Geschichte

28.03.2019

Horch und schau!

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August Horch war klein, zierlich, ein genialer Konstrukteur, aber kein begnadeter Geschäftsmann. Der Audi-Gründervater starb verarmt.

Das Audi Museum Mobile zeigt zum 150. Geburtstag von August Horch in einer Ausstellung, wie der Gründervater des Konzerns gelebt, gewirkt und was er hinterlassen hat

Sein 150. Geburtstag wäre schon im Oktober 2018 gewesen. Nun feiert die Audi AG ihren Gründervater mit einer Sonderausstellung. Im Ingolstädter Audi Museum Mobile wird nicht nur dem genialen Ingenieur August Horch gedacht, der gleich mehrere Automobilunternehmen gründete, sondern auch dem Menschen August Horch. So spielt das Auto zwar eine wichtige Rolle. Aber die Ausstellung will auch die Kindheit, die Jugend, das Familienleben und die letzten Jahre dieses Schmieds, Ingenieurs, Beraters und Autors ergründen.

Natürlich gehören Fahrzeuge zu dieser Sonderausstellung. So sind das Horch Modell 1 Phaeton aus dem Jahr 1901 zu sehen. Oder, nachdem Horch sein erstes eigenes Automobilunternehmen verlassen und als zweite Marke Audi gegründet hatte, der Audi 22 Typ E Phaeton. Aber, neben den vielen Exponaten auf zwei und vier Rädern, wandert die Sonderausstellung vor allem durch die Vita von August Horch und beleuchtet so das Leben hinter den vielen Fahrzeugkonstruktionen.

August Horch wurde am 12. Oktober 1868 im Moseldorf Winningen als Sohn eines Schmieds geboren. Er lernte den Beruf des Vaters, war von diesem Handwerk aber wenig angetan. Im Alter von 15 Jahren beendete er seine Lehrzeit und ging für vier Jahre auf die Walz. Diese Wanderjahre führten den jungen August Horch bis nach Rumänien. Zurück in seiner Heimat wollte er dann unbedingt Maschinenbau studieren. Gesagt getan. Als Horch das erste Mal mit einem Automobil in Berührung kam, war dieses lediglich eine bessere Kutsche ohne Pferde.

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Horch hat das Auto nicht erfunden, aber viele Verbrauchsverbesserungen erforscht und entwickelt. Die Neugier und der Erfindergeist brachten Horch mit Carl Benz zusammen, der in Mannheim bereits Motorwagen bauen ließ. Nach nur vier Monaten übertrug Benz August Horch den Betrieb des Motorwagenbaus. 1899 machte sich Horch dann selbstständig und entwickelte den ersten eigenen Wagen: „Horch 1“ genannt. Da er in Köln weder Platz noch Investoren fand, zog Horch 1902 zuerst nach Reichenbach, dann zwei Jahre später nach Zwickau.

Mit dem dortigen August-Horch-Museum entstand diese Sonderausstellung. In beiden Museen wird sie gezeigt. Thomas Stebich, Leiter Audi Museum Mobile, lobte die enge Kooperation bei der Ausarbeitung der Sonderausstellung. Rund die Hälfte der Exponate stammt aus Ingolstadt, darunter der Wanderstock von August Horch aus seinen Jahren auf der Walz.

Der war viel mehr als nur ein Autobauer. Er war Schmied, Wandergeselle, Konstrukteur, oft glückloser Geschäftsmann, Berater und Gutachter, Museumskurator und Autor. Und Familienvater von zwei Adoptivkindern. All das ist in der Ausstellung zu erfahren. Umrahmt von vielen historischen und richtig alten Automobilen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 23. Juni.

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