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23.11.2017

Ingolstadt setzt viele Zeichen gegen Gewalt

Welche Aktionen und Vorträge es rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gibt

Gewalt gegen Frauen hat viele Formen. Viele Frauen mussten in ihrem Leben körperliche, sexualisierte Gewalt, aber auch ökonomische oder soziale Gewalt erleben. Auch in Deutschland und auch in Ingolstadt erleben Frauen Gewalt. Am häufigsten übrigens in ihrer Familie, denn 90 Prozent der Gewalttaten werden im familiären Umfeld oder im sozialen Nahbereich ausgeübt. Jede dritte bis vierte Frau erlebt Gewalt durch ihren Lebenspartner. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am kommenden Samstag, 25. November, formiert sich in Ingolstadt ein großes Bündnis mit vielen Veranstaltungen.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ingolstadt veranstalten in Kooperation mit dem Netzwerk „Häusliche Gewalt“ die diesjährige Aktion „Orange“. Mit vielen Lichtern soll dabei ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden. Im Café Moritz wird Silke Poller, Beauftragte für Kriminalitätsopfer im Polizeipräsidium Oberbayern Nord, ein Impulsreferat halten und zusammen mit Andrea Schlicht, Leiterin des Frauenhauses, für Fragen, Informationen und einen Austausch zur Verfügung stehen. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet statt am Freitag, 24. November, um 18 Uhr am Rathausplatz.

Am Montag, 27. November, wird um 17.30 Uhr die Ausstellung „Die Hälfte des Himmels“ eröffnet. Veranstalter sind die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ingolstadt. „Frauen sprechen über ihr Leben, ihren Stolz und ihre Erfahrungen mit Gewalt“, heißt es in der Ankündigung zur Veranstaltung, die im Foyer der Technischen Hochschule durch Oberbürgermeister Christian Lösel und THI-Vizepräsidentin Michaela Regler eröffnet wird. Die Ausstellung von Annette Schiffmann porträtiert Frauen und ihre Lebensgeschichten, ohne sie auf einen Aspekt der Geschichte oder gar auf das Opfersein festzulegen. Es werden 55 Porträts von Frauen im Alter von 16 bis 92 Jahren aus allen Schichten und mit unterschiedlichem Hintergrund gezeigt. Sie alle vereint Kraft und Stärke. Sie zeigen, wie sie sich schützen und damit auch, wie sich die Ausstellungsbesucher schützen können.

Die Kuratorin wird bei der Eröffnung eine Einführung in die Ausstellung geben. Oberbürgermeister Christian Lösel hierzu: „Ich begrüße und unterstütze gerne Aktionen gegen Gewalt an Frauen und freue mich, die Ausstellung hier in Ingolstadt zu eröffnen. Jede Frau hat ein Recht auf Selbstbestimmung und ein gewaltfreies Umfeld. Unsere Grundrechte und Grundwerte sind nicht verhandelbar, was klar heißt: Gewalt wird nicht toleriert.“ Die Ausstellung wird von Dienstag, 28. November, bis Donnerstag, 30. November, im Foyer der Technischen Hochschule zwischen 7 und 21 Uhr zu sehen sein. Audioguides zum Anhören der Interviews können am Dienstag und Mittwoch in der Zeit 15 bis 18 Uhr und am Donnerstag von 15 bis 20 Uhr ausgeliehen werden. Für Gehörlose wird eine Führung mit einer Gebärdendolmetscherin am Mittwoch um 16 Uhr angeboten. Der Ausstellungsbereich ist behindertengerecht erreichbar. Schulführungen können durchgeführt werden (Informationen per Mail an gleichstellungsstelle@ingolstadt.de oder unter der Rufnummer 0841/305-1166).

Weitere Informationen zur Ausstellung „Die Hälfte des Himmels“ gibt es im Internet unter www.haelfte-des-himmels.de

Am Dienstag, 28. November, findet um 18.30 Uhr ein Vortrag des Zonta-Clubs in der Stadtbücherei statt. Er steht unter dem Thema „Ja zu Respekt“. „Können Recht und Gesetz Frauen vor Gewalt schützen?“ ist eine der zentralen Fragen bei diesem Vortrag und der Diskussion zu häuslicher und sexualisierter Gewalt, Menschenhandel, Zwangsverheiratung und Ehrenmord. Was sich weit weg anhört, ist auch in der Region ein Thema. Anhand praktischer Fallbeispiele werden das Vorgehen und auch die Hürden, denen Polizei und Beratungsstellen oftmals gegenüberstehen, diskutiert. Referentinnen sind Kriminalhauptkommissarin Silke Poller und Nazan Simsek, Rechtsanwältin.

Im Audi Programmkino ist am Donnerstag, 30. November, um 17.30 Uhr und 20 Uhr der Film „Die Göttliche Ordnung“ zu sehen. Er zeigt, wie beherzte Frauen im beschaulichen Schweizer Dorf Appenzell im Jahr 1971 um das Frauenwahlrecht und die gesellschaftliche Gleichberechtigung kämpfen. Der Erlös der Filmvorführungen fließt zu hundert Prozent in die sozialen Projekte von Soroptimist. (nr)

Reservierungen sind möglich per Telefon unter der Rufnummer 0800 2834444 oder im Internet unter www.audi.de/programmkino

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