selbst, in der Wirtschaft, in Parks, auf Friedhöfen im Sport, etwa auf Golfplätzen, und vielem mehr.

Die ersten Arbeiten für den Artenschutz sollen nach Gesprächen mit Lehrstühlen noch heuer vergeben werden. Vielleicht, hofft Manfred Hoffmann, gebe es Ende des Jahres dann schon die ersten Ergebnisse. Mit der Stiftung könne man zwar nicht die Welt retten. „Aber in Süddeutschland können wir mit Blick auf die Rote Liste aussterbender Arten durchaus kleine Erfolge erzielen“, ist Hoffmann überzeugt. Und natürlich könne jeder, der im Zusammenspiel von Artenschutz und Technik eine zielführende Idee habe, mit der Stiftung in Kontakt treten.

Gremien und Zweck der Stiftung

  • Vorstand: Dr. Christian Seeger (Vorsitzender); Joachim Schmalbach
  • Stiftungsrat: Manfred Hoffmann (Vorsitzender), Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack, Dr. Manfred Pitsch, Karlheinz Schaile, Prof. Dr. Markus Schmitt

  • Stiftungszweck: 1. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und der Bildung insbesondere im Bereich des Artenschutzes und der Technik.
  • 2. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch: a) Finanzielle Förderung und Unterstützung von Forschungsarbeiten, wie mit technischen Methoden der Artenschutz verbessert werden kann, zum Beispiel durch Stipendien, Preise und Zuschüsse zum Bau von Prototypen, b) finanzielle Förderung und Unterstützung von praktischen Seminaren und Projekten in Schulen und Hochschulen im Bereich Artenschutz, insbesondere zum Zweck 2 a. c) Argumentative und ideelle Unterstützung von Initiativen zum Erhalt und zur Schaffung von Lebensraum für gefährdete und wiederanzusiedelnde Arten.
  • 3. Die Stiftung verfolgt damit ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
  • Die Stiftung ist selbstlos tätig. Sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Sie darf keine juristische oder natürliche Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Unterstützungen, Zuwendungen oder Vergütungen begünstigen. Der Stifter und seine Erben erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln der Stiftung. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen der Stiftung steht den durch die Stiftung Begünstigten aufgrund der Satzung nicht zu.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Stiftung hilft dem Mensch und der Natur"

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