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Stadtentwicklung

11.03.2011

Ingolstadt: Filetstücke hinter Stacheldraht

Fünf von diesen ehemaligen Kasernengebäuden an der Manchinger Straße werden zu Wohnanlagen umgebaut. Zwei realisiert das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg, die übrigen drei hat die städtische Wirtschaftsfördergesellschaft IFG an private Investoren verkauft, die ebenfalls sofort loslegen wollen.
Bild: Harald Jung

In einem Teilbereich der alten Pionierkaserne in Ingolstadt entstehen neue Wohnungen für Studenten, Soldaten und kleine Familien. Es geht um mehr als 30 Millionen Euro.

Am Montag erst meldete das Staatliche Bauamt die Fertigstellung der neuen Pionierkaserne Auf der Schanz. Tags darauf am Dienstag wurden dann die Detailpläne für den Umbau von fünf alten Kasernengebäuden bekannt.

Für die neue Pionierkaserne und die Pionierschule wurde nur ein Teil des weitläufigen Areals benötigt. Die restliche Fläche wurde von der städtischen Tochtergesellschaft IFG angekauft, die wiederum Gebäude und Grundstücksteile weiter vermarktet hat. Und zwar problemlos, denn bei diesen Flächen handelt es sich um zentrumsnahe Filetstücke.

Zwei ehemalige Kasernengebäude wird das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg kaufen und darin insgesamt 134 Studentenwohnungen errichten. Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, wird jeweils ein viertes Stockwerk aufgesetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich inklusive Kaufpreis auf immerhin 9,8 Millionen Euro. Die Grundmiete der Appartements mit einer Wohnfläche von 16 bis 29 Quadratmeter beträgt zwischen 163 und 181 Euro. Eine energieeffiziente Bauweise und ein hoher Standard bei der technischen Gebäudeausrüstung lassen nach Angaben des Studentenwerkes sehr geringe Nebenkosten erwarten. Übrigens wurde auch ein alter Atombunker in die technische Planung einbezogen. Er dient künftig als Zisterne für das Regenwasser.

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Mindestens zehn Prozent mehr Studenten in der Stadt

Wenn die Wohnungen (bis März beziehungsweise Juli 2012) realisiert sind, wird sich der Gesamtbestand des Studentenwerkes in Ingolstadt auf rund 200 Einheiten erhöhen. „Damit sind wir hier dann gut aufgestellt“, sagt Otto de Ponte, der Geschäftsführer des Studentenwerkes. Neben dem Studentenwerk gibt es weitere – auch private – Bauträger, die sich auf den Hochschulstandort Ingolstadt und die Studierenden dort als Kunden eingestellt haben. Doch trotz vieler kleinerer Maßnahmen auch im Altstadtbereich kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Hochschule und Uni wachsen immer stärker. Heuer sind es rund 4200 Studenten – zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Markt wird auch auf absehbare Zeit nicht gesättigt sein, zumal der doppelte Abiturjahrgang und schließlich die erhebliche bauliche Erweiterung der Hochschule erst noch kommen werden.

Die drei übrigen Kasernengebäude an der Manchinger Straße hat die städtische Wirtschaftsfördergesellschaft IFG inzwischen ebenfalls weiterverkauft. Dort sind private Investoren eingestiegen. Laut Geschäftsführer Dr. Werner Richler werden in diesen Gebäuden hauptsächlich Kleinwohnungen und Appartements entstehen, die einmal von Singles oder kleinen Familien und vor allem Soldaten bewohnt werden sollen, die in der angrenzenden Kaserne Dienst machen.

Die Investoren wollen laut Richler „sofort loslegen“. Auch bei diesen Einzelprojekten kann man mit einer zügigen Fertigstellung rechnen. Laut IFG-Geschäftsführer beläuft sich das gesamte Investitionsvolumen (einschließlich Studentenwerk) auf mindestens 30 Millionen Euro. Die Bauwirtschaft bekommt an der Manchinger Straße also erneut kräftige Impulse. Wie hoch die Mieten in den Anlagen der privaten Investoren sein werden, lässt sich noch nicht sagen. Das ist aber zweitrangig, denn der Immobilienmarkt in und um Ingolstadt schreit förmlich nach kleinen Wohnungen. Aus dem Grund werden inzwischen auch teils schwindelerregende Quadratmeterpreise dafür gezahlt.

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