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Neuburg

20.05.2020

Hutschau, Töpfermarkt & Co: Schlechte Zeiten für die Herrschaftszeiten

Auch die Hutschau in Neuburg wird coronabedingt abgesagt. 
Bild: Volker Möller

Plus Ute Patel-Mißfeldt hat ihre Hutschau im September abgesagt. Auch für den Töpfermarkt, die Weinbörse und die Barockkonzerte sieht es aktuell nicht gut aus.

Ute Patel-Mißfeldt ist wahrlich keine konventionelle Frau. Ihr Kleidungsstil ist auffällig – und das nicht nur wegen der mitunter ausladenden Hüte, die sie so selbstbewusst wie selbstverständlich trägt. Erlaubt ist, was gefällt – dieses Credo gilt für sie und andere gleichermaßen. Doch mit einem „Kleidungsstück“ kann die Grande Dame der Kunstszene so gar nichts anfangen: mit der Mundschutzmaske. Eine solche zu tragen, während man einen neuen Hut probiert – „das geht gar nicht“, ist die 79-Jährige überzeugt. Nicht nur deshalb hat sie jetzt den Entschluss gefasst, ihre Hutschau im September abzusagen.

Es ist in Zeiten wie diesen keine große Überraschung. Bis Ende August sind nach aktueller Bestimmung der Staatsregierung ohnehin keine Großveranstaltungen erlaubt. Und was danach kommt, das weiß derzeit niemand. Ute Patel-Mißfeldt will sich aber nicht auf dünnes Eis begeben und ihren Ausstellern möglicherweise eine Verkaufsschau bieten, bei der Sicherheitsabstand und Schutzvorrichtungen über dem Kaufvergnügen stehen. Darüber hinaus ist ohnehin nicht gewährleistet, ob ihre Modisten, die aus allen Herren Ländern nach Neuburg kommen, zu jenem Zeitpunkt überhaupt nach Deutschland einreisen dürfen.

Die Hutschau in Neuburg findet wieder 2021 statt

Ute Patel-Mißfeldt hat deshalb die Reißleine gezogen und lässt die Hutschau in diesem Jahr ausfallen. Die Karten für die bereits ausverkaufte Modenschau nimmt sie zurück. Die nächste Hutschau findet dann wieder am letzten September-Wochenende 2021 statt.

Hutschau, Töpfermarkt & Co: Schlechte Zeiten für die Herrschaftszeiten

Ebenfalls um ein Jahr verschoben hat Ute Patel-Mißfeldt ihre Retrospektive zu ihrem 80. Geburtstag. Ab 13. September sollte im Neuburger Rathausfletz das ganze Spektrum ihres Schaffens gezeigt werden – angefangen von ihren berühmten Karikaturen über ihre Porzellandesigns bis hin zu Seidenmalereien und Aquarellen. Die Ausstellung soll nun ebenfalls 2021 zeitgleich mit der Hutschau nachgeholt werden.

Entscheidung über den Töpfermarkt fällt Mitte Juni

Noch nicht final abgesagt, aber ebenfalls auf der Kippe stehen zwei weitere Veranstaltungen im Rahmen der „Herrschaftszeiten“: der Töpfermarkt und die Weinbörse. Mitte Juni will Claudia Unger entscheiden, ob der Töpfermarkt im September stattfinden kann oder nicht. Ihre Befürchtungen teilt sie mit Ute Patel-Mißfeldt: Wenn nur wenige Besucher kommen, tappen die Veranstalter in eine riesige Kostenfalle und die Aussteller machen keinen Umsatz. Eine Situation, von der also niemand etwas hat.

Mitte November würde dann die Weinbörse im Veranstaltungskalender stehen. Doch Ina Bergbauer-Zagel geht derzeit davon aus, dass sie nicht stattfinden wird. Sie und ihr Mann haben sich bereits Gedanken gemacht, ob man über zeitlich begrenzte Eintrittskarten den Besucherstrom entzerren könnte. „Doch wer will schon vormittags um 10 auf die Weinbörse gehen?“, fragt sie zu Recht. Bis Anfang September geben sie sich noch Zeit und warten die Entwicklung ab.

So machen es auch die Veranstalter der Barockkonzerte. Im Augenblick sehen sie noch keine Veranlassung, die Konzertreihe im Oktober abzusagen, sagte Stiftungsvorsitzender Tobias Böcker auf Nachfrage. Das Programm würde stehen. Doch wer weiß in Zeiten wie diesen schon, was im Herbst sein wird.

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