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Projekt

20.07.2016

Ich konsumiere, also bin ich

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Anton Frisch moderierte die Infoveranstaltung „Reduse“, die Schüler über nachhaltigen Konsum und Recycling aufklärte. Nun kennt auch jeder den Witz von den zwei Planeten, von denen einer schwer erkrankt ist.

Ein Weckruf an alle, die denken, das Kaufen sei der Sinn des Lebens: „Reduse“ klärt Schüler auf, wie es wirklich um die Ressourcen der Erde bestellt ist

Würden alle Menschen auf der Erde so leben, wie in den westlichen Industrienationen, dann wären die Ressourcen von drei Erden nötig. Viele Rohstoffe gehen bereits zur Neige. Sie werden aber gerade für die moderne Kommunikationstechnologie gebraucht. Dass weder Erdöl noch Bauxit – der Rohstoff für die Aluminiumherstellung –oder gar seltene Erden und Edelmetalle in unendlicher Menge zur Verfügung stehen, weiß im Grunde jedes Kind. Deshalb die Lebensweise ändern aber wollen die wenigsten.

Kinder und Jugendliche sind da offener. Deshalb setzt ein Projekt bei ihnen an, das am Dienstag Station in Neuburg gemacht hat. „Reduse“ beschäftigt sich mit der Verringerung des Ressourcenverbrauchs, mit der Weiterverwertung von gebrauchten Dingen und mit dem Recycling von Wertstoffen. Die Zielgruppe in Neuburg waren Schüler der BOS und FOS, der Mittelschule, des Descartes-Gymnasiums und der Wirtschaftsschule.

Anton Frisch von Multivision moderierte zusammen mit seinem Kollegen Stefan Simonis die Veranstaltung rund um das Thema Ressourcenverbrauch. Ein auf die Zielgruppe zugeschnittener Film zeigte einprägend, was unser Konsum in der Welt anrichtet: gerodete Regenwälder, Kinderarbeit in den Cobaltminen, kranke Arbeiter in der Kleidungsindustrie.

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Vergangenes Jahr hatte die Menschheit rein rechnerisch bereits am 13. August alle Rohstoffe, die unser Planet pro Jahr zur Verfügung stellen kann, aufgebraucht. „Ich vergleiche das mit dem Bankwesen. Wenn die Zinsen aufgebraucht sind, gehen wir an das bestehende Kapital, das dann immer weniger wird und immer weniger Zinsen abwirft“, erklärte Frisch. Der Weg aus diesem Teufelskreis gehe nur über eine nachhaltige Nutzung von Rohstoffen. Beispiel: Wir sammeln so viel Altpapier wie nie. Der Anteil an Recyclingpapier aber geht kontinuierlich zurück. Und auch der Ressourcenverbrauch steigt ständig. Schließlich drängen Schwellenländer in denselben Lebensstandard, den wir bereits haben. „Aber damit schaden wir nicht nur der Umwelt, sondern vor allem auch uns Menschen selbst.“ Die Entwicklung ist erschreckend, schaut man sich den „Earth overshoot day“ an. Den Tag, an dem die Ressourcen für ein Jahr weltweit verbraucht sind. Heuer wird er wohl wieder einige Tage früher kommen, geschätzt wird der 7. August. 1990 war dieser Tag noch am 7. Dezember.

Organisiert wurde der Informationstag von der Stadt Neuburg. Umweltingenieurin Birgit Bayer-Kroneisl stellte zusammen mit Cornelia Euringer-Klose die Arbeitskreise der Agenda 21 vor. Denn genau dort kann sich jeder vor Ort einbringen. Gefragt ist vor allem die Jugend.

Ein Beispiel? Das Reparatur-Café, das Werner Fuhr vorstellte. Dafür möchte der Elektromeister auch die Schüler gewinnen. Wer sich selbst helfen kann, der kann seine Geräte – wie das Handy – länger nutzen. Und noch eine erschreckende Zahl. 80 Prozent der in Deutschland verkauften Produkte werden bereits nach sechs Monaten nicht mehr genutzt.

Zum Schluss ein Witz, den Anton Frisch den Schülern erzählte: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: „Du siehst aber schlecht aus“ - „Ja, ich war beim Arzt und der sagte ich habe mir was eingefangen, das Menschheit heißt.“ – „Och, das ist nicht so schlimm. Das geht vorbei.“

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