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07.10.2008

Hofkirche wird komplett in Gelb verputzt

Neuburg Die Fassade der Neuburger Hofkirche wird nicht wie geplant weiß abgesetzte Mauervorsprünge bekommen. Wie bereits an den Seitenfassaden deutlich zu erkennen ist, wird das Gotteshaus komplett in Gelb verputzt und die Steinelemente in ihren natürlichen Farben erhalten.

Weiß-gelb - dieser Entschluss des Hofkirchenfonds hielt gerade mal sechs Monate. Erst im Mai dieses Jahres sprach sich das Gremium für den gelben Anstrich samt weißen Details aus und hatte damit der weiß-grauen Variante eine Absage erteilt. Doch auch von dieser Optik wurde jetzt wieder abgerückt. Die Hofkirche wird nun deutlich gelber.

"Die gelb-weiße Fassung wirkt nicht so gut", erklärt Harald Löhnert vom staatlichen Hochbauamt in Ingolstadt den Entschluss. Der Kontrast zwischen Weiß und Gelb sei zu hart gewesen, die Naturfarbe des Steines hingegen wäre schöner und trete ebenfalls deutlich hervor. Zusammen mit dem Hofkirchenfonds sei die Entscheidung für eine komplett gelbe Fassade gefallen.

Doch Hofkirchen-Administrator Anton Sprenzel sagt auf Nachfrage der NR: "Ich hätte diese weiße Gliederung sehr gerne gesehen." Er habe aber erfahren, dass die Umsetzung technisch schwierig sei. Der Stein hätte mit Kalk geweißt werden sollen, doch Regen und Schnee hätten bald weiße Schlieren auf dem gelben Putz hinterlassen - so die Einschätzung der ausführenden Firma.

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Während sich der Hofkirchenfonds mit der teilweise schon umgesetzten Farbgebung wohl oder übel arrangiert hat, stößt der "gelbe Papagei" bei Organist Josef Götzenberger auf Entsetzen. "Überall kann man eine weiße Strukturierung der Fassade umsetzen, nur in Neuburg ist das scheinbar nicht möglich", sagt er. Götzenberger, der ursprünglich für eine weiß-graue Variante gestimmt hatte, befürchtet, dass die Hofkirche nun komplett gelb erscheint, die architektonische Strukturierung nicht mehr zu erkennen ist. "Es geht hier schließlich nicht um irgendein Gebäude, es ist Neuburgs Wahrzeichen".

Ist der Gelbton vielleicht zu grün?

Auch mit dem gewählten Gelbton ist Götzenberger nicht einverstanden. "Das ist schon leicht grünlich", so seine Einschätzung. Doch dieses Gelb entspreche genau dem Farbton, der in den 70er Jahren gewählt worden sei, so Löhnert vom Bauamt. Dazu habe man extra eine Probe an einer wettergeschützen Stelle genommen.

Die Stadt will sich aus der neu angefachten Debatte heraushalten. "Wir konnten ja nur Wünsche äußern und keine Forderungen stellen", sagt OB Bernhard Gmehling. Komplett gelb sei ihm persönlich immer noch lieber als weiß-grau. "Damit kann ich gut leben."

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