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26.02.2015

Im Zweifel für die Angeklagten

Kneipenschlägerei: erst zwei Freisprüche, dann Gefängnis

Für die beiden Angeklagten ging es am Ende um alles oder nichts – Freispruch oder Gefängnis. An sechs Verhandlungstagen hat das Amtsgericht Neuburg eine Geschichte aus ganz unterschiedlichen Perspektiven gehört, an deren Anfang eine Kneipenschlägerei und an deren Ende viele Fragezeichen standen (wir berichteten). Am Tag des Urteils sollte nun endlich ein Schlussstrich unter einen Fall gezogen werden, dessen Brutalität in Neuburg ihresgleichen sucht.

Angeklagt waren ein 21-Jähriger und ein 23-Jähriger, die am 10. November 2013 zwei junge Männer übel zugerichtet haben sollen. Mit Platzwunden, Nasenbeinbrüchen, Hämatomen und Schädelprellungen ließen sie ihre Opfer vor einem Neuburger Lokal zurück. Der einschlägig vorbestrafte Ältere soll außerdem seine ehemalige Freundin vor drei Zeugen verprügelt haben. Die Staatsanwaltschaft forderte für ihn eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten für den 23-Jährigen, ein Jahr und acht Monate für den 21-Jährigen. Die Verteidiger sahen in beiden Fällen keine Schuld bei den Angeklagten: Freispruch wegen Notwehr.

Richter Gerhard Ebner startete den Versuch, ein strafmilderndes Geständnis aus den beiden Angeklagten herauszukitzeln. Anscheinend waren sie sich jedoch ihrer Sache sicher, denn dieses Angebot lehnten sie ab. Wie sich herausstellen sollte, zurecht: Beide werden in der Kneipenschlägerei freigesprochen. Wer zuerst zugeschlagen habe und wer nur in Notwehr handelte, war aus Sicht des Richters nicht mehr aufzuklären. Die Zeugenaussagen widersprachen sich.

Für den 23-Jährigen war das erste Urteil nur ein kurzes Aufatmen. Was den Fall der misshandelten Freundin anging, sprechen die Fotos vom Opfer eine eindeutige Sprache, sagte Richter Ebner. Sie habe zahlreiche Blutergüsse davongetragen. Dass der 23-Jährige schuldig sei, stehe außer Frage. Aufgrund der schlechten Entwicklungsprognose und des Vorstrafenregisters verurteilt er den Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung.

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