1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. "Ich war ständig betrunken": Zirkusarbeiter im Rausch auf Diebestour

Prozess in Neuburg

10.05.2014

"Ich war ständig betrunken": Zirkusarbeiter im Rausch auf Diebestour

Ein Zirkusarbeiter hat im Rausch mehrere Diebstähle begangen. Deswegen stand er in Neuburg nun vor Gericht.
Bild: Symbolfoto Alexander Kaya

Alkohol löst offenbar eine gewisse Form von Betriebsamkeit aus. So jedenfalls erklärte sich die Staatsanwaltschaft in einem Prozess in Neuburg die Einbrüche eines 36-Jährigen.

Er hatte im Rausch – während er mit einem Zirkus unterwegs war – mehrere Schrebergärten in Neuburg und Würzburg heimgesucht und dort Werkzeug und Elektrogeräte im Wert von fast 3000 Euro gestohlen. Durch einen DNA-Vergleich kam die Polizei ihm auf die Spur. Das Urteil: 18 Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung.

Innerhalb einer Nacht, im September 2012, war der 36-Jährige in zehn Gartenhäuser in Neuburg und einige Tage später in vier Schrebergartenhäuser in Würzburg eingebrochen. Neben dem Beutewert beläuft sich der angerichtete Sachschaden auf fast 2500 Euro. Auf die Spur des Angeklagten führten an den Tatorten sichergestellte Zigarettenkippen und angebissene Äpfel. Der 36-Jährige hatte wegen eines anderen Vorfalles bei der Polizei eine Speichelprobe abgegeben und so konnte er mittels DNA-Abgleich als der Täter überführt werden.

Der Angeklagte, der während seiner Diebestouren in einem Zirkus gearbeitet hatte und von Stadt zu Stadt gezogen war, wurde auf dem Weg von Rumänien nach Deutschland zu seinem Arbeitsplatz verhaftet und saß seit Anfang Februar in Untersuchungshaft in der JVA Neuburg. Vor Gericht räumte er die Taten ein. „Ich wusste nicht, was ich tue. Ich war ständig betrunken“, gab der 36-Jährige an.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Das Geld habe er in Alkohol umgesetzt

In Neuburg, so sagte er, habe er einen Komplizen gehabt, den er nach einer Zirkus-Vorstellung dort kennengelernt, mit ihm getrunken und danach die Einbrüche in die Schrebergärten begangen habe. Von der Neuburger Beute habe er selbst nur eine Gitarre bekommen. Das Diebesgut aus den Lauben in Würzburg habe er für 150 Euro und eine Flasche Wodka verkauft und das Geld in Alkohol umgesetzt.

Staatsanwalt Sebastian Hirschberger fordert ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung und 800 Euro Geldauflage für den nicht vorbestraften Mann, dessen Motiv der Alkohol gewesen sei. „Er brauchte Geld für neuen Stoff“, fasste Hirschberger zusammen. Auch Verteidiger Stefan Roeder vertrat die Auffassung, dass sein Mandant „nicht groß Kasse machen wollte“. Außerdem, so der Anwalt, sei der Angeklagte wieder nach Deutschland gekommen, obwohl er wusste, dass die Polizei nach ihm suche. Roeder legte das Strafmaß ins Ermessen des Gerichts.

Vorsitzende Celina Nappenbach verurteilte den Mann letztlich zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Sie hielt ihm sein Geständnis und die geringe Beute zugute, berücksichtigte aber auch das massive Vorgehen bei den Einbrüchen – und, dass die Opfer aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Angeklagten auf ihrem Schaden sitzen bleiben werden. josal

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren