Newsticker
Gesundheitsminister Spahn: Corona-Infektionszahlen deuten erste Entspannung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. In Oberhausen haperte es an der Kommunikation

In Oberhausen haperte es an der Kommunikation

Kommentar Von Claudia Stegmann
06.12.2020

Plus Den Bürgerentscheid in Oberhausen hätte es vielleicht nicht gebraucht - wenn die Betroffenen frühzeitig einfach miteinander geredet hätten. 

Die Bürger in Oberhausen haben entschieden: Das Gewerbegebiet am Plattenacker und das Wohnheim für schwerst behinderte Menschen darf gebaut werden. Die Anwohner, die sich gegen die Pläne mit dem Bürgerentscheid gewehrt hatten, werden dieses demokratische Ergebnis akzeptieren, wenngleich natürlich ihre Vorbehalten bleiben werden.

Die politische Arbeit an dem strittigen Projekt kann nun weitergehen – doch nicht, ohne auch Lehren daraus zu ziehen. Denn in Oberhausen hat sich exemplarisch gezeigt, wo heutzutage so oft der Ursprung allen Unmuts liegt: in der Unwilligkeit oder Unfähigkeit, miteinander zu reden. Sowohl die Initiatoren als auch die Gemeindevertreter haben diesbezüglich ihren Teil zum Konflikt beigetreten.

Es war von Anfang an klar, dass es den Anliegern um höchstpersönliche Interessen geht. Wer am Ortsrand wohnt und dort die Ruhe und den freien Blick über Wald und Wiesen genießt, der möchte sich diese Idylle ungern verbauen lassen. Aus diesem Grund hatten die Gegner nie ein ernsthaftes Interesse daran, von „guten Argumenten“ überzeugt zu werden. Vielmehr war ihre Haltung klar und unumstößlich. Deshalb haben sie im Vorfeld ihres Bürgerbegehrens auch nie ein konstruktives Gespräch mit dem Bürgermeister und der Stiftung St. Johannes gesucht. Gleichzeitig kritisierten sie aber, dass es zu den geplanten Projekten keine Informationen gab.

Damit hatten sie auch nicht unrecht. Der Gemeinderat und die -verwaltung haben das Thema zwar nicht versteckt, sind damit aber auch nicht offensiv an die breite Öffentlichkeit gegangen. Hier eine Information in der Gemeinderatssitzung, da ein Hinweis auf einer Wahlversammlung – die Zahl der Zuhörer dürfte jeweils sehr überschaubar gewesen sein. Rein formal hat die Gemeinde bei der Bürgerbeteiligung nichts falsch gemacht – doch war die Vorgehensweise trotzdem richtig? Zugegeben: Die Coronakrise hat dieses Jahr vieles schwierig gemacht. Doch über eine Veröffentlichung im Gemeindeblatt oder in den Medien hätte das Thema breit gestreut werden können. Dem Widerstand der Anwohner hätte man damit zwar nichts entgegensetzen können – wohl aber dem Vorwurf der Kritiker, von nichts gewusst zu haben.

Ein Gutes hatte der Bürgerentscheid am Ende aber doch: Die Überzeugungsarbeit der Gegner und Befürworter des Projekts hat dazu geführt, dass die Oberhausener in den vergangenen Wochen so gut informiert wurden, wie es ansonsten wohl nicht der Fall gewesen wäre.

Lesen Sie dazu den Artikel: Initiatoren verlieren Bürgerentscheid in Oberhausen

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren