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Vermisstenfall

18.12.2013

In Thailand - oder tot?

Eine Frau ist bei einer Urlaubsfahrt mit der Familie spurlos verschwunden. Die Kripo ermittelte eineinhalb Jahre gegen den Lebensgefährten, fand aber nichts heraus

Ingolstadt Das Schicksal der seit nun schon über eineinhalb Jahren vermissten Thailänderin aus Ingolstadt ist weiter ungeklärt. Geht es um ein Verbrechen oder eine spontane Flucht aus einer nach außen hin halbwegs intakten Beziehung?

Rückblende: Angeblich fuhren der Lebensgefährte (heute 33) und Taprap Chettana (damals 31) mit den beiden gemeinsamen Kindern im Juni 2012 von Ingolstadt ins Urlaubsdomizil auf die Insel Rab in Kroatien. Nach Angaben des Ehemannes gab es auf dem Weg dorthin mit dem alten VW-Bus Probleme, weshalb eine Werkstatt angesteuert wurde. Das war in Österreich.

Vier Tage später ging es weiter Richtung Kroatien. Dort sei man angekommen und habe das Hotel bezogen. Die Frau habe sich dann gleich verabschiedet, um alleine einen Spaziergang am Meer zu unternehmen, sagte der Ingolstädter später bei der Kripo aus. Taprap Chettana war nämlich nicht zurückgekehrt. Am 12. Juni erstattete der Mann deshalb bei der kroatischen Polizei eine Vermisstenanzeige.

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Aber der Ingolstädter verstrickte sich nach Ansicht der hiesigen Staatsanwaltschaft später bei Befragungen durch die Kriminalpolizei immer wieder in Widersprüche. Deshalb wurde gegen ihn schließlich ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes eingeleitet. Der Lebensgefährte stand seiher unter Tatverdacht. Der aber beharrt darauf: Die 31-Jährige sei bis nach Kroatien mitgereist und dort plötzlich wie vom Erdboden verschwunden.

Die Ermittler verfolgten viele Spuren. Auch die Möglichkeit, dass die Frau nach dem zwangsläufigen Zwischentopp in Österreich gar nicht mehr bis nach Kroatien mitgefahren sein könnte. Die Auswertung einer Videoaufzeichnung an einem Grenzübergang brachte dazu aber keine haltbaren Erkenntnisse. Und die Suchaktionen am Urlaubsort führten ebenfalls nicht zu einem Hinweis, der geeignet wäre, klare Rückschlüsse auf das Verbleiben der 31-Jährigen zu bilden.

Alle Nachforschungen blieben ohne konkretes Ergebnis. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben ihres Behördenleiters Helmut Walter „keine Ansatzpunkte mehr“. Deshalb wurden die Ermittlungen jetzt eingestellt. Das ist ganz im Sinne von Pflichtverteidiger Rainer Maria Rehm. Der Anwalt vertritt die Rechte des Lebensgefährten, der im vergangenen Jahr auch in Untersuchungshaft genommen wurde. Während dieser Zeit waren die beiden Kleinkinder in der Obhut des Jugendamtes.

Es gab es auch Anhaltspunkte, dass sich die Frau nach Thailand abgesetzt haben könnte. Einen Beweis dafür fand man aber nie. Es bleiben viele Fragezeichen.

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