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Natur

02.01.2019

Im Landkreis wurde ein Waldrapp gesichtet

In unserer Region wurde ein seltener Waldrapp gesichtet.
Bild: Peter Krause

Die Vögel sind sehr selten und überwintern normalerweise in der Toskana

Er ist groß und schwarz, hat einen langen, roten und sichelförmigen Schnabel und einem Federschopf am Hinterkopf: ein Waldrapp. Dieser seltene Vogel wurde vor Kurzem in der Region gesichtet, und zwar bei Rennertshofen und im Raum Ehekirchen. Mehrere Personen hatten rund um Weihnachten Ulrich Mayer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) Neuburg von einer solchen Beobachtung berichtet. Als er ein Foto sah, konnte Mayer schließlich bestätigen: Es handelt sich tatsächlich um einen Waldrapp. „Der müsste doch jetzt in der Toskana sein“, war die erste Reaktion von Peter Krause vom LBV Ingolstadt, der die Ornitho-Registrierung (Deutschland-weite Vogelsichtung) regional betreut. Krause nahm Kontakt mit der Biologin Daniela Trobe auf, die das Waldrappprojekt in Burghausen betreut. Bei dem gesichteten Waldrapp handelt es sich laut seiner Beringung um einen Jungvogel namens Koko. Er gehört zur Waldrapp- Freiflugkolonie der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau im Almtal in Oberösterreich. In dieser Region fliegen regelmäßig zur Herbstzeit Jungvögel herum. Diese kehren aber generell vor dem Winter zur Forschungsstelle zurück. „Es kann vorkommen, dass vereinzelt Jungvögel versuchen, woanders zu überwintern und im Frühjahr zu ihrer Kolonie zurückkehren“, so Traube. Da die Vögel dieser Freiflugkolonien nicht besendert sind, sind die Einrichtungen auf Sichtmeldungen angewiesen und dankbar für die Meldungen aus Neuburg. Im süddeutschen Raum gibt es Waldrappprojekte in Burghausen und Überlingen am Bodensee. Aufgrund intensiver Bejagung ist der Waldrapp seit dem 17. Jahrhundert in Süddeutschland ausgestorben, heißt es vonseiten des LBV. Bei einer Größe von 60 bis 75 Zentimetern cm bringt es der Waldrapp auf eineinhalb Kilo. Die Nackenfedern sind stark verlängert, sodass der Eindruck eines Schopfes entsteht. Mit seinem auffallend roten sichelförmigen Schnabel sucht er in frisch gemähten Wiesen, Feucht- und Auwiesen nach Nahrung, die aus Insekten, Würmern, Schnecken, kleinen Säugetieren und Amphibien besteht. In unserem Landkreis wurde er auf Wiesen und Weideflächen gesichtet, aber auch auf Dächern, wo er sich ausruhte.

Seit 2002 ist ein Gebiet in der Toskana das gemeinsame Überwinterungsgebiet für Waldrappe aus den Freiflugkolonien. (nr)

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