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Ingolstadt
17.11.2020

Warum das Gesundheitsamt in Ingolstadt mehr Mitarbeiter bekommt

Der Inzidenzwert in Ingolstadt liegt aktuell bei über 250.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolfoto)

In Ingolstadt wird das Team zur Kontaktverfolgung am Gesundheitsamt verstärkt. Insgesamt sind 40 Mitarbeiter damit beschäftigt. Vor allem drei Corona-Hotspots treiben die Zahlen gerade in die Höhe.

Der Inzidenzwert liegt aktuell bei knapp 252, genau 310 Personen sind in Ingolstadt mit dem Coronavirus infiziert. Für das Gesundheitsamt bedeutet das vor allen Dingen eins: jede Menge Arbeit. Jetzt hat die Stadt das sogenannte Contact Tracing Team (CTT) – das Corona-Kontaktverfolgungsteam – verstärkt. Seit kurzem steht dem CTT eine komplette Etage im ehemaligen Landratsamt an der Straße Auf der Schanz zur Verfügung. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Mitarbeiter deutlich erhöht. Das teilt die Stadt Ingolstadt mit.

Bei der Corona-Teststation in Ingolstadt gab es eine Software-Panne

Allerdings gab es am Montagvormittag eine Panne, von der zwar nicht das CTT, aber die Corona-Teststation am Audi-Sportpark (und auch die Stadtverwaltung) betroffen war: Weil wegen technischer Probleme Termine zum Teil doppelt vergeben worden sind, gab es längere Wartezeiten. Am Mittag wurde dann nach Auskunft der Stadt eine zweite Anmeldestation in Betrieb genommen, um die Abläufe zu beschleunigen. Am Nachmittag sei der Betrieb wieder normal gelaufen.

In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Ingolstadt haben sich 20 Mitarbeiter mit Corona infiziert

Aktuell gibt es in Ingolstadt drei Corona-Hotspots. Allein mehr als 100 Menschen, die sich in der vergangenen Woche neu infiziert haben, lassen sich auf eine der Örtlichkeiten zurückführen. So steht eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber komplett unter Quarantäne: Dort waren vor eineinhalb Wochen zunächst sieben Fälle bekanntgeworden, bei einer Reihentestung von insgesamt 171 Personen – Bewohner und Mitarbeiter – waren weitere 59 positiv getestet worden.

Einen Corona-Ausbruch gab es auch auf einer gerontopsychiatrischen Station am Ingolstädter Klinikum. Dort waren 18 Patienten infiziert, ebenso wie sieben Mitarbeiter. Zwei der Patienten (98 und 87 Jahre alt) sind mittlerweile gestorben. Zuletzt machte ein Corona-Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Ingolstadt Schlagzeilen. Dort hatten sich 20 Mitarbeiter, die in der gesamten Region wohnen, mit dem Virus infiziert.

In der Ingolstädter Corona-Kontaktpersonen-Ermittlung arbeiten nun 40 Mitarbeiter daran, sämtliche Personen im Umkreis aller Erkrankten herauszufinden. Neun weitere Mitarbeiter kümmern sich um die Indexpersonen, also positiv auf Corona getestete Menschen, die regelmäßig telefonisch zu ihrem Gesundheitszustand befragt werden.

Das Gesundheitsamt in Ingolstadt ist derzeit nicht überlastet

15 Mitarbeiter des CTT kommen direkt vom Gesundheitsamt, 13 weitere von anderen Referaten und Ämtern der Stadt. Zudem wird das CTT mit 21 Mitarbeitern anderer Behörden unterstützt, darunter Polizei, BKA, Bundeswehr, Finanzamt, Vermessungsamt und Wasserwirtschaftsamt. Nach Auskunft von Astrid Grundbrecher, der Leiterin des Ingolstädter Gesundheitsamts, gebe es derzeit keine Überlastung in der Behörde. Das CTT arbeitet täglich von Montag bis Sonntag, die Telefone sind bis zu zwölf Stunden am Tag besetzt. „Dadurch gelingt es uns aktuell recht gut, die hereinkommenden Fälle abzuarbeiten“, so Grundbrecher.

Der typische Arbeitsablauf im Contact-Tracing-Team in Ingolstadt sieht so aus: Wenn ein positives Testergebnis gemeldet wird, rufen die Mitarbeiter diese Person an und versetzen sie in Isolation. Zudem wird der Betroffene aufgefordert, seine Kontaktpersonen mitzuteilen. Die entsprechenden Listen werden vom CTT geprüft und je nach Intensität und Zeitpunkt des Kontakts zum Infizierten in Quarantäne versetzt. Sind Kontaktpersonen in anderen Landkreisen wohnhaft, so wird das dortige Gesundheitsamt informiert.

„In der Regel zeigen sich die von uns informierten Kontaktpersonen sehr kooperativ, es gibt aber auch einzelne Fälle, wo die Kontaktpersonen kein Verständnis haben“, sagt Projektleiterin Stephanie Schelchshorn. In solchen Fällen komme mitunter auch die Polizei zum Einsatz. Der aktuelle Teil-Lockdown wirke sich positiv auf die Kontaktpersonennachverfolgung aus: „Während wir vor einigen Monaten auch einmal Listen mit bis zu 200 Kontaktpersonen bekommen haben, hat sich die Anzahl der Kontaktpersonen – wohl auch durch den Lockdown – im Schnitt inzwischen deutlich reduziert.“ (rilu/nr)

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