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Berg im Gau

07.07.2020

In Berg im Gau entsteht Bayerns größter Solarpark

Andreas Klier und Markus Brosch (von links) haben es geschafft. Viele Jahre haben sie für den Solarpark in Berg im Gau gekämpft. Jetzt ist es geschafft. Die Module und die Umspannwerke werden bereits gebaut, nun ist auch der Vertrag mit einem Großabnehmer geschlossen. Rechts die Vertreter von Statkraft.
Bild: Gloria Geissler

Plus Anumar baut in Berg im Gau Bayerns größten Solarpark. Anfangs belächelt, ist Solarstrom inzwischen wettbewerbsfähig und Unternehmen kaufen ihn direkt ein.

Jetzt ist alles unter Dach und Fach. Während im Hintergrund die Maschine ratterte, die die Pfosten für die Fotovoltaikmodule in den Boden rammt, besiegelten die Vertreter des Projekts ihre Zusammenarbeit symbolisch mit einer Unterschrift. Es ist das größte Power Purchase Agreements (PPA), also der Verkauf des erzeugten Stroms direkt an ein Unternehmen, für einen Solarpark in diesem Realisierungsstadium.

Was in Berg im Gau entsteht, ist Bayerns größter Solarpark und einer der größten in ganz Deutschland. Die Ingolstädter Firma Anumar baut dort auf 140 Hektar Fläche ein riesiges Solarkraftwerk, das jährlich 110 Gigawattstunden Strom erzeugt. Rein rechnerisch könnte man damit alle rund 30.000 Haushalte des Landkreises versorgen.

Energiekonzern Statkraft schließt Vertrag mit Anumar

Doch wo der Strom genau hinfließt, das entscheidet die Firma Statkraft. Der staatliche norwegische Energiekonzern nimmt jährlich 50 Gigawattstunden Strom ab und gibt diesen an seine Kunden weiter. Statkraft ist Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien und weltweit ein bedeutender Akteur im Energiehandel. Dementsprechend stolz sind die beiden Geschäftsführer und Gründer von Anumar, Andreas Klier und Markus Brosch, ein solch renommiertes Unternehmen mit an Bord zu haben. Möglich macht diese Zusammenarbeit der stark gesunkene Preis für Solarstrom. „Dieser muss sich jeden Tag dem Wettbewerb stellen“, sagte Patrick Koch, der Leiter des Kundengeschäfts in Deutschland, „und das schafft er“.

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Zehn Jahre lang haben sich die beiden Anumar-Geschäftsführer um das Projekt in Berg im Gau bemüht – damals noch in anderer Funktion. 2010 gründeten sie ihre eigene Firma und trieben seither den Bau voran. Inzwischen ist ein Teil der Module installiert, Ende des Jahres soll der Solarpark ans Netz gehen. 60 Millionen Euro beträgt die Investitionssumme, die Dank der Umweltbank gestemmt werden kann. Auch Vertreter der Direktbank, die mit ihren Kundeneinlagen ausschließlich ökologische Kreditprojekte finanziert, waren am Dienstag vor Ort. „Wir wollen Ökologie und Ökonomie verbinden“, erklärt Thomas Scheppler, Teamleiter Finanzierung für erneuerbare Energien. Und das sei ihnen hier hervorragend gelungen. Denn durch den Solarpark werden nicht nur über 75.000 Tonnen CO2 eingespart, sondern auch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid durch die Landwirtschaft verhindert. Der wertvolle Torf im Moosboden wird geschont. Das sei ein Musterbeispiel, wie das Donaumoos in Zukunft moor- und klimaschonend genutzt werden kann, sagte Landrat Peter von der Grün.

Solarpark Berg im Gau verbindet Ökologie und Ökonomie

Unter den Solarmodulen grünt und blüht es. Landwirtschaftlich genutzt werden kann die Fläche logischerweise nicht mehr. Das stört Alexander von Zwehl, den Eigentümer der Flächen, jedoch wenig. Die Böden im Tal von Berg im Gau seien problematisch, nur Monokulturen aus Mais und Weizen würden Sinn machen. Dementsprechend wertvoll seien die entstehenden Biotope unter den Modulen.

Bürgermeister Helmut Roßkopf freut sich besonders über die sprudelnde Gewerbesteuer. Da Anumar eine Betreibergesellschaft mit Sitz in Berg im Gau gegründet hat, bleibt die Gewerbesteuer in der Gemeinde. „Ich bin stolz wie ein Hahn“, sagte das Gemeindeoberhaupt, „dass die kleinste Kommune im Landkreis Bayerns größten Solarpark beheimatet“. Anders als in vielen anderen Gemeinden sei das Projekt in Berg im Gau von Anfang an auf eine breite Resonanz in der Bevölkerung gestoßen. Roßkopf: „Wir haben die Bürger von Anfang an mit genommen. Das hat sich bewährt.“

In den nächsten Wochen und Monaten werden die Maschinen noch eifrig Pfosten in den Moosboden rammen, denn schon Ende des Jahres soll der erste grüne Strom fließen.

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