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Neuburg

09.10.2019

Im Parkbad hakt es noch - Besucher sind unzufrieden

Der Selbsttest: Stadtwerke-Chef Richard Kuttenreich probiert den Kassenautomaten mit seinen diversen EC-Karten aus. Bäder-Betriebsleiter Maik Müller schaut ihm gespannt über die Schulter. Aber alles funktioniert reibungslos.
Bild: Gloria Geissler

Automaten ersetzen nun die gekündigten Kassenkräfte. Aber bisher läuft es nicht rund im Neuburger Hallenbad. Chef Richard Kuttenreich verspricht Besserung.

Der Chaos-Sonntag vor vier Tagen im Neuburger Parkbad hat für einigen Ärger gesorgt. Nicht nur bei den Kunden, die teilweise über eine halbe Stunde anstanden, sondern auch bei Stadtwerke-Chef Richard Kuttenreich: ein abgestürzter Kassenautomat, ausgegangene Eintritt-Coins und überforderte Mitarbeiter. „So etwas kann und darf nicht wieder passieren“, sagt Kuttenreich, aber er weiß auch, dass sich die Mitarbeiter des Parkbades gerade in einer „Lernphase“ befinden.

Nach der betriebsbedingten Entlassung der Kassenkräfte müssen nun Automaten deren Arbeit übernehmen. Und sowohl bei den Maschinen als auch beim Umgang mit ihnen läuft noch nicht alles reibungslos. Und so bildeten sich gerade am vergangenen Sonntag lange Schlangen vor den beiden Geräten. Der Unmut der Badegäste war groß. „Verständlicherweise“, sagt Kuttenreich, aber er appelliert an alle Besucher, der Technik und den Menschen dahinter noch ein wenig Zeit zu geben. So fehlt zum Beispiel noch ein Teil, das es dem Automaten ermöglicht, Scheine als Wechselgeld auszugeben, und neue Coins sind nachbestellt.

Parkbad Neuburg: Besucher sind unzufrieden

Und tatsächlich steht eine Frau mit ihrer kleinen Tochter etwas befremdet vor dem Kassenautomaten, noch während der Stadtwerke-Chef mit der Presse spricht. „Ich finde diese Automaten ganz furchtbar“, sagt sie offen, als ihr die Mitarbeiter zu Hilfe eilen.

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Die Geräte sind aber eigentlich ganz verständlich aufgebaut. Man tippt ein, welchen Tarif man möchte, wirft das Geld ein und unten hüpft der Coin raus, mit dem man dann das Drehkreuz passieren kann. Auch Kartenzahlung ist möglich, sogar beim Nachzahlen. Dennoch wird es wohl einige Zeit brauchen, bis sich alle Badegäste mit dem Bezahlen am Automaten angefreundet haben. Bei Fragen oder Problemen gibt es neben den Geräten einen Klingelknopf, der den Kunden direkt mit einem Mitarbeiter verbindet. Der kommt dann zur Kasse hinaus und hilft beim Zahlen oder öffnet das Türchen zum Bad zum Beispiel für Kinderwagen.

Parkbad Neuburg: Tarifsystem wird diskutiert

Der Kritik, dass in diesem Fall die Beckenaufsicht vernachlässigt wird, stellt sich Richard Kuttenreich entschieden entgegen: „Wir sind personell so gut aufgestellt, dass die Sicherheit immer gewährleistet ist. Die Becken sind nie verwaist.“ Aber natürlich werde dann im Bad das Standard-Programm gefahren, der Strömungskanal draußen oder der Drei-Meter-Sprungturm werde in dieser Zeit nicht geöffnet, schränkt Bäder-Betriebsleiter Maik Müller ein.

In der kommenden Woche wird der Werkausschuss zudem über eine Vereinfachung des Tarifsystems diskutieren. Bisher hat man die Wahl zwischen eineinhalb und drei Stunden Aufenthaltsdauer. Kuttenreich könnte sich aber mittelfristig vorstellen, das Drehkreuz am Eingang abzuschaffen und auf das Vertrauen der Menschen zu setzen: „In der Münchner U-Bahn funktioniert es auch. Wer schummelt und erwischt wird, zahlt eine ordentliche Strafe.“

Rund 300 Gäste halten sich an guten Tagen gleichzeitig im Bad auf, über den Tag verteilt kommen so rund 1600 zusammen. Viel Arbeit also für den Kassenautomaten.

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Kostenlos ins Brandlbad, weil Personal fehlt".

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