Newsticker
Ab Juni sollen sich alle Erwachsenen impfen lassen können
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Hubertusjagd in Neuburg: Im Galopp durch den herbstlichen Auwald

Neuburg

03.11.2019

Hubertusjagd in Neuburg: Im Galopp durch den herbstlichen Auwald

Prächtige Kulisse für einen traditionsreichen Sport. Startschuss für die 32. Hubertusjagd auf dem Schloss Grünau.
Foto: Alexandra Maier

Plus Die Hundemeute jagt über die feuchten Fluren, die Reiter hinterher – die Hubertusjagd auf Schloss Grünau am Sonntagnachmittag bleibt trotz schweren Geläufs unfallfrei.

Während sich draußen der November von seiner tristen Seite zeigte, hat es sich die 60-köpfige Jagdgesellschaft der diesjährigen Hubertusjagd im Jagdschloss Grünau gemütlich gemacht. Bei Sekt und Weißwurst stimmen sich Reiterinnen und Reiter samt Begleitung auf die traditionsreiche Schleppjagd ein.

Unter den Teilnehmern war auch Ines Grimm aus Schwäbisch Gmünd. Die 30-Jährige hat am Sonntag zum ersten Mal an einer Schleppjagd teilgenommen. „Ich freue mich total, bin aber natürlich auch sehr aufgeregt“, verriet sie zu Beginn. Grimm reitet sonst Turniere. Durch ihren Vater sei sie zum Jagdreiten gekommen. Er war am Sonntag während der Schleppjagd an ihrer Seite. Ihre Strategie, um die 16 Kilometer lange Strecke durch die Wittelsbacher Flur unfallfrei zu bewältigen: etwas abseits vom Pulk bleiben und den ein oder anderen Sprung mitnehmen.

Sportliche Hubertusjagd: Mehr als 20 Hindernisse verlangten den Reitern alles ab, vorne die Neuburgerin Martina Göbel. Zum Glück verlief die Jagd unfallfrei.

Die Schleppjagd ist eine Jagd hinter der Hundemeute auf einer künstlichen, zuvor durch einen Reiter der Equipage gelegten Fährte. „Pro Galoppsprung gibt es einen Tropfen Flüssigkeit, Scent genannt“, erklärt Robert Guggenberger, Vizepräsident des Schleppjagdvereins von Bayern, das Prozedere. Der Beutel mit Flüssigkeit hängt am Sattel der Schleppenlegerin. Sie reitet dem Jagdfeld voraus.

Wie jedes Jahr legten die Neuburger Reiter und der Schleppjagdverein Bayern ihre Schleppjagd auf den Hubertustag am 3. November. „Das nasse, kühle Wetter ist für die Tiere ideal“, sagt Guggenberger. Die Fährte liege gut, einzig die Bodenverhältnisse seien schwierig. Die Reiter müssen achtsam sein.

Die Hubertusjagd in Neuburg findet immer am Hubertustag statt

Dann geht es nach draußen vor das Schloss. Der Regen hat aufgehört. Die Reiter sammeln sich. Die Neuburger Jagdhornbläser begrüßen die Meute mit Equipage sowie die Jagdgesellschaft. Viele Zuschauer sind auch gekommen, um das Reitspektakel aus nächster Nähe zu sehen. Die meisten Reiter tragen rote Jacken mit goldenen Knöpfen, weißen Reiterhosen und schwarzen Stiefeln, die nicht mehr blitzblank geputzt sind, sondern mit Schlammspritzern versehen.

„Horrido“, ruft Anton Göbel von den Neuburger Reitern in die Menge und gibt somit das Startsignal zur Hubertusjagd. Und dann gibt es für die Meute von 35 Hunden kein Halten mehr. Sie nehmen sofort die Witterung auf und rennen hechelnd in den herbstlichen Auwald. Sissi Veith-Wiedemann führt die Hunde an. Die Reiter hinterher. Über Stock und Stein geht es auf die erste Schleppe – ganz schön schweißtreibend für Mensch und Tier. Auch Ines Grimm schlägt sich wacker, hält sich aber im hinteren Teilnehmerfeld und lässt die ersten Sprünge in der Nähe des Schlosses lieber aus.

Sehenswert im Rahmen der Schleppjagd: Pferdegemälde des international bekannten Künstlers Zenon Aniszewsik aus Danzig.

In diesem Jahr ist die Hubertusjagd extra sportlich, insgesamt wurden mehr als 20 natürliche Hindernisse aufgebaut und elf Schleppen gelegt. Die Reiter suchen die Herausforderung, weiß Cheforganisator Anton Göbel vom Neuburger Reit- und Fahrverein. Er hat die Jagd 1987 ins Leben gerufen. Schleppjagden sind ein Sport ohne Wettkampf. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Ausritt mit Hunden und anderen Reitern. So sieht es auch Robert Guggenberger. Ihn reize der Dreiklang von Hund, Pferd und Mensch. Und gleichzeitig sei die Schleppjagd Brauchtum und Traditionspflege.

Ein Tross von Zuschauern folgt den Reitern zu Fuß Richtung Gut Rohrenfeld. Außerdem fährt heuer zum ersten Mal ein Bus die Strecke ab.

Zwischenstopp von Reitern und Meute auf Gut Rohrenfeld bei Neuburg

Auf Gut Rohrenfeld legt die Jagdgesellschaft eine kurze Rast ein. Es gibt Schnaps und Kuchen. Dann geht es wieder in den Sattel und noch einmal in Richtung Osten. Mit Begeisterung jagt die Meute der gelegten Spur durch Wald und Wiesen hinter. Das Jagdfeld muss galoppieren, um den Hunden zu folgen.

Am Ende haben auch Ines Grimm und ihre achtjährige Stute Caramia die Hubertusjagd gemeistert. Sie und das übrige Teilnehmerfeld kommen nach 16 schweißtreibenden Kilometern wieder auf Schloss Grünau an. Für die Hunde gibt es jetzt das Curée, den Rinderpansen, zur Belohnung.

Mehr Bilder gibt es hier.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren